Pforzheim/Stuttgart. Deutschlandweit leben laut der Tierschutzorganisation Peta etwa zwei Millionen heimatlose Katzen unter schlimmsten Bedingungen und vermehren sich oft ungehindert. Unzählige von ihnen sind durch Tierquäler gefährdet oder leiden oftmals ihr Leben lang an schweren, unversorgten Krankheiten.
Um dieses Tierleid zu verringern, hat der Pforzheimer Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am Montag für eine Katzenschutzverordnung gestimmt. Diese soll dazu beitragen, dass Freigängerkatzen kastriert, sie mittels eines Mikrochips gekennzeichnet werden und so die Population von heimatlosen Katzen auf Dauer reduziert wird. Peta lobt in einer Pressemitteilung diese „tierfreundliche Entscheidung“ und fordert vom Land Baden-Württemberg eine landesweite Katzenschutzverordnung.


Leid der Tiere überzeugt: Pforzheimer Ausschuss stimmt für Katzenschutzverordnung
Reduzierung von Tierleid
„Die Entscheidung des Ausschusses bedeutet für viele Freigänger und heimatlose Katzen auf Dauer eine deutliche Reduzierung von Tierleid. Wir bedanken uns für die tierfreundliche und wegweisende Entscheidung“, erklärt Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei Peta. Nun sei es nur folgerichtig, würden andere Gemeinden und Städte nachziehen. Lokale Verordnungen seien aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, weil die Vierbeiner keine Ortsgrenzen kennen.
„Deshalb appellieren wir an Minister Peter Hauk, endlich eine landesweite Verordnung zum Schutz der Tiere und zur Verringerung ihres Leids zu erlassen.“
Aktuell seien zahlreiche Tierheime in Deutschland überfüllt und verhängten Aufnahmestopps – insbesondere Katzen könnten kaum noch untergebracht werden. Dies ist auch in Pforzheim der Fall, was die PZ recherchiert hat. Die Vierbeiner zu versorgen, strapaziert laut Peta zudem Tierschutzvereine und Katzenhilfen finanziell und fordert ihre Mitarbeitenden bis an die Belastungsgrenze.


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Rein rechnerisch könnten eine unkastrierte Katze und ihre Kinder innerhalb von sieben Jahren bis zu 370 000 Nachkommen zeugen. In über 1100 Städten und Gemeinden in Deutschland bestehe bereits Kastrationspflicht. Eine derartige Verordnung könne neben der Regulierung der Population die Verbreitung bestimmter Krankheiten maßgeblich eindämmen. „Und laut einer Studie gelten zu viele heimatlose Katzen als eine weltweite Gefahr für die Artenvielfalt“, so Peta.


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