Viele Betriebe sind laut Bauernverband in bedrohlicher Lage. (Archivbild)
Roberto Pfeil/dpa
Politik
Bauern in der Klimakrise: Braucht die Landwirtschaft Staatshilfe oder mehr Eigenverantwortung?

Dürre, Hitze und Starkregen setzen Landwirte zunehmend unter Druck. Doch sollte der Staat Bauern finanziell unterstützen – oder müssen sich die Betriebe stärker selbst gegen die Folgen des Klimawandels absichern? Zwei PZ-Redakteure vertreten unterschiedliche Positionen.

Pro: Lothar Neff, PZ-Redakteur

Der Klimawandel ist auf vielen Bauernhöfen längst bittere Realität. Trockenheit und Hitze führen zu Ertragseinbußen, abwechselnd machen Starkregen, Spätfröste sowie neue Schädlinge den Bauern das arbeitsreiche Leben noch schwerer.

Eine starke heimische Landwirtschaft ist wichtig für die Ernährungssicherheit. Beim Gaspreis haben wir im Ukrainekrieg erlebt, was passiert, wenn man sich zu stark von Importen abhängig macht. Der Staat muss den Bauern helfen, bevor noch mehr Betriebe in den Ruin getrieben werden.

Viele Landwirte haben ihre Hausaufgaben gemacht, ihren Anbau umgestellt, etwa durch vielfältigere Fruchtfolgen, widerstandsfähigere und effizientere Sorten, bodenschonende Verfahren und eine bessere Wassernutzung. Dafür brauchen sie aber verlässliche Rahmenbedingungen und finanzielle Unterstützung.

Zudem müssen die Verbraucher bereit sein, für heimische Produkte aus ökologisch verträglichem Anbau auch einen fairen Preis zu bezahlen.

Umfrage der Woche: Staatliche Hilfen für Landwirte?

Kontra: Katharina Lindt, PZ-Redakteurin

Die Dürre trifft die Landwirte mit voller Wucht: Nicht nur bei der Ernte müssen sie Einbußen hinnehmen, auch das Futter für die Tiere wird knapp. Keine Frage, die Lage ist ernst. Doch der Ruf der Landwirtschaftsverbände nach staatlicher Unterstützung kommt fast schneller als die Automobilindustrie ‚Autogipfel‘ sagen kann.

Dabei sind Landwirte Unternehmer. Dürren gehören zum unternehmerischen Risiko – und die Betriebe sind gefordert, sich dagegen abzusichern. In anderen Ländern, etwa den USA oder Frankreich, schließen Betriebe Mehrgefahrenversicherungen ab. Der Staat bezuschusst die Prämien und stärkt damit die Eigenverantwortung der Betriebe – statt jedes Mal milliardenschwere Forderungen zu bedienen.

Hierzulande gibt es hingegen keine bundesweit einheitliche Förderung. Länder wie Bayern bezuschussen die Prämie, andere nicht. Gerade bei Dürre fehlt also ein bezahlbarer Schutz. Stattdessen hoffen Landwirte auf den Staat. In Zeiten klammer Kassen muss die Politik diesen Flickenteppich endlich beenden.

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