Pforzheim. Am Sonntag hat der der „Verein für Pflege und Betreuung Paul Gerhardt“ mit einem Festtag sein 90-jähriges und das Seniorenzentrum Paul Gerhardt sein 80-jähriges Jubiläum gefeiert.
Neben Spielangeboten für Alt und Jung hatten sich Gäste aus der Nachbarschaft angesagt. So gestalteten das Figurentheater Raphael Mürle und auch das Südwestdeutsche Kammerorchester den Tag mit, der mit einer Andacht gegen endete. Vor 90 Jahren, am 14. Dezember 1928, wurde in Pforzheim der „Evangelische Jugend- und Wohlfahrtsdienst“ gegründet und zehn Jahre später das „Ur- Haus“ des Seniorenzentrums Paul Gerhardt. Es bedurfte damals dringend Wohnmöglichkeiten für junge Mädchen und Jungen, die aus der ländlichen Umgebung in die Stadt kamen, um dort zu arbeiten oder eine Ausbildung zu machen. Deshalb initiierte Pfarrer Oskar Schumacher im Auftrag des Kirchengemeinderates die Gründung des Vereins. Bereits 1929 konnten dann in der Frankstraße 79 das „Mädchenheim Osterfeld“ und in der Unteren Ispringer Straße 12 das „Ambrosius- Blarer- Heim“ für „evangelische Lehrlinge und Jungmänner“ eröffnet werden. Bereits 1933 musste das Mädchenheim erweitert werden und erhielt bereits damals einen Bauteil, in dem ältere Frauen lebten. Im Jahre 1938, also vor 80 Jahren, wurde dann an der Ecke Frank-/ Maurerstraße, am heutigen Standort, das „Paul- Gerhardt- Haus“ als Altenheim erbaut. In den Jahren 1950/51 wurden weitere Altenheim- und erstmals auch Plätze für Pflegebedürftige geschaffen.
Durch Neubau ersetzt
Im Jahr 1957 entstand dann an der Maximilanstraße 142 mit dem „Matthias- Claudius-Heim“, das Gebäude, das in den letzten Wochen abgerissen wurde, um dem neuen „Betreuten Wohnen“ Platz zu machen. In den Jahren 1978 bis 83 wurde dann das alte Paul- Gerhardt-Heim durch einen Neubau mit 66 Pflegeplätzen ersetzt. Dieses Gebäude ist auch heute noch Bestandteil der Einrichtung, die zwischen 2004 und 2008 in der heutigen Form mit nunmehr 167 Pflegeplätzen und zwölf Betreute Wohnungen errichtet wurde. Die Arbeit des Vereins umfasst heute wieder die Begleitung und Betreuung von jungen und alten Menschen. Voraussichtlich im Winter 2019/2020 kann der Verein das neue Haus in der Maximilianstraße 142 eröffnen. Hier werden sowohl alte wie junge Menschen, die Unterstützung benötigen, einziehen und die Einrichtung zusätzlich bereichern.

