nach oben
Die Pforzheimer Bäderlandschaft könnte das Emma-Jaeger-Bad und das Huchenfelder Bad weiterhin behalten - allerdings als Neubauten.
Die Pforzheimer Bäderlandschaft könnte das Emma-Jaeger-Bad und das Huchenfelder Bad weiterhin behalten - allerdings als Neubauten. © Symbolbild: Ketterl
04.06.2019

Zukunft von "Emma" und Huchenfelder Bad: Das hat der Gemeinderat entschieden

Pforzheim. Das Misstrauen ist groß zwischen der Stadtverwaltung und Teilen des Gemeinderats, wenn es darum geht, einen Weg aus der Pforzheimer Bäder-Misere zu beschreiten.

Erst nach langer Diskussion stimmte das Gremium am Dienstag mit den Stimmen der CDU, der SPD, der Bündnisgrünen und der FDP dem Wirtschaftsplan 2019/20 des Eigenbetriebs Pforzheimer Verkehrs- und Bäderbetriebe (EPVB) zu und billigte dann, um voranzukommen, in ähnlichen Konstellationen auch die Rahmenzeitpläne für den Abriss der wegen Baufälligkeit geschlossenen Hallenbäder in der Innenstadt und in Huchenfeld. Widerstände gab es von Freien Wählern, Unabhängigen Bürgern, aber auch Grüner Liste.

Deren Stadtrat Emre Nazli erneuerte die Kritik daran, dass der Wirtschaftsplan zu wenig Konkretes aussage und die Stadt kurzfristig bekannt gegeben hatte, dass nach dieser Saison auch das Wartberg-Freibad ohne größere Sanierung nicht mehr betrieben werden könne. Er fürchtet, dass OB Peter Boch und der Erste Bürgermeister Dirk Büscher so Fakten schaffen wollen, um das von einer Ratsmehrheit 2018 abgelehnte Kombibad auf dem Wartberg doch noch zu bauen, wenn erst einmal der Abriss des innerstädtischen „Emma“ erfolgt sei.

OB Boch bittet, ihm zu vertrauen

Umgekehrt stimmten nicht alle CDU-Stadträte dem Rahmenterminplan für einen „Emma“-Neubau zu, weil sie diese Variante weiter die unvernünftigere finden. Boch warb um Vertrauen in sein Versprechen, das beschlossene Innenstadtbad bauen zu wollen: „Nehmen Sie mich beim Wort.“ Eine große Mehrheit gab es indes für die Zeitplanung von Abriss und Neubau des Stadtteilbads Huchenfeld, nachdem der Wirtschaftsplan beschlossen und somit die finanzielle Grundlage gelegt war. Letztlich hegen im Gemeinderat lediglich Freie Wähler und Unabhängige Bürger hier Zweifel daran, dass das stillgelegte Gebäude nicht mehr zu retten ist und ein Abriss mit folgendem Neubau der letztlich einzige Weg zu einem wieder geöffneten Stadtteilbad ist.

In einer seiner letzten Sitzungen ging CDU-Stadtrat Carsten von Zepelin, der bei der Kommunalwahl nicht mehr kandidiert hatte, den Freie-Wähler-Stadtrat Michael Schwarz scharf an: „Es ist unerträglich, wie Sie immer wieder Fragen stellen, die Ihnen im persönlichen Gespräch längst erläutert worden sind“. Dies sei Schaulaufen vor Publikum und verlängere die Sitzungen unnötig. Kritik an der späten Vorlage des EPVB-Jahresabschlusses für 2016 führte indes dazu, dass nur 19 Stadträte ihm zustimmten – viele enthielten sich, AfD, Freie Wähler, UB und Grüne-Liste-Stadtrat Nazli stimmten dagegen.