Pforzheim. Eine ergreifende und stimmungsvolle Osternachtsfeier erlebte die katholische Kirchengemeinde Pforzheim am frühen Ostersonntagmorgen um 6 Uhr vor und in der Kirche von Liebfrauen in Dillweißenstein. „Es ist ein Feuer, ein Funke der Hoffnung, dass der des Friedens nicht ausgelöscht wird und der Funke der Liebe glüht“, so Pfarrer Georg Lichtenberger. Der Frage: „Warum ist diese Nacht anders als die anderen Nächte und warum beginnt unser Gottesdienst an einem Feuer?“, gingen die Erstkommunikanten nach. Eine Frage, die sich durch die komplette Osternacht wie ein roter Faden zog.
„Am Karfreitag haben wir an das Leiden und Sterben Jesu gedacht. Alles war traurig, aussichtslos und dunkel. Aber damit ist der Weg Jesu nicht zu Ende. Seine Liebe ist stärker als der Tod. Sein Licht leuchtet heller als jede Dunkelheit. Daran erinnert dieses Feuer. Wie ein Lauffeuer soll es sich verbreiten, dass Jesus den Tod besiegt hat“, so Gemeindeassistentin Helena Vucic. Und dieser Wunsch wurde in die Tat umgesetzt. Denn mit dem Entzünden der Osterkerzen, in Liebfrauen waren es drei, eine für Liebfrauen, Huchenfeld und Büchenbronn erhellte sich die bis dahin dunkle Kirche blitzschnell. Denn das Licht der Osterkerzen wurde an die Gläubigen in der voll besetzten Kirche weitergegeben. So brannten auch in den Bänken unzählige kleine Hoffnungslichter. Die großen Osterkerzen wurden ehrenamtlich wunderschön gestaltet.


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„Da stürzen zum Beispiel Mauern ein,“ so Lichtenberger. Die Osterkerzen mit viel Symbolik bestückt – wie auch die Osternacht selbst, egal ob es dabei um die Erneuerung des Taufversprechens oder um das Weihwasser geht.
Schon seit den frühen Zeiten in der Kirche war es so, dass die Osternacht der eigentliche Tauftermin war. Damals wurde nur einmal im Jahr getauft, nämlich in jener Nacht. Denn dort wird das neue Leben gefeiert. So war es in der diesjährigen Osternacht besonders schön und aussagekräftig, dass Pfarrer Lichtenberger gleich drei Kinder taufen konnte, darunter ein Baby und auch Erstkommunikanten. In der Osternacht wurden die Neugetauften – früher waren es meistens Erwachsene - mit langen weißen Gewändern bekleidet, ein Ritual, das sich bei der Taufe bis heute fortsetzt.


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Die weißen Kleider durften die Täuflinge früher am ersten Sonntag nach Ostern noch einmal zum Gottesdienst anziehen. „Weil es oft sehr viele Täuflinge waren, leuchtete die Kirche ganz weiß. Bis heute heißt deswegen der erste Sonntag nach Ostern Weißer Sonntag“, so Vucic. „Taufe geht nicht ohne Glauben“, betonte der Seelsorger, der allen Beteiligten für die Gestaltung und auch für die Vorbereitung der beeindruckenden Osternacht, die mit vielen Sinnen erlebbar wurde, dankte. Der Pfarrer wünschte, dass der Funke der Hoffnung, des Friedens und der Liebe überspringe.

