Pforzheim. Die erst am Mittwoch eingeweihte und schon am Donnerstag komplett überkritzelte Ausmalwand in der östlichen Bahnhofsunterführung hat insbesondere in Sozialen Netzwerken kontroverse Diskussionen ausgelöst. Die Meinungen gehen weit auseinander – auch unter Stadträten.
Binnen Stunden wies die Nachricht auf dem Facebook-Profil von PZ-news 80 Kommentare auf. „So schade – was sind das nur für Idioten, die alles Schöne immer gleich zerstören müssen“, ist da etwa zu lesen. Oder: „Es ist so schade, dass jedes Engagement zur Stadtverschönerung komplett torpediert wird.“ Und immer wieder: „War doch klar.“ Freie-Wähler-Stadtrat Carol Braun bringt in seinem Post zum Ausdruck, dass er sich in seiner generell kritischen Haltung zu Straßenkunst bestätigt fühlt: „So würde es auch kommen, wenn man gewisse Wände für Graffiti freigeben würde.“ Ein Kommentar, den sein Stadtratskollege Andreas Sarow (CDU), mit Unverständnis für Brauns „Angst vor legalem Graffiti“ erwidert: „Andere Städte machen es erfolgreich vor. Würde Pforzheim auch guttun.“


Ein Mosaiksteinchen für „Mehr Leben“ und „eine fröhlichere Gestaltung“: So soll die östliche Bahnhofsunterführung künftig schöner und sicherer werden
Doch auch der Aktionskünstler Sarow selbst äußert Kritik, allerdings an der Umsetzung dieses temporären Projekts zur Aufwertung der Unterführung: „War klar“, schrieb auch er gleich kurz nach der Verschandelung auf Instagram und: „zum Scheitern verurteilt“. Gegenüber der PZ führt er aus, dass dieses Projekt von der Stadtverwaltung „ganz anders hätte aufgezogen werden müssen“. Es sei logisch, dass diese von der Pforzheimer Grafikerin Jill Wentz gestaltete Folie, auf der Passanten etwa Motive mit Pforzheim-Bezug wie Rassler oder Reuchlin ausmalen können, alle paar Tage gereinigt werden müsse, damit sich Nutzer immer wieder aufs Neue kreativ ausleben könnten.

Lese-Ecke, Ausmalwand und viele Bilder: Umgestaltung in der Pforzheimer Bahnhofsunterführung
Und generell müsse es solch eine Wand auch „aushalten“, dass es „Schmierereien, anstößige Zeichen und Schimpfwörter“ darauf gebe: „Das gehört ganz klar zur Jugendkultur.“ Dass aber am ersten Tag nur „die Lust am Beschmieren“ zu sehen gewesen und die Wand regelrecht „abgeschlachtet“ worden sei, erstaune auch ihn: „Da ist nichts von Kreativität oder Qualität zu erkennen.“
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