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Neben einem Wasserkocher und einer vollen Tüte haben Unbekannte Bretter neben den Glascontainer an der Bleichstraße gelegt. Foto: Erb
Neben einem Wasserkocher und einer vollen Tüte haben Unbekannte Bretter neben den Glascontainer an der Bleichstraße gelegt. Foto: Erb
Auf dem Platz vor dem verschlossenen Tor zum Eutinger Wertstoffhof liegt Sperrmüll, den die Insassen eines weißen Kombi am Sonntag dort deponierte. Foto: Privat
Auf dem Platz vor dem verschlossenen Tor zum Eutinger Wertstoffhof liegt Sperrmüll, den die Insassen eines weißen Kombi am Sonntag dort deponierte. Foto: Privat
14.11.2016

Wilder Sperrmüll in Pforzheim nimmt überhand

Pforzheim. Unter der Überschrift „Sperrmüllsünder müssen zahlen“ hatte die PZ in ihrer Samstagsausgabe über einen Müllberg berichtet, der sich vor einem Hochhaus im Sonnenhof auftürmte und für den Verursacher teure Folgen haben wird. Über das Wochenende meldeten PZ-Leser weitere Belege dafür, dass wilder Sperrmüll in der Stadt überhandnimmt. Mit der Kamera hat ein Eutinger festgehalten, was ein Müllsünder am Sonntag in der Nachbarschaft hinterlassen hat. Der Mann beobachtete, wie ein weißer Kombi am Sonntagnachmittag beim Wertstoffhof in Eutingen vorfuhr und vor dem verschlossenen Tor Sperrmüll ablagerte.

Das Bild zeigt, dass es sich überwiegend um Möbelteile handelt. Da der Augenzeuge den städtischen Behörden nicht nur die Aufnahmen und eine Beschreibung seiner Beobachtungen zur Verfügung stellte, sondern auch das Kennzeichen des Kombi mitteilen konnte, hat das Ordnungsamt einen vielversprechenden Ermittlungsansatz. Ebenfalls zu ahnden wären wilde Müllablagerungen, die an mehreren Glascontainern, etwa unweit der Kallhardtbrücke oder an der Hohlstraße, für ein unschönes Stadtbild sorgen. Wie berichtet, haben solche Halden oft zur Folge, dass weitere Bürger Sperrmüll dazustellen und die Berge rasch anwachsen.

Laut dem städtischen Sprecher Philip Mukherjee wird das Ordnungsamt – so wie bei dem Fall im Sonnenhof – auch bei der Eutinger Ablagerung die Ermittlungsarbeit aufnehmen. Verursachern droht eine empfindliche Geldbuße. Für wild entsorgte Einzelstücke reicht der Rahmen im Bußgeldkatalog des Landes von 50 bis 200 Euro. Für mehrere Einzelstücke sind 100 bis 300 Euro fällig. Bei wildem Sperrmüll bis zu einem Kubikmeter oder 200 Kilogramm werden 100 bis 500 Euro verlangt. Ist die Halde noch größer, kann das Bußgeld von 500 bis 2500 Euro betragen.

Der reguläre Weg der Entsorgung ist deutlich günstiger: Der Vollservice kostet zwar momentan 80, ab 2017 voraussichtlich 60 Euro, aber dafür werden bis drei Kubikmeter Sperrmüll aus der Wohnung oder dem Keller ins Entsorgungsfahrzeug getragen. Die Anmeldung kann über das Telefon des Service-Centers Abfallwirtschaft (0 72 31) 39 71 41 41 oder über das Internet (www.abfallwirtschaft-pforzheim.de) erfolgen. Deutlich preiswerter ist die Selbstanlieferung an die vier Wertstoffhöfe der Stadt Pforzheim, diese kostet fünf Euro bis drei Kubikmeter, ab 2017 wohl fünf Euro je Kubikmeter.

Zum Vergleich: Im Enzkreis kostet die Abholung von bis zu drei Kubikmetern Sperrmüll 51 Euro – allerdings muss man den Müll an der Straße bereitstellen. Die weitaus größten Sperrmüllmengen fallen im Enzkreis aber auf den Recyclinghöfen an, wohin die Bürger die ausrangierten Dinge selbst bringen. Der Kubikmeter kostet dort 5,20 Euro, ab Januar fallen sechs Euro an.

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