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Oberbürgermeister Gert Hager gratuliert der neuen Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, die das Erbe von Alexander Uhlig antritt.
Oberbürgermeister Gert Hager gratuliert der neuen Baubürgermeisterin Sibylle Schüssler, die das Erbe von Alexander Uhlig antritt. © Seibel
Sibylle Schüssler wird neue Baubürgermeister in Pforzheim. Sie wurde vom Gemeinderat als Nachfolgerin von Alexander Uhlig gewählt.
Sibylle Schüssler wird neue Baubürgermeister in Pforzheim. Sie wurde vom Gemeinderat als Nachfolgerin von Alexander Uhlig gewählt. © PZ-Archiv
Wer wird Nachfolger von Alexander Uhlig (Zweiter von rechts) auf der Bürgermeister-Bank im Pforzheimer Ratssaal? Mit auf der Bank sitzen (von links) Erster Bürgermeister Roger Heidt, Oberbürgermeister Gert Hager und Bürgermeisterin Monika Müller.
Wer wird Nachfolger von Alexander Uhlig (Zweiter von rechts) auf der Bürgermeister-Bank im Pforzheimer Ratssaal? Mit auf der Bank sitzen (von links) Erster Bürgermeister Roger Heidt, Oberbürgermeister Gert Hager und Bürgermeisterin Monika Müller. © PZ-Archiv/Ketterl
31.05.2016

Wahlticker: Sibylle Schüssler mit einer Stimme Mehrheit zur Bürgermeisterin gewählt

Das war knapp. Mit nur einer Stimme Mehrheit wurde am frühen Dienstagabend die Pforzheimer Stadträtin der Grünen, Sibylle Schüssler, im zweiten Wahlgang zur neuen Bürgermeisterin gewählt. Die Polizeibeamtin Beatrice Suppes konnte im zweiten Wahlgang ihre Stimmenanzahl aus der ersten Stimmabgabe mehr als verdoppeln. 

Die wegen Befangenheit selbst nicht stimmberechtigte Vorsitzende der Grünen-Liste-Gemeinderatsfraktion, die früh schon erklärte, das Amt von Alexander Uhlig übernehmen zu wollen, konnte einer PZ-Umfrage zufolge nicht nur auf die vier verbleibenden Stimmen ihrer Fraktion zählen, sondern auch auf den überwiegenden Teil der zwölf CDU-Stadträte, dazu mehrere SPD-, WiP/Linke/Eltern- und UB/LBBH-Kollegen. Am Ende aber scheint es doch ein paar Stadträte gegeben zu haben, die sich doch nicht zum Kreis der Schüssler-Befürworter gezählt haben. Im ersten Wahlgang kam Sibylle Schüssler auf 19 von 40 gültigen Stimmen.

Beatrice Suppes erhielt als Zweitplazierte 9 Stimmen. Fast hätte es Sparkassen-Gebäudemanager Eckhard Klaube mit seinen 8 Stimmen in den zweiten Wahlgang geschafft. Dirk Wolfgang Jordan aus Oberrot kam etwas überraschend auf 4 Stimmen. Keine Stimmen erhielten Klaus Beuerlein und Mechthild Neumann. Bei Letzterer erschien das wenig verwunderlich, war sie doch zur Vorstellungsrunde am Dienstagnachmittag nicht im Pforzheimer Ratssaal erschienen. Am Ende konnte Sibylle Schüssler im zweiten Wahlgang eine Stimme mehr auf sich verbuchen - bei einer ungültigen Stimme.

Im Liveticker können Sie den ganzen Ablauf der Bürgermeister-Wahl nachlesen. 


Ticker aktualisieren


### Die Wahlparty wird später stattfinden, denn jetzt geht es im Ratssaal gleich weiter. Nicht-öffentliche Sitzung. Deshalb müssen wir jetzt diesen Liveticker beenden. PZ-news bedankt sich für Ihre Aufmerksamkeit. 

### Sibylle Schüssler bedankte sich bei ihren Wählern und versprach den Nicht-Wählern, sie durch eine gute Arbeit im Dezernat zu überzeugen. Da wird sie einiges zu tun haben, denn etwa die Hälfte des Gemeinderats hätte die Arbeit auch einer anderen Kandidatin zugetraut.

### Das genaue Ergebnis des zweiten Wahlgangs: Sibylle Schüssler - 20 Stimmen (plus 1), Beatrice Suppes - 19 Stimmen (+10) und eine ungültige Stimme. Das war ein Wahlkrimi. Und das Ergebnis? Es war so abzusehen, aber am Ende erstaunte es doch, dass es fast für Beatrice Suppes gereicht hätte. Dieser minimale Abstand an Stimmen stand wohl doch nicht bei allen Beteiligten auf der Rechnung.

### Jetzt kommt auch Baumbusch mit seinem Blumenstrauß zum Einsatz. Der Beifall für Sibylle Schüssler kam auch von den Zuschauerrängen.

### Wer darf hereinkommen und den Beifall entgegennehmen? Sibylle Schüssler holt 20 Stimmen und wird neue Bürgermeisterin.

### OB Hager kommt zurück. Hochspannung.

### Man sieht nichts an den Gesichtern der Wahlhelfer.

### Auweia. Wird das eine ganz enge Kiste? 20:19 vielleicht. Die Häuflein sehen gleich groß aus.

### Es sieht nach drei Häuflein bei der Stimmauszählung aus. Also dürfte es mindestens eine ungültige Stimme gegeben haben.

### Wolfgang Schick (CDU) tritt nach vorne. Ob der Polizeibeamte seiner Kollegin Beatrice Suppes eine Stimme geben wird? Im Vorfeld sah es so aus, als hätte die CDU sich mehrheitlich für Sibylle Schüssler ausgesprochen. Aber angesichts der Parteienflut im Pforzheimer Gemeinderat ist es nicht mehr so einfach, klare Mehrheiten zu finden.

### Wo ist Erster Bürgermeister Roger Heidt? 

### OB Hager bittet die Wahlkommission nach vorne. Die Urne ist leer. "Kein doppelter Boden" wie Hager aufklärt. Und es beginnt von vorne. A wie Augenstein. Hätte man jetzt nicht einmal eine Ausnahme machen können und bei Z wie Zilly anfangen? Die Stadträte werfen bislang routiniert ihre Stimmzettel ein.

### Wieder Pause, wieder bleiben die meisten Zuschauer sitzen. Einge Angehörige der Kandidaten sind jedoch wohl schon gegangen. Unten im Ratssaal wird jetzt doch mehr in den Fraktionen geredet. Jetzt wäre es spannend zu wissen, wer sich doch noch auf die Seite von Sibylle Schüssler schlägt und ob sich der Rest der Nicht-Schüsler-Wähler hinter Beatrice Suppes sammelt.

### Hier das genaue Ergebnis des ersten Wahlgangs: Sibylle Schüssler - 19 Stimmen, Beatrice Suppes - 9 Stimmen, Eckhard Klaube - 8 Stimmen, Dirk Wolfgang Jordan - 4 Stimmen, Klaus Beuerlein und Mechthild Neumann jeweils 0 Stimmen.

### Sibylle Schüssler liegt vorne. 19 Stimmen - das sind zwei zu wenig, um die absolute Mehrheit zu bekommen. Jetzt wird es spannend. Im zweiten Wahlgang tritt sie gegen die Zweitplatzierte Beatrice Suppes an, die auf neun Stimmen kam. Kann sie jetzt noch mehr für sich sammeln?

### Keine absolute Mehrheit für Sibylle Schüssler im ersten Wahlgang. Es gibt einen zweiten.

### Die kleine Pause wird nur von wenigen Stadträten genutzt, um mal eben kurz aufzustehen und den Rücken durchzudrücken. Der große Rest bleibt sitzen. Die Anspannung wird langsam spürbar. In der Fraktin (WiP/Die Linke) werden schon die ersten Brezeln herumgereicht und brüderlich geteilt.

### Stadtrat Jörg Augenstein (CDU) kann schon einmal etwas Wahlluft schnuppern. Schließlich hat er ja als Nachfolger des Ersten Bürgermeisters Roger Heidt den Hut in den Ring geworfen. Das wird die nächste spannende Personalie im Rathaus Pforzheim.

### Das geht ratzfatz. 

### Gleich vor Ort im Ratssaal und fast unterhalb der Pressetribüne wird ausgezählt. Bislang sind es für sechs Kandidaten nur vier Häuflein.

### Bernd Zilly (Unabhängige Bürger) hat das Pech, seines Namens wegen öfter einmal als Letzter an der Reihe sein. Heute ist er Vorletzter, denn Hager macht den Abschluss. Als er seinen Stimmzettel abgibt, klicken die Fotoapparate.

### Mindestens einer, der gerade seine Stimme abgegeben hat, wird Sibylle Schüssler nicht wählen. Er hält sie für unwählbar. Stadtrat Hans-Ulrich Rülke weilt heute nicht im Landtag. Mal sehen, wie viele seiner Gemeinderatskollegen seiner Meinung sind.

### Das geht flott. P wie Patberg, Dorothea ist an der Reihe. Am Ende dürfte wohl OB Hager seine Stimme abgeben. 

### Für kurzes Gelächter sorgte der Hinweis von OB Hager, dass Pressefotografen das ein oder andere Bild bei der Stimmabgabe schießen würden. Dorothea Luppold (SPD) mahnte an: "Aber nur von vorne." Der Wunsch wird ihr gewährt, schließlich soll bei dieser geheimen Wahl ja niemand über die Schulter auf den Wahlzettel schauen können. Inzwischen sind wir bei G wie Goldmann, Florentin und Graf, Anneliese. Beide sitzen in der CDU-Fraktion nebeneinander.

### OB Hager wird in alphabetischer Reihenfolge die Stadträte zur Stimmabgabe aufrufen. Jörg Augenstein (CDU) war der Erste.

### Kleine Korrektur: Mechthild Neumann ist zwar nicht anwesend, kann aber trotzdem gewählt werden, weil sie nicht zurückgezogen hat. Hager erklärt: Man dürfe nur eine Stimme vergeben, nicht mehrere Kreuzlein machen, denn sonst würde der Stimmzettel ungültig werden und als Nein gelten. Das würde das Zustandekommen einer absoluten Mehrheit im ersten Wahlgang erschweren.

### Cristof Weisenbacher (WiP): Seine Fraktion bevorzugt Bewerberin Sibylle Schüssler.

### Der Ratssaal ist wieder voll. OB Hager setzt die Sitzung fort.

### Pressesprecher Michael Strohmayer hat ein Herz mit seinen Zeitungs- und Onlinekollegen gehabt.

### Gerade wird im Umfeld der Pressetribüne über die gute, alte Zeit diskutiert, als noch Getränke auf den Tischchen standen. Und prompt werden von unten eine Flasche Sprudel und Gläser hochgereicht. Ob man in der Verwaltungsspitze den Liveticker von PZ-news gelesen hat? Es ist auf jeden Fall eine nette Geste.

### Von rechts und links wird im Publikum diskutiert. Dass eine Kandidatin offensichtlich zurückgezogen hat, bewegt niemand. Der Vortrag von Dirk Wolfgang Jordan allerdings scheint immer noch für Kopfschütteln zu sorgen. Im Sturzflugtempo hatte er seinen Lebenslauf präsentiert und wenig Konkretes zur Stadt gesagt. Das haben Klaus Beuerlein, Eckhard Klaube, Sibylle Schüssler und Beatrice Suppes besser gemacht.

### Mechthild Neumann ist noch nicht eingetroffen. Keiner im Publikum will den Posten haben. Also beendet OB Hager die Vorstellungsrunde. Auf Bitten der SPD gibt es eine 15-minütige Pause. Leider ohne kalte Getränke und ohne Schnittchen. Auf den Zuschauerrängen wollen die wenigsten aufstehen.

### Großes Lob von OB Hager. Nur neun Minuten. Reichlich Beifall. Michael Schwarz (Freie Wähler) fragt nach einem Budget für die Schaffung von einem Sicherheitsgefühl der Pforzheim. Sie kann keine Zahlen nennen.

### Hochschule stärken. Städtisch nachverdichten und Brachen nutzen. Investoren, so Beatrice Suppes, müssen für den sozialen Wohnungsbau gewonnen werden. Intelligente, experimentelle Zwischennutzungen ausprobieren. Im Dialog mit Nachbarschaftsgemeinden gemeinsame Flächen für den Wohnuzngsbau suchen.

### Als umweltbewusster und kulturell interessierter Mensch müsse sie sich doch aber erst in diese Bereiche des Bürgermeisteramtes einarbeiten. Sie pflege einen kooperativen Mitarbeiterstil - nicht ganz unwichtig bei weit über 300 Mitarbeitern im Dezernat. Sie will nahe an den Bürgern und der Wirtschaft arbeiten. 

### Beatrice Suppes nimmt Platz auf dem Uhlig-Sessel am Bürgermeistertisch. Die Polizeibeamtin aus Unterreichenbach-Kapfenhardt ist in der Prävention aktiv. Sie hat Architektur und Stadtplanung in Stuttgart studiert. Und sie hat den kürzesten Zettel in der Hand. Ein Streifen Papier, keine Seitensammlung, keine Power-Point-Präsentation. Sie spricht frei. Das wirkt souverän.

### Sibylle Schüssler lädt zu einem offenen und konstruktiven Dialog ein. Aus Liebe zu ihrer Heimstadt. Etwas mehr als freundlicher Beifall. Keine Fragen. Man kennt ja schließlich die Stadträtin im Ratssaal.

### Urbanität wird auch durch die umgebenden Freiräume definiert. Die Landschaft um Pforzheim muss als schützenswertes, erhaltenswertes und wichtiges Gut erachtet werden. Prozesse in Gang zu setzen und zu steuern ist Sibylle Schüssler wichtig. Neue Ansätze und Ideen sind gefragt. Und: Es gibt viele gute Ansätze in Pforzheim.

### Auch wenn viele über die Fußgängerzone reden, dürfe man die Wohnquartiere und Stadtteile nicht vergessen. Neue Konzepte müssen ausprobiert werden. Eine regelmäßige Ornamenta würde die Stadt als Designmetropole darstellen.

### Ein Vierteljahrhundert kommunalpolitische Erfahrung kann Sibylle Schüssler vorweisen. Bei vielerlei Gelegenheiten konnte sie Einblick in die Stadtplanung nehmen und einiges als Stadträtin mitgestalten. Sie sieht das Amt ganzheitlich. Planungsamt, Gestaltungsbeirat, Qualität, ein neues Forum zur Stadtentwicklung - das muss eine Einheit werden. Wichtig: Der soziale Wohnungsbau und neue Formen des Zusammenlebens. Hier lägen große Potenziale. Am Schloßberg muss ein Stadtumbau mit hoher Qualität stattfinden.

### Sibylle Schüssler kommt verfrüht an die Reihe, da Kandidatin Mechthild Neumann nicht aufgetaucht ist. OB Hager klärt auf, dass sie nicht mit abstimmen darf, weil sie als Stadträtin der Grünen befangen ist.

### Wolfgang Schulz (WiP): Wie wollen Sie den Masterplan umsetzen? Klaube: Da hat es ja noch ein paar Jahre Zeit, aber es ist machbar. Renate Thon (Grüne): Wie sieht es mit dem sozialen Wohnungsbau bei der Schaffung neuer Wohnquartiere aus? Klaube: Im Prinzip geht das, es komme auf den Prozentsatz an.

### Freundlicher Beifall. Fragen: Michael Schwarz (Freie Wähler): Wie sieht es denn mit der Kostensicherheit bei der Sparkasse ein? OB Hager greift ein, Klaube gibt eine allgemeine Auskunft.

### Klaube möchte die Hochschule in die Stadtentwicklung einbinden, die Fußgängerzone und die städtischen Gebäude müssen begutachtet werden. Er deutet an, dass er sich in der Erhaltung alter Bausubstanz auskennt. Da hätte er in Pforzheim viel zu tun, denn Schulen, Bäder und andere Einrichtungen kommen teilweise reichlich marode daher. Und: Die Kostensicherheit bei den Planungen soll höher werden.

### Klaube arbeitet seit Jahren mit diversen Ämtern der Stadt Pforzheim zusammen. Er will an der Entwicklung Pforzheims mitarbeiten. Er will keine neuen Visionen entwickeln, sondern den Masterplan der Stadt umsetzen. Neue Wohnquartiere sollen geschaffen werden, aber Altes zu erhalten undnzu ertüchtigen. Museen müssen Teil der kulturellen Bildung sein.

### Klaube ist in Pforzheim zu Hause. Er habe Fachkompetenz und Führungsqualitäten. Kein Wunder, denn die Sparkasse baut ja ständig irgendwo im Geschäftsgebiet. Klaube sitzt übrigens und liest vom Blatt.

### Der nächste ist Eckhard Klaube, gebürtiger Wimsheimer und Leiter des Technischen Gebäudemanagements der Sparkasse Pforzheim Calw. Er will es in zehn Minuten schaffen. Wäre eine Wohltat nach dem überfallartigen Vortrag seines Vorredners.

### Jordan versteht sich als Dresdner, will aber Diener Pforzheims sein. Jetzt kommt die Zusammenfassung seiner Biografie. Hager mahnt das Ende an. Und es gibt tatsächlich eines. Fragen? Wolfgang Schulz (WiP) fragt, ob auch das soziale Gebilde einer Stadt zum "Unternehmen" gehöre. Jordan bestätigt das. 

### Die Pforzheimer sollen analog zu den Dresdnern sagen: Das ist mein Pforzheim. So etwas will Jordan erreichen. Dabei gehört doch das Bruddeln zur Urausstattung des Pforzheimers. Hager erinnert an das Ende der Redezeit.

### Seit 2003 ist Jordan als Architekt und Consulter tätig. Er will Pforzheim wie ein Unternehmen betrachten. Im Augenblick sieht es so aus, als würde der gewählte Teil des Unternehmens, der sich gerade im Ratssaal befindet, wenig für den neuen Unternehmenschef interessieren. Da wird in Unterlagen geblättert, aufs Handy geblickt oder der Kopf in Richtung Publikum gewendet. Was will Jordan eigentlich? Die Stadträte für sich begeistern? Da wären dann ein paar Kunstpausen beim Dauerschnellsprechvortrag hilfreich. 

### Jordan schafft den Schlenker nach Griechenland. Er legt Wert darauf, dass er ein "Baden-Württemberg-Abitur" hat. Und weiter geht es mit den Jahreszahlen seines Lebenslaufes. Jetzt sind wir schon bei 2003.

### Jordan hat eine Powerpoint-Präsentation mitgebracht. Er kommt "von der Eliteuniversität Dresden". Er ist parteilos, kommt nicht aus der Verwaltung. Und er ist ein Schwabe aus dem Raum Stuttgart. Er spricht schneller als man es in seiner Präsentation nachlesen kann. Jahreszahlen, eigene Aktivitäten. Wichtig sei ihm das "strategische Überlegen".

### Freundlicher Beifall von den Stadträten. Keine Fragen. Jetzt muss der Kandidat wieder gehen. Nun kommt Dirk Wolfgang Jordan.

### Beuerlein will LED-Lampen in den Straßenlaternen einbauen, um ENergie zu sparen. Freut sich auf konstruktive, offene und kritische Zusammenarbeit.

### Beuerlein spricht den Fehlbestand an Wohnraum an. Es muss neu gebaut und gleichzeitig der Bestand erhalten werden. Sparen ist dann obendrein noch angesagt. Eines seiner Lieblingsthemen: die E-Mobilität. Fahrradwegenetz weiter ausbauen, mit SWP Ladestationen für E-Bikes und E-Autos flächendeckend anbieten.

### Beuerlein spricht im Stehen. Er wohnt seit 1974 in Pforzheim und es schmerzt ihn, so viel ungenutztes Potenzial in der Stadt zu sehen. Er ist Stukkateurmeister und war zuletzt mit dem Aufbau eines Netzwerkes von Handwerkern und Architekten beschäftigt. Er will das Handwerk wieder mehr für die Stadt begeistern. 

### Klaus Beuerlein darf schon mal zur Probe auf dem Uhlig-Sessel sitzen.

### Hager stellt die Spielregeln vor. Es könnte sich jetzt noch ein neuer Bewerber melden. Keiner steht auf, keiner hebt die Hand. Es wird also bei den sechs bekannten Kandidaten bleiben. Infos zum Wahlablauf lesen Sie weiter unten im Ticker. Es kann zwei Wahlgänge geben. Keine Fragen der Stadträte. Der erste Kandidat ist Klaus Beuerlein.

### Jetzt kommt auch OB Gert Hager in den Ratssaal, begrüßt Kollegin Monika Müller. Roger Heidt kommt hinzu. Nur einer fehlt: Alexander Uhlig. Der hat Urlaub. Jetzt beginnt Hager mit der Begrüßung.

### Der Geräuschpegel steigt, die Zuschauerränge sind voll besetzt, jetzt ist auch die Pressetribüne fast vollständig besetzt. So richtig nach angespannter Stimmung sieht es im Ratssaal nicht aus. Aber das hat sich in den vergangenen Jahren immer mal wieder blitzschnell geändert. 

### Küsschen hier, Hände schütteln, lockere Gespräche ohne Fraktionszwang. Das scheint ja gar nicht auf ein Hauen und Stechen hinzudeuten. Mal sehen, wie sich das entwickelt, wenn später offiziell diskutiert wird.

### Axel Baumbusch von den Grünen ist der zweite Stadtrat in der Abstimmungsarena. Er verstaut im Kämmerlein einen großen Blumenstrauß. Für wen der wohl ist? Rechnet er mit einem Wahlsieg seiner Parteikollegin Sibylle Schüssler? Die Vorzeichen standen nicht schlecht.

### Der Ratssaal unten ist noch gänzlich leer. Auf den Zuschauerrängen sitzen dagegen schon die Angehörigen der Kandidaten. Gerade kommt Stadträtin Ellen Eberle von der SPD in den Ratssaal. Sie ist die Erste.

### Die Amtszeit von Alexander Uhlig endet am 2. Juli. Theoretisch könnte der oder die Neue am 3.Juli starten – wenn es seine bisherigen beruflichen Verpflichtungen zulassen.

### Im ersten Wahlgang ist eine absolute Mehrheit erforderlich. Da Sibylle Schüssler als befangen gilt, gibt es mit OB Hager 40 Stimmberechtigte. Ein Kandidat müsste also mindestens 21 Stimmen erhalten, um gleich im ersten Anlauf das Rennen zu machen. Im zweiten Durchgang – einer Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern mit der höchsten Stimmenzahl – reicht die einfache Mehrheit aus.

### Es handelt sich um eine geheime Wahl. Im Vorfeld war aus den Gruppierungen des Gemeinderats zu hören, dass es keinen Fraktionszwang geben soll. Allerdings könnte Parteitaktik durchaus eine Rolle spielen. Der Grünen Liste wird das Vorschlagsrecht für diesen Bürgermeisterposten zugebilligt, seit sie 2014 die mit fünf Stadträten drittstärkste Liste im Kommunalparlament wurde. Sie schickt ihre Fraktionsvorsitzende Sibylle Schüssler ins Rennen. Die CDU wiederum darf einen Kandidaten für die Nachfolge des Ersten Bürgermeisters Roger Heidt vorschlagen, der ebenfalls noch in diesem Jahr ausscheidet. Um den eigenen Bewerber durchzubringen, ist man jeweils auf die Stimmen des anderen angewiesen. Die Stadträte werden einzeln aufgerufen, schreiten dann zur Urne und werfen ihren Wahlzettel in die Urne

### Wie geht es nach der Kandidatenvorstellung weiter? Oberbürgermeister Gert Hager wird die Fraktionen fragen, ob sie eine Unterbrechung der Sitzung wünschen, um sich noch einmal intern zu beraten.

### Bereits im Vorfeld hat es Gespräche von Bewerbern mit Fraktionen gegeben. In der Sitzung am Dienstag werden die sechs Kandidaten, die in alphabetischer Reihenfolge ans Mikro treten, im Plenum ihre Ziele für die Arbeit als Baubürgermeister formulieren. Sie haben dafür jeweils 10 bis 15Minuten Zeit. Gleich im Anschluss an jede einzelne Präsentation können Stadträte nachhaken und Fragen stellen. Während der Präsentation eines der Kandidaten müssen sich die Mitbewerber außerhalb des Sitzungsaals, also etwa im Foyer, aufhalten.

### Wer soll auf Baubürgermeister Alexander Uhlig folgen? Die Antwort auf diese wegweisende Frage liefert der Gemeinderat am kommenden Dienstag – wenn alles glattläuft. Denn es gibt einige Unwägbarkeiten bei der Sitzung, die am 31. Mai um 16 Uhr im Großen Sitzungssaal des Ratssaalgebäudes beginnt.

ZUR PERSON

Sibylle Schüssler machte ihr Abitur 1976 am Fritz-Erler-Wirtschaftsgymnasium, an das sie als Referendarin nach ihrem Studium an der Albert-Ludwig-Universität in Freiburg, zurückkehrte. Zuvor hatte sie Politik und Germanistik, sowie einige Semester zusätzlich Geschichte und Volkswirtschaft auf Lehramt studiert.

Von 1994 bis 1998 war sie als Wahlkreismitarbeiterin im Deutschen Bundestag tätig. Dann kehrte sie in ihre Heimat zurück und arbeitete seit dem Jahr 2000 als Lehrerin an der Alfons Kern Schule. Seit 2014 ist sie außerdem Referentin für Qualitätsentwicklung und Evaluation am Landesinstitut für Schulentwicklung in Stuttgart.

Nebenbei war sie schon immer politisch aktiv. Seit 22 Jahren ist sie Mitglied des Gemeinderates und das mit Leib und Seele. Im Gemeinderat verschaffte sich die gebürtige Pforzheimerin besonderen Respekt durch ihre kritische Einschätzung der Derivate Geschäfte. Ihre Wachsamkeit und ihr Engagement haben die Entwicklung der Stadt positiv beeinflusst. Ferner kandidierte sie 2011 für den Landtag und ist seit 2009 in verschiedenen Gremien und Ausschüssen tätig. Dazu zählen der Ältestenrat und der Aufsichtsrat der Stadtwerke Pforzheim, sowie seit 2014 der Verwaltungsrat der Sparkasse Pforzheim Calw. Von 2012 bis 2015 war sie Mitglied im Beirat des Jobcenters Pforzheim. Zudem war Sibylle Schüssler von 2009 bis 2014 Mitglied im Werkeausschuss und ist bis heute im Finanzausschuss und Wirtschaftsförderungsausschuss tätig.

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