Französischer Außenminister Jean-Noël Barrot
Frankreich werde in Abu Dhabi sein, um an den Ukraine-Russland-Gesprächen teilzunehmen, versicherte Barrot in einem Interview. (Archivbild)
Michael Brandt/dpa
Politik
Paris pocht auf Europas Beteiligung an Ukraine-Gesprächen

Frankreich und Europa werden dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot zufolge bei den anstehenden Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland unter US-Vermittlung «vertreten» sein. Französische Unterhändler würden in Abu Dhabi sein, um an diesen Gesprächen teilzunehmen, versicherte Barrot im Interview des Senders RTL. Zu Details äußerte er sich nicht. «Ich kann Ihnen noch nicht sagen, wer Frankreich bei dieser Gelegenheit vertreten wird», sagte Barrot. 

Der Minister erklärte, die Europäer hätten in den vergangenen Wochen ihre Stimme erhoben und den US-Vermittlern deutlich gemacht, dass keine Diskussion über die Zukunft des Kontinents an ihren Forderungen vorbeigehen könne. «Frankreich wird dabei sein und der Stimme Europas Gehör verschaffen, das in erster Linie betroffen ist», führte Barrot aus.

Trump stellt «großes Abkommen» in Aussicht

Die Gespräche sind für Dienstag und Mittwoch vorgesehen und sollen sich unter anderem um die nächsten Schritte auf dem Weg zum Frieden in dem seit Jahren andauernden Ukraine-Krieg drehen. US-Präsident Donald Trump sprach von einem «großen Abkommen», einem bislang wenig konkretisierten Friedensplan, der ganz Europa und Russland umfassen soll. Dazu gefragt, sagte Barrot: «Ich kenne die Details nicht.» Es verstehe sich von selbst, dass kein Abkommen, das Auswirkungen auf die europäische Sicherheitsarchitektur habe, ohne die Europäer ausgearbeitet oder auch nur diskutiert werden könne.

Vorschlag von neuer europäischer Sicherheitsordnung

Trumps Schwiegersohn und Unterhändler Jared Kushner beschrieb auf der Plattform X eine Sicherheitsordnung, die auf Kommunikation, militärischer Transparenz und der Verringerung von Eskalationsrisiken fußen solle. Er gab an, dass die USA sich am Rande der Gespräche mit den europäischen Partnern «eng abstimmen» würden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich skeptisch zu dem Vorschlag der neuen europäischen Sicherheitsordnung geäußert. Erst müsse darüber diskutiert werden, wie der Krieg beendet wird, schrieb er auf X.

© dpa-infocom, dpa:261108-930-964213/1

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