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Alle, denen die Frisurprobleme über den Kopf wachsen, sind in guter Gesellschaft, zeigt das „barbers“-Team. Illustration: Barbers 

„You are not alone“: Friseure aus Pforzheim solidarisieren sich mit dem Rest der Gesellschaft

Dass einen der Friseur, zumal aktuell geschlossen, zum Schmunzeln bringt, ist dieser Tage eine Seltenheit. Und eine echte Wohltat. „You are not alone“ (Ihr seid nicht allein) lautet die Botschaft, die das Team von „barbers“ jüngst verschickt hat. Zusammen mit einer Collage der haarigen Auswüchse auf den Köpfen der Profis. „Ich habe mittlerweile eine ansehnliche Surferfrisur“, erzählt Andreas Klug, einer der beiden Inhaber, der PZ.

Die Botschaft dahinter: Die Kunden sollen die verwachsene „Friese“ als Statement für die Gesellschaft tragen, aus Respekt vor den Betroffenen und gegen schwarze Geschäfte. „Ich finde es seltsam, wenn Politiker mit korrekt geschnittenen Haaren vor die Kamera treten“, sagt er. „Sie müssten doch ebenfalls anfangen, verwahrlost auszusehen.“

Geschlossene Friseure: Haben Sie schon selbst zur Schere gegriffen?
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Zum Lachen zumute ist Klug dennoch nicht. „Langsam beginnen die schlaflosen Nächte“, gesteht der Friseurmeister. Zumal neben zwei Inhaberfamilien 20 Mitarbeiter vom Umsatz leben, den es aktuell nicht gibt. Dennoch warte man lieber noch zwei weitere Wochen, müsse das Ende des Lockdowns wohlüberlegt sein. Zumal der Neustart bei rund 1000 Kunden monatlich einen Kraftakt darstelle.

"barbers" hält Kunden bei Laune

Die Kapazität werde aufgrund der Hygienevorschriften zunächst geringer sein, die Nachfrage enorm. „Es wird also eine erneute Geduldsübung“, so Klug. Auch für ihn: „Wie der Kapitän als Letzter das Schiff verlässt, wird mir ganz zum Schluss ein neuer Schnitt verpasst.“ Schon zuvor hatte „barbers“ die Kunden mit Ansatzfarbe zum Abholen und Haarschnitt-Abos bei Laune gehalten.

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Anke Baumgärtel

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