Klimaaktivisten legen Flugverkehr in Frankfurt lahm
Die Fluggäste am Frankfurter Airport sind am Morgem stark verunsichert
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Flugverkehr in Frankfurt wegen Klimaaktivisten eingestellt
Festgeklebt auf dem Vorfeld - da kommt kein Flugzeug durch
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Flugverkehr in Frankfurt wegen Klimaaktivisten eingestellt
Polizei und Feuerwehr nehmen sich der Klimaaktivisten an
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Flugverkehr in Frankfurt wegen Klimaaktivisten eingestellt
Wieder war es den Klimaaktivisten gelungen, auf das Flughafengelände vorzudringen
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Flugverkehr in Frankfurt wegen Klimaaktivisten eingestellt
Nicht alle Aktivisten schafften es aufs Flughafengelände - eine Person sei am Zaun hängengeblieben, berichtete die Bundespolizei.
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Klimaaktivisten legen Flugverkehr in Frankfurt lahm
Auf der Anzeigentafel sind die stornierten Flüge zu sehen.
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Klimaaktivisten legen Flugverkehr in Frankfurt lahm
140 Flüge wurden wegen der Störaktion am Morgen annulliert
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Flugverkehr in Frankfurt wegen Klimaaktivisten eingestellt
Die Auswirkungen des Klimaprotests währten nicht lange - noch vor 8.00 Uhr waren alle vier Bahnen des Flughafens wieder im Betrieb.
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Flugverkehr in Frankfurt wegen Klimaaktivisten eingestellt
Der Betrieb am Flughafen geht wieder los - und zugleich die Debatten um die Protestaktion zur Ferienzeit.
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Politik
Ausfälle nach Kleber-Attacke am Flughafen Frankfurt: Pflegekräfte aus Kamerun kommen nicht in Pforzheim an

Frankfurt/Pforzheim. Mit einer Klebeaktion auf den Landebahnen haben Klima-Demonstranten den Betrieb am Frankfurter Flughafen für Stunden lahmgelegt. Passagiere mussten Geduld aufbringen, denn in den Terminals bildeten sich lange Warteschlangen. Laut Flughafenbetreiber Fraport wurden rund 170 der 1400 für Donnerstag geplanten Flüge annulliert. Die Zahl könne sich im Laufe des Tages noch weiter erhöhen, wenn die Fluggesellschaften weitere Flüge streichen. Laut deutscher Flugsicherung sollen die Flugbewegungen noch bis in den Nachmittag begrenzt werden, um einen sicheren Ablauf zu gewährleisten. 

Die insgesamt acht Aktivisten seien gegen 5 Uhr auf das eingezäunte Gelände vorgedrungen, berichtet die Bundespolizei. Während ein Mensch am Zaun hängengeblieben war, konnten sieben Personen am frühen Morgen in den Sicherheitsbereich vordringen und sich an den Köpfen der beiden zentralen Start- und Landebahnen festkleben. Dort wurden sie zunächst von Beamten festgesetzt und später an die hessische Landespolizei übergeben, nachdem sie vom Boden abgelöst worden waren. Noch vor 8 Uhr waren alle vier Bahnen des größten deutschen Flughafens wieder im Betrieb.

Angehende Pflegekräfte der Caritas sitzen in Brüssel fest

Auswirkungen hatte die Aktion auch für die Caritas in Pforzheim, wie deren Direktor Frank Johannes Lemke in einer Mitteilung schreibt: "Es ist schon skandalös, wie vermeintliche Klimaaktivisten weite Teile des öffentlichen Lebens lahmlegen und jetzt auch noch die Pflege von notleidenden Menschen verhindern." Denn: Am Donnerstagmorgen seien Mitarbeiterin der Pforzheimer Caritas bereits auf dem Weg zum Frankfurter Flughafen gewesen, um acht angehende Pflegefachkräfte aus Kamerun abzuholen. Die säßen nun in Brüssel fest und wüssten nicht, wie es weitergehe. Dabei habe die Caritas sie schon bald zum Einsatz in der Pflege vorgesehen. Durch die zeitliche Verzögerung müsse nun wieder alles umgeplant werden. "Das nervt nicht nur, sondern bedeutet für die Stammmitarbeiter gleich wieder Sonderschichten", schimpft Lemke. Er nennt die Aktion "völlig unangemessen": Die Weltverbesserer würden in Wirklichkeit vieles verschlechtern.

Wie schon am Mittwoch nach ähnlichen Aktionen in Köln/Bonn, London oder Oslo bekannte sich die Gruppe "Letzte Generation" zu der Attacke. "Die weitere Förderung und Verbrennung von Öl, Gas und Kohle ist eine Bedrohung unserer Existenz", hieß es in einem Post auf der Plattform X: "Wir haben uns international zusammengeschlossen: Raus aus den Fossilen bis 2030!" 

"Letzte Generation" bekennt sich 

Die "Letzte Generation" sprach von sechs Menschen, die mit kleinen Kneifzangen Öffnungen im Maschendrahtzaun geschnitten hätten und dann zu Fuß, mit Fahrrädern und Skateboards an verschiedene Punkte um die Start- und Landebahnen gelangt seien. Sie zeigten demnach Plakate mit der Aufschrift "Öl tötet".

Auch nach der Wiederaufnahme des Flugbetriebs sei für den weiteren Tagesverlauf mit Verzögerungen zu rechnen, berichtete der Betreiber Fraport. Fluggäste würden gebeten, vor Anreise an den Flughafen ihren Flugstatus auf den Internetseiten der Fluggesellschaften zu prüfen. Einige ursprünglich für Frankfurt geplante Flüge landeten am Morgen auf Nachbarflughäfen wie Nürnberg oder Köln-Bonn. 

An den Schaltern der Lufthansa bildete sich seit dem Morgen eine sehr lange Schlange. Der Flughafen bietet in der Haupthalle bei Terminal A auch kostenloses Wasser für die Passagiere an.

Politiker verurteilen Aktion 

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) kritisierte die Störaktion scharf: "Diesen unverantwortlichen und kriminellen Klima-Chaoten geht es einzig und allein darum, möglichst großen Schaden anzurichten", teilte der Regierungschef auf der Plattform X mit. «Und das auf dem Rücken Tausender Urlauber, die sich auf ein paar Tage Ferien freuen. Wer derart die Sicherheit gefährdet, muss hart bestraft werden.»

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) sagte der "Bild": "Darauf muss der Gesetzgeber mit maximaler Härte reagieren. Wir haben die Verschärfung der Strafen für solche kriminellen Machenschaften bereits auf den Weg gebracht." Das Kabinett hatte in der vergangenen Woche Strafverschärfungen bei Eingriffen in den Luftverkehr beschlossen. Darüber muss jedoch noch der Bundestag entscheiden. 

Ein Fraport-Sprecher verurteilte die Aktionen ebenfalls. Sie gefährdeten den Flugbetrieb und damit letztendlich Menschenleben: "Den Tätern drohen empfindliche Strafen und hohe zivilrechtliche Schadensersatzforderungen." In Frankfurt gebe es über 30 Kilometer Zaun, die technisch gesichert seien und mit Streifen kontrolliert würden. Oberstes Ziel der Alarmketten sei es, dass niemand zu Schaden kommt und eventuell eingedrungene Personen schnell und sicher aufgegriffen werden können.

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