Im Jahr 2026 geht es rund: in gleich fünf Bundesländern wählen die Menschen ein neues Landesparlament. Betrachtet man die jüngsten Umfragen, so wird der Osten der Republik dominiert von einer sehr starken AfD. Aber auch in Baden-Württemberg liegt die Partei bei den meisten Wahlforschern hinter der CDU auf Platz zwei knapp vor den Grünen, aber deutlich vor der SPD.
Ein Kommentar von dem Geschäftsführenden Verleger Thomas Satinsky
Nun gewinnen Politiker Wahlen nicht mit Umfragen, aber der Trend ist klar. Die SPD hat sich mit ihrer Politik für Minderheiten und gegen eine arbeitende Mehrheit der Bevölkerung ins Abseits manövriert. Besonders die linken Sozialdemokraten sind nicht mehr nah bei den Menschen. Sie haben den Kontakt zur gesellschaftlichen Mehrheit verloren. Die AfD tut so, als ob sie bodenständige Realpolitik anstrebe, was keinesfalls stimmt. Wer sich gegen die EU ausspricht und letztlich mit dem Kriegstreiber Putin sympathisiert, passt nicht ins Parteiengefüge. Dass die AfD in Teilen rechtsextrem ist, spielt dabei erst einmal keine Rolle, entscheidend ist, dass sie insgesamt antidemokratische Ziele verfolgt.


Landtags- und zahlreiche Bürgermeisterwahlen: Ein Jahr mit echtem Superwahltag in der Region
Wenn also am 8. März in Baden-Württemberg die Landtagswahlen stattfinden, geht es um den künftigen Ministerpräsidenten – Winfried Kretschmann tritt nicht mehr an – aber auch darum, wer mit wem die Regierung bildet. Die Kontrahenten sind klar: Manuel Hagel für die CDU und Cem Özdemir für die Grünen. Ebenso kämpfen AfD, SPD, Linke und FDP um den Einzug ins Landesparlament. Neben Hagel hat sich Özdemir früh positioniert. Der Grünen-Politiker drängt mit seinem Bekenntnis zur darbenden Autoindustrie in die politische Mitte, denn seine Chance besteht nicht darin, grünen Dogmatismus zu predigen, sondern sich massiv gegen eine Deindustrialisierung zu stellen, die den Automobilstandort Baden-Württemberg treffen würde. Winfried Kretschmann hatte seine Wahlen gewonnen, indem er gesunden Menschenverstand und Bodenhaftung als Wahlhelfer einsetzte. Manuel Hagel und Cem Özdemir verkörpern dagegen eher den wenig behäbigen Politikstil. Sie sind auf Konfrontation aus. Etwas anderes würde man ihnen auch nicht abnehmen.


Das wird 2026 in Baden-Württemberg wichtig
Derzeit liegt die CDU in den Umfragen deutlich vor den Grünen. Ein Sieg von Özdemir ist unwahrscheinlich. Doch Wahlverhalten wird von Stimmungen geprägt. Viel wird davon abhängen, wie die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz im März dasteht. Ist die politische Großwetterlage von einem Merz-Tief geprägt, hätte Özdemir Chancen gegen Manuel Hagel. Grün wäre wieder am Drücker und die Sensation perfekt.

