Pforzheim. Der Boden für den Nachwuchs der deutschen Forscher-Elite wird auch an der Pforzheimer Johanna-Wittum-Schule bereitet. Dort drückte einst etwa Melanie Sieder die Schulbank.
Nach dem Abitur im Jahr 2012 machte sie erst den Bachelor, dann den Master und arbeitet heute an ihrem Doktorgrad in Molekularer Medizin. Dass sie soweit gekommen ist, ihre Leidenschaft und Begabung für die hochkomplizierte Wissenschaft geweckt wurde, verdankt sie auch dem Austauschprogramm, das die Johanna-Wittum-Schule seit zehn Jahren mit einer Schule im US-amerikanischen South Carolina betreibt.
Das Jubiläum des sogenannten Research Experience Scholars Programm, das zehn Jahre lang vom Schweizer Pharma-Unternehmen Roche finanziert wurde, war Anlass für eine Feier und eine Rückschau in der Johanna-Wittum-Schule. Dabei blickte nicht nur Jürgen Braun, Lehrer an der Schule sowie geistiger Vater des Programms, auf die erfolgreiche Zusammenarbeit zurück, sondern auch zahlreiche Absolventen, ehemalige Schüler, die dadurch ihre Grundlagen und ihre Begeisterung für angewandte Biotechnologie ausgeweitet haben und inzwischen erfolgreich in dieser Richtung studieren und forschen.
Das Wissen findet unter anderem in der komplexen Krebs-Forschung Anwendung und ist für Studentinnen wie Melanie Sieder der ehrgeizige Antrieb: „Ich möchte künftig daran mitarbeiten, Menschen von Krankheiten zu befreien.“ Um Krebs ging es auch anschließend beim Vortrag von Stefan Pusch vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, das sich ebenfalls an dem Austausch- und Forschungsprojekt mit der Johanna Wittum-Schule beteiligt hatte.
Neue Sponsoren gesucht
Über den Zeitraum der vergangenen Jahre waren jährlich jeweils drei bis vier Schüler an der Gastschule in South Carolina sowie in den Forschungslabors in Heidelberg aktiv. Nachdem die Unterstützung durch Roche nun ausgelaufen ist, hofft Jürgen Braun auf neue Sponsoren und Wege, das erfolgreiche Programm an der Johanna-Wittum-Schule fortsetzen zu können.

