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Geehrt: Kreisvorsitzender Reinhard Gallistl mit Otto Obermaier, Gisela Maier, Simon Schwegler, Joachim Schönborn und Mario Di Battista (von links).  Foto: Roller 

Wirte fürchten Gesetzesverschärfung: Geplantes Verbot von Rauchen im Außenbereich sorgt bei Dehoga für Gesprächsstoff

Pforzheim-Eutingen. Von einem „Schlag ins Genick“ für viele Gastronomen spricht Joachim Schönborn in Bezug auf die vom Landessozialministerium geplante drastische Verschärfung des Nichtraucherschutzgesetzes, die nun auch noch das Rauchen in Außenbereichen verbieten will. Sollte das tatsächlich kommen, befürchtet der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Dehoga massive Schäden und Probleme für die gesamte Branche.

Als er beim Familienabend der Dehoga-Kreisstelle Enzkreis Pforzheim im Eutinger Restaurant „Stadt-Pforzheim Bären“ vor rund 60 Zuhörern spricht, betont Schönborn: Das bisher gültige Nichtraucherschutzgesetz habe sich bewährt und funktioniere in der Praxis gut. Dass man sich gegen die geplante Verschärfung ausspreche, bedeute nicht, dass man das Rauchen verteidigen wolle: Man stelle sich nicht schützend vor die Raucher, sondern vor diejenigen Gastronomen, die zum Teil erheblich investiert haben, um das bisher gültige Gesetz umsetzen zu können.

Auch sonst gibt es einige Themen, die der Branche derzeit zu schaffen machen. Etwa die Mehrwertsteuer. Unter dem Motto „Porzellan statt Plastik“ hat die Dehoga in Bayern vor gut einem Monat eine Online-Petition gestartet, die die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf alle Speisen fordert. Sieben Prozent Steuer auf Plastikmüll, aber 19 Prozent für das Essen auf Porzellangeschirr, das sei nicht in Ordnung, sagt Schönborn und erklärt: In Baden-Württemberg unterstütze man voll und ganz die in Bayern gestartete Petition, für die mindestens 50 000 Unterschriften notwendig seien.

Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer kommt beim Familienabend außerdem auf die Hogarente zu sprechen, berichtet von baden-württembergischen Erfolgen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften und warnt die Zuhörer eindringlich vor der „Phantomlohnfalle“. Von dieser sind besonders alle Arbeitgeber gefährdet, die mit ihren Aushilfen gar keine schriftlichen Vereinbarungen oder keine Vereinbarungen zur wöchentlichen und täglichen Arbeitszeit getroffen haben.

Kreisvorsitzender Reinhard Gallistl blickt auf das vergangene Jahr zurück: auf das Frühlingsfest in Stuttgart mit 4000 Kollegen, auf die Hauptversammlung in Birkenfeld und auf die monatlichen Treffen zum Stammtisch. Auch im kommenden Jahr stehe für die Dehoga einiges an, sagt Gallistl und verweist unter anderem auf den geplanten Besuch der Gastronomiemesse Intergastra. Die rund 60 Gäste des Familienabends genießen ein köstliches Vier-Gänge-Menü, führen Gespräche und lauschen der Musik. Insgesamt hat die Dehoga in Baden-Württemberg rund 12 000 Mitgliedsbetriebe, bundesweit sind es rund 70 000.

Beim Familienabend ehren Schönborn und Gallistl auch verdiente Mitglieder. Eine Ehrung für 15-jährige Treue geht an Simon Schwegler vom Goldenen Ochsen und an Mario Di Battista vom Restaurant-Pizzeria Da Mario. Für 50 Jahre Mitgliedschaft werden Gisela Maier vom Restaurant Blumenhecke-Stüble und Otto Obermaier geehrt.