Bernd Neuner-Duttenhofer und Martina Meuth bauen ihr Gemüse im eigenen Garten an. Foto: Wdr/Luca Siermann
Pforzheim
„Wir sind praktisch Selbstversorger“: WDR-Fernsehköche präsentieren ihr Buch im PZ-Autorenforum

Bevor die Köche Martina Meuth Bernd Neuner-Duttenhofer ihr neues Kochbuch am 20. Februar im PZ-Autorenforum vorstellen, verraten sie im Interview, wie sich der Gemüseanbau in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat und wie man Kinder von Gemüse überzeugen kann.

PZ: Frau Meuth, Herr Neuner-Duttenhofer, manche Menschenleben nach dem Motto des Buches von Heinz Strunk: „Fleisch ist mein Gemüse“. Was sagen Sie solchen Leuten?

Martina Meuth: Diese Einseitigkeit ist doch langweilig. Das ist zwar ein schöner Satz, aber wenn man wirklich nur Fleisch isst und auf Gemüse verzichtet, dann hat man nicht viel von seinem Leben. Das ist ziemlich grau und einseitig.

Bio-Gemüse aus dem Discounter oder vom Bauernmarkt – wozu würden Sie raten?

Meuth: Diese Frage beantwortet sich fast schon von selbst (lacht).

Bernd Neuner-Duttenhofer: Auf der anderen Seite muss man natürlich sagen: Es kann nicht immer jeder auf den Bauernmarkt und dann muss man nach einer anderen Möglichkeit suchen. Es gibt Gemüse-Fachgeschäfte und Supermärkte, die Gemüse aus der Region führen. Es gibt also Alternativen, zu denen man mit gutem Gewissen gehen kann.

Bauen Sie selbst Gemüse an?

Meuth: Ja, natürlich. Wir haben einen großen Gemüsegarten. Sobald die Jahreszeit es zulässt, sind wir praktisch Selbstversorger und freuen uns jetzt schon auf den ersten Schnittlauch. In unserem kleinen Glashaus haben wir den Liebstöckel stehen – ich beobachte schon seit zwei Wochen, wie er sich jeden Tag mehr aus der Erde schiebt, und jetzt kann man ihn schon ernten.

Neuner-Duttenhofer: Aber man kann sowieso immer etwas ernten: Die Kohlröschen überstehen den Winter im Garten gut.

Welche Sorten vermissen Sie in Deutschland?

Meuth: Es gibt wunderbare Gemüse wie die Puntarelle – nur leider ist das ein Wintergemüse in Italien und in unseren Breitengraden nur schwer zu bekommen. Und auch der italienische Schwarzkohl ist hierzulande nicht leicht zu bekommen. Daher versuchen wir, diesen Kohl in unserem Garten anzubauen – allerdings zu einer anderen Jahreszeit.

Neuner-Duttenhofer: Aber der Kohl wächst auch im Sommer bei uns nicht so richtig. Wenn es so heiß ist wie in den vergangenen Jahren, werden die Blätter hart und das mag er nicht. Sehr viele Gemüse sind Mittelmeerraum ja eigentlich Wintersorten, so wie Blumenkohl oder Brokkoli. Und die werden bei uns im Sommer nicht so gut wie im Winter in Italien. Deswegen sagen wir: Wenn die Saison für diese Gemüse im Mittelmeerraum ist, dann kann man von dort auch etwas importieren. Wir sind nur dagegen, dass man dort Sachen anpflanzt, die man bei uns im Sommer hervorragend haben kann.

Haben Sie eine Lieblingssorte, mit der Sie besonders gerne kochen?

Meuth: Ja. Eigentlich immer gerade das Gemüse, dass seine Hochsaison hat und im Zenit seines Geschmacks steht. Ich persönlich liebe Erbsen. Die verlangen einem zwar etwas Arbeit ab, sind aber wirklich sehr lecker.

Mehr Fragen und Antworten lesen Sie am Donnerstag, 13. Februar, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Die Autoren

Martina Meuth wurde 1948 in Stuttgart geboren. Nach der Ausbildung an der Münchener Journalistenschule arbeitete sie bei den Zeitschriften Eltern und Freundin. Bernd Neuner-Duttenhofer, genannt Moritz, wurde 1943 in Hopfach geboren. Er studierte Theatergeschichte, Soziologie und Kunstgeschichte. Die beiden sind seit 1983 verheiratet. Seit 1988 moderieren sie mit „Kochen mit Martina und Moritz“ (früher: „Servicezeit: Essen & Trinken“) eine der ältesten Kochsendungen Deutschlands. Das Eherpaar lebt auf einem Apfelgut im Nordschwarzwald, das er geerbt hat.

Eintrittskarten...

... für das PZ-Autorenforum mit „Martina und Moritz“ am Donnerstag, 20. Februar, 19 Uhr im PZ-Forum (Ecke Post-/Luisenstraße) gibt es für 8,50 Euro (5,50 Euro mit PZ-Abocard) unter (0 72 31) 93 31 25 oder online unter www.pz-forum.de