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Ein Brief mit arabischen Schriftzeichen auf einem Bildchen und eine Tondatei, in der eine Frauenstimme von giftigem Pulver aus obskuren Briefen und daran erkrankten Menschen schwadroniert - das sind die Bestandteile einer WhatsApp-Meldung, die PZ-news erreichte. Statt den Unfug zu teilen haben wir nachgefragt und festgestellt, dass es sich um eine Falschmeldung handelt.
Ein Brief mit arabischen Schriftzeichen auf einem Bildchen und eine Tondatei, in der eine Frauenstimme von giftigem Pulver aus obskuren Briefen und daran erkrankten Menschen schwadroniert - das sind die Bestandteile einer WhatsApp-Meldung, die PZ-news erreichte. Statt den Unfug zu teilen haben wir nachgefragt und festgestellt, dass es sich um eine Falschmeldung handelt.
17.11.2016

Warnung per WhatsApp: Giftiges Pulver in Briefumschlägen und CD-Hüllen

Giftiges Pulver in Briefumschlägen und CD-Hüllen mit aufgedruckten Texten in arabischen Schriftzeichen? Bloß nicht anfassen! Diese Warnmeldung liest und hört man gerade über Whatsapp – auch bei PZ-news ist sie gelandet. Das wirklich Gefährliche daran ist jedoch nicht das ominöse Pulver, sondern der fehlende Wahrheitsgehalt. Es gibt weder diesen gefährlichen Versand des Pulvers noch die zahlreichen Fälle von daran erkrankten Personen.

Die Polizei wertet die obskure Warnung, wie sie aktuell die Sozialen Netzwerke überschwemmen, als Falschmeldung und reine Panikmache. Wie die Polizei am Donnerstag in Rheinland-Pfalz auf Facebook meldete, schlug die Welle der Fälschungen nicht nur dort, sondern auch in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen auf. Bei einigen Polizeidienststellen gingen Anrufe besorgter Menschen ein, die solche Warnungen erhalten hatten, zum Teil als reine Textmeldung, manche mit Bild, einige sogar begleitet von einer Audiodatei, bei der eine weibliche Stimme davor warnt, diese Post aus dem Briefkasten zu holen.

Es wird sogar behauptet, dass bereits Personen, die das Pulver eingeatmet haben, in Krankenhäuser gebracht worden seien. Die Quelle dieser Behauptungen bleibt allerdings überall unklar. Fakt ist: Bei der Polizei Rheinland-Pfalz sind bislang keine Fälle bekannt, die diese Gerüchte auch nur ansatzweise bestätigen würden.

In einer Postfiliale in Bergheim bei Köln wurde ein Briefumschlag entdeckt, aus dem weißes Pulver herausrieselte. Die Polizei räumte einen Gebäudekomplex in der Innenstadt, in dem sich neben der Post auch ein großer Supermarkt befindet. Experten untersuchten die Substanz. Einem Sprecher der Feuerwehr zufolge handelte es sich dabei um Backpulver. Ähnliches geschah in Düsseldorf. In Köln brachten besorgte Bürger CDs zur Untersuchung auf die Polizeiwache. Aber auch dort gab es kein Gift und folglich auch keine Verletzten zu beklagen. Auf den CDs waren lediglich Verse aus dem Koran zu hören. 

Die Polizei empfiehlt, die angeblichen Warnmeldungen lieber zu löschen, anstatt zu teilen und den Unfug weiter zu verbreiten.

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