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Beamte des Bundeskriminalamts haben an der Pflügerstraße in Pforzheim einen 43-jährigen Mann festgenommen. Ermittelt wird im Bereich der Internetkriminalität.

Vorwurf der Internetkriminalität: BKA nimmt Mann in Pforzheim fest

Pforzheim. Sie kamen wie immer, wenn eine Operation etwas heikler ist, mit schwarzer Maskierung. Sie sollen Armbinden mit der Aufschrift „Polizei“ getragen und sich gewaltsam Zugang zu einer Erdgeschosswohnung in einem Haus an der Pflügerstraße in Pforzheim verschafft haben. Am Ende der Aktion führten Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) einen Mann ab.

„Es handelt sich um ein Ermittlungsverfahren aus dem Bereich der Internetkriminalität, der Beschuldigte ist ein 43-jähriger deutscher Staatsangehöriger aus Pforzheim“, teilt Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und Sprecher der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) auf Anfrage von PZ-news mit. Und, so Ungefuk weiter: „Wir werden das Ermittlungsverfahren zeitnah an die örtlich zuständige Cybercrime-Abteilung der Staatsanwaltschaft Mannheim abgeben.“

Mehr Informationen gibt es noch nicht von offizieller Seite. Im Polizeipräsidium Karlsruhe hat man von dem Einsatz gewusst, kann aber keine Details nennen. Auch im Bundeskriminalamt in Wiesbaden wird man auf die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft verwiesen. Dort scheint man noch umfangreichere Untersuchungen zu planen und befürchtet, durch mehr Auskünfte zum exakten Tatvorwurf oder den persönlichen Verhältnissen des Beschuldigten die weiteren Ermittlungen zu gefährden. Gut möglich also, dass es noch weitere Mitbeschuldigte gibt oder geben wird, zum Beispiel Hintermänner und Auftraggeber sowie Abnehmer von Onlineangeboten unterschiedlichster Art oder auch Opfer, die vielleicht noch gar nicht wissen, dass sie unfreiwillig Teil von einer Straftat geworden sind.

Unklar ist auch, was die BKA-Beamten in der Pforzheimer Wohnung gefunden und mitgenommen haben. Angesichts der im Raum stehenden Internetkriminalität dürften wohl Computer, Handys und jede Art von Datenspeichern von besonderem Interesse gewesen sein. Ob es sich um Kinderpornographie oder Kreditkartenbetrug, dubiose Kettenbriefe oder Hacks von E-Mail- oder Facebook-Accounts handelt, wird wohl so schnell noch nicht bekanntgegeben werden.