Pforzheim. Der erste Anblick lässt an diesem Donnerstagvormittag Schlimmes vermuten. Ein Motorrad liegt nahe der Einmündung der Bunsenstraße auf der Schwarzwaldstraße. Davor steht ein Auto mit offenen Türen. Drumherum sind Polizisten und Ersthelfer im Einsatz, Rettungswagen stehen bereit.
Auf PZ-Nachfrage folgt rasch die Entwarnung: Weder der Biker noch Insassen im Audi wurden bei der Kollision verletzt. Der Motorradfahrer sei nach dem Sturz selbst wieder aufgestanden, so die Polizei. Und doch erregt diese bereits eine halbe Stunde nach dem Unfall, der sich gegen 9 Uhr ereignet hatte, auf PZ-news verbreitete kurze Meldung große Aufmerksamkeit. Weil diese Stelle eine nach Einschätzung vieler Ortskundiger eine neuralgische ist, obwohl hier Tempo 30 herrscht, es als also vergleichsweise gemächlich zugeht.
Für den, der die Schwarzwaldstraße hoch auf den Rodrücken fährt, ist die Bunsenstraße die erste Straße, für die wieder die normale Vorfahrtsregel gilt. Darunter an der Nebeniusstraße ist sie noch aufgehoben. Zum aktuellen Unfall kann Polizeisprecherin Sabrina Zimmer am Donnerstagnachmittag lediglich sagen, dass sich dieser „mutmaßlich aufgrund einer Vorfahrtsverletzung“ ereignet hat, mehr müssten die weiteren Ermittlungen zeigen.
Tatsächlich tun sich hier Fahrer ganz offensichtlich regelmäßig schwer mit dem Switch der Vorfahrtsregel – und zwar auf beiden Seiten. Manche fahren auf der Schwarzwaldstraße einfach weiter, ohne ihr Tempo zu drosseln. Andere ziehen aus der Bunsenstraße unerbittlich auf die Schwarzwaldstraße, ertrotzen sich also quasi ihre Vorfahrt. Dass diese Einmündung meist beidseitig komplett und teils verkehrswidrig zugeparkt ist, macht es allen Beteiligten nicht leichter. Oft tasten sich Fahrer auf der Schwarzwaldstraße im Schneckentempo vor, weil ihnen die Sicht fehlt. Dies wiederum erhöht die Gefahr von Auffahrunfällen durch nachfolgende Wagen.
Vielleicht verstärkt der glimpflich ausgegangene Unfall vom Donnerstag ja die behördliche Erkenntnis, das hier grundsätzlich Handlungsbedarf besteht. Verkehrsspiegel, die frühere Blicke in die Einmündung wie die Durchfahrtsstraße ermöglichen, beziehungsweise das konsequente Ahnden von falschem Parken könnten hilfreiche Ansätze sein.

