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Die Medien- und IT-Initiative ergreift auch in Sachen Stadtentwicklung die Initiative. Gegenüber den PZ-Journalisten Marek Klimanski und Thomas Satinsky erläutern Hanns Peter Kirschler (ib company), Erwin Geisler (Gründer der IT-Initiative), Philipp Bauknecht (Medialesson), Matthias Zeh (ib company)und Marcel Hanselmann (E+H Heinzmann GmbH, von links), warum sie die Innenstadt-Ost wollen. Foto: Ketterl
Die Medien- und IT-Initiative ergreift auch in Sachen Stadtentwicklung die Initiative. Gegenüber den PZ-Journalisten Marek Klimanski und Thomas Satinsky erläutern Hanns Peter Kirschler (ib company), Erwin Geisler (Gründer der IT-Initiative), Philipp Bauknecht (Medialesson), Matthias Zeh (ib company)und Marcel Hanselmann (E+H Heinzmann GmbH, von links), warum sie die Innenstadt-Ost wollen. Foto: Ketterl
10.08.2018

Zukunftsbranche fordert: Innenstadt-Ost muss kommen

Pforzheim. IT- und Medienunternehmen in Pforzheim wollen die Umsetzung des Projekts. Die Sorge um Attraktivität für Fachkräfte und Angst vor desaströsen Signale an die Wirtschaft bewegt sie, von sich aus die Initiative zu ergreifen und auf Nachahmer zu hoffen.

Pforzheim. Vergangene Woche ist es schon wieder passiert. „Ich hatte eine Absage“, sagt Philipp Bauknecht, Gründer und Geschäftsführer des erfolgreichen Pforzheimer IT-Unternehmens Medialesson, das beispielsweise für Branchenriesen wie Zalando den Onlineshop für Windows entwickelt hat. Der Wunsch-Mitarbeiter sagte Nein zu einem attraktiven Arbeitgeber, an dem vieles stimmt, außer der Wohn-Standort. Städtisch soll der sein, am besten großstädtisch – es geht nicht ums Häuschen im Grünen –, aber mit Flair und nicht verratzt. Daran hapert es in Pforzheim. Diese Berichte sind von hiesigen Unternehmern oft zu hören, und alle Vertreter der Medien- und IT-Initiative Pforzheim pflichten Philipp Bauknecht bei.

Sie sind von sich aus auf die Zeitung zugekommen, um für das Vorhaben Innenstadtgestaltung Ost zu sprechen, das sie gefährdet sehen – und mit ihm die gesamte Stadtentwicklung. Zentral gelegener Wohnraum für genau ihre Art von Mitarbeitern könne jüngere, städtisch geprägte, hoch qualifizierte Leute aus der Informationstechnologie- und Medienbranche für Pforzheim gewinnen. Diese seien es gewöhnt, gar kein zu Auto brauchen. Nicht für den Weg zur Arbeit, nicht fürs Ausgehen, nicht fürs Einkaufen. Und dann sehen sie die Osthälfte der Pforzheimer City. „Alles östlich von C&A hat doch keine Qualität“, sagt Bauknecht. Das Schlimmste sei, dass – wenn die für dieses Areal beschlossene Umgestaltung nicht komme – , zehn, 15 Jahre lang gar nichts geschehe. „Es gibt keinen Plan B“, sagt Bauknecht.

Vor vier Jahren habe es einen Gemeinderatsbeschluss gegeben, sich mit diesem Projekt grundsätzlich auf den Weg zu machen, sagt Hanns Peter Kirschler (ib company). „Das hat Investoren angezogen, die bereit sind, in Pforzheim hundert Millionen Euro auszugeben.“ Es gehe auch darum, ein verlässlicher Partner zu sein. Unternehmen hassen kaum etwas mehr als Unberechenbarkeit der Politik. „Wir stehen da im Wettbewerb mit vielen Städten.“ Auf das Vorhaben jetzt noch zu verzichten, hieße, geschenkte 100 Millionen Invest nicht anzunehmen.Bäder, Kitas, Schulen könne man nur unterhalten, wenn die Wirtschaft läuft, und dafür müsse man etwas tun. „Wer aufhört, zu investieren, hat sich aufgegeben.“ Auch Städte.

Was die Sperrung des Schloßbergs für den Durchgangsverkehr angeht: „Der war ja schon vier Monate zu – und keiner hat es gemerkt“, sagt Matthias Zeh. Die Verkehrssituation sei nicht wegen des Schloßbergs prekär, sondern weil der Innenstadtring nicht konsequent zu Ende entwickelt wurde – wie vieles in Pforzheim. Genau das wollen sie anders haben.

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