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TV-Moderatorin und Bestsellerautorin Vanessa Blumhagen hat sich in ihren Büchern mit den Ursachen von Übergewicht und den passenden Diäten beschäftigt. Sie ist am Dienstag, 27. Februar, um 19 Uhr im PZ-Autorenforum zu Gast. Foto: dpa
TV-Moderatorin und Bestsellerautorin Vanessa Blumhagen hat sich in ihren Büchern mit den Ursachen von Übergewicht und den passenden Diäten beschäftigt. Sie ist am Dienstag, 27. Februar, um 19 Uhr im PZ-Autorenforum zu Gast. Foto: dpa
23.02.2018

Vanessa Blumhagen: „ Nicht jeder ist aus den gleichen Gründen dick“

Pforzheim. Jahrelang litt TV-Moderatorin und Bestsellerautorin Vanessa Blumhagen unter ihrem Gewicht, obwohl sie sich gesund ernährte und Sport trieb. Als sie erfuhr, dass eine Hashimoto-Erkrankung ihr Gewicht bedingt, beschäftigte sie sich mit den vielen Ursachen für Übergewicht und den passenden Diäten. Im PZ-Autorenforum am Dienstag, 27. Februar um 19 Uhr im PZ-Forum stellt sie ihr Buch „Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld!“ vor.

Vanessa Blumhagen spricht im PZ-Autorenforum über Ernährung

PZ: Frau Blumhagen, sind Sie gerade zufrieden mit Ihrem Körpergewicht?

Vanessa Blumhagen: Ich habe mich in den vergangenen Tagen nicht gewogen, weil ich gerade mit einem grippalen Infekt im Bett lag, aber ich bin wohl gerade so bei 62 Kilo. Damit bin ich zufrieden. Ich variiere immer so zwischen 60 und 70 Kilo. Je schlechter es mir geht, desto mehr wiege ich. Wenn ich unter 60 Kilo wiege, fragen mich immer alle: „Bist du krank?“

PZ: Was müssen Sie tun, um das Gewicht zu halten?

Vanessa Blumhagen: Ich halte mich an das, was ich in meinen Büchern geschrieben habe. Durch meine Hashimoto-Erkrankung, bei der mein eigenes Immunsystem meine Schilddrüse zerstört, bin ich auf Medikamente angewiesen. Die Schilddrüsenhormone sind für den Stoffwechsel von großer Bedeutung. Dazu habe ich alles, was in meinem Körper außer Balance geraten war, aufgedeckt und behandelt. Und: Ich ernähre mich, wie es für mich persönlich ideal ist, nach der Blutgruppendiät.

PZ: In Ihrem Buch „Jeden Tag wurde ich dicker und müder“ schildern Sie Ihren Weg zum Wunschgewicht als frustrierenden Irrweg.

Vanessa Blumhagen: Ich habe immer mehr zugenommen, trotz Sport und Diät, entwickelte Allergien, bekam Haarausfall, schlief schlecht, war gereizt. Ich wusste nicht warum und keiner konnte mir sagen, was der Grund dafür ist. Ich fühlte mich alleine gelassen von den Ärzten, die alles mögliche diagnostiziert haben und zum Teil meinten, mir Psychopharmaka verschreiben zu müssen. Aber ich wusste ja, dass ich nicht an Kopf und Seele leide, auch wenn diese Ungewissheit seelisch belastet. Es dauerte drei Jahre bis meine Diagnose feststand.

PZ: Sind Sie mit dieser Geschichte ein exotischer Einzelfall?

Vanessa Blumhagen: Nein. So läuft es wohl bei 95 Prozent der Hashimoto-Erkrankten und davon gibt es in Deutschland wahrscheinlich mindestens acht Millionen, wahrscheinlich sogar mehr als zehn Millionen Betroffene. Es ist so ein bisschen die unbekannte Volksseuche. Meistens trifft es Frauen, oft in jüngeren Jahren, gerne in Verbindung mit hormonellen Umstellungen, etwa in der Pubertät, oder in Folge einer Infektion. Aber ich habe wohl die Anlage dazu von meinem 70-jährigen Vater geerbet, bei dem die Erkrankung vor zwei Jahren festgestellt wurde.

PZ: „Das ist nicht Ihre Schuld“ – was bedeutet der Untertitel Ihres Buches „Ein paar Pfunde zu viel?“

Vanessa Blumhagen: Ich möchte mit dem Titel und dem Buch Menschen die Selbstvorwürfe und die Selbstzweifel nehmen. Das Thema soll nicht zu sehr mit Drama aufgeladen werden. Ein paar Pfunde mehr sind ja jetzt auch kein Weltuntergang. Erst einmal sollen die Menschen entdecken, welche unterschiedlichen körperlichen und medizinischen Gründe ihr Gewicht beeinflussen. Nicht jeder ist aus den gleichen Gründen dick. Dann können persönlich abgestimmte Maßnahmen getroffen werden.

PZ: Übergewicht ist also nicht gleich Übergewicht. Macht es dann Sinn, jedes Jahr die neueste Frühjahrsdiät auszuprobieren?

Vanessa Blumhagen: Wenn alle diese Diäten immer bei jedem funktionieren würden, müssten die ganzen Zeitschriften nicht jedes Jahr neue Diäten auf den Markt bringen. Wir würden dann alle aussehen wie Gisele Bündchen. Zwei Dinge sind wichtig: Erstens geben wir unserem Körper nicht immer das, was er braucht – weil wir oft nicht wissen, was das Richtige ist. Da können ganzheitlich praktizierte ärztliche Untersuchungen helfen. Ich habe zum Beispiel durch Low Carb zugenommen. Ich vertrage kein tierisches Eiweiß. Also fällt diese Diät für mich aus. Zweitens müssen wir uns selbst beobachten. Was essen wir? Und wann? Und wie gut tut es uns? Das geht am besten in Form eines Tagebuchs. Das kann man in ein Heft schreiben oder übers Handy notieren.

PZ: Wie kann man verlorenes Gewicht dauerhaft halten?

Vanessa Blumhagen: Selbstbeobachtung kann dabei helfen, Fehler zu vermeiden. Wenn ich weiß, was mir guttut, handle ich doch meistens danach. Und wenn ich mich mit meinem Gewicht wohlfühle, ist es doch in Ordnung.

PZ: In welcher Form dürfen wir Sie bei Ihrem Vortrag im PZ-Autorenforum erwarten?

Vanessa Blumhagen: Da bin ich hart gegen mich selber. Bis dahin wird mein grippaler Infekt überstanden sein. Ich komme aus Au am Rhein und freue mich, wenn ich mal wieder meine badische Heimat sehen darf. Es wird ein lockerer Abend mit vielen Informationen werden, die hoffentlich etlichen Besuchern hilfreich sein können.

Info:

Karten für das PZ-Autorenforum am Dienstag, 27. Februar, 19 Uhr, gibt es unter (07231) 933-125. Die Preise: 8,50 Euro und ermäßigt mit PZ-AboCard 5,50 Euro.

Zur Person:

1977 in Au am Rhein zwischen Karlsruhe und Rastatt geboren, ist Vanessa Blumhagen in der Welt der Prominenten zu Hause. Zweimal die Woche talkt die Moderatorin, freie Journalistin und Autorin live beim „SAT.1 Frühstücksfernsehen“ über VIPs. Anfang 30 machten sich erste Hashimoto-Symptome bei ihr bemerkbar. Sie schrieb darüber 2013 das Buch „Jeden Tag wurde ich dicker und müder“. 2014 folgte das Buch „Die Hashimoto-Diät“ und 2018 das Buch „Ein paar Pfunde zu viel? Das ist nicht Ihre Schuld!“, das im PZ-Forum vorgestellt wird.

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