Pro: PZ-Redaktionsmitglied Lisa Mühlthaler
„Detailgetreuer als die markanten ‚Merkelfalten‘ geht fast nicht.“
Zugegeben, das Porträt der Altkanzlerin ist mit einer Größe von 110 auf 140 Zentimeter im Vergleich zu dem ihrer Vorgänger etwas überdimensional. Aber die „Mutti“ wird es schon wissen. Angela Merkel hat entschieden, wie sie dargestellt werden möchte – und letztlich muss sie sich selbst gefallen. Zumal sie das Gemälde auch selbst finanziert hat.


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Die fehlende Raute? Unwesentlich, da zu naheliegend. Der Wiedererkennungswert ist allein durch den typischen „Merkel-Blazer“ gegeben. In diesem Fall hat er wie so oft einen leichten V-Ausschnitt und vier Knöpfe, dazu das knallige Blau. Auffallend, besonders neben den dunklen Anzügen der restlichen Alt-Bundeskanzler.
Ein zu schmeichelhaftes Porträt? Von wegen: Detailgetreuer als die markanten „Merkelfalten“ geht fast nicht. Rein optisch hat der junge Künstler alles herausgeholt. Über die stehende Merkel lässt sich streiten. Sie wirkt majestätisch, ja. Nach Helmut Kohl war Merkel aber schließlich am längsten im Amt. Imposant darf das Bild bei 16 Jahren an der Spitze von Deutschland also schon sein.
Kontra: PZ-Redakteurin Katharina Lindt
„Das Porträt wirkt gefällig und bieder und passt zu ihrer Kanzlerschaft.“
Was bleibt von der 16-jährigen Kanzlerschaft Angela Merkels übrig? Das jüngst enthüllte Porträt gibt auf diese Frage eine Antwort: ein blauer Blazer und ein Würfel als Briefbeschwerer. So ein Würfel mit der Inschrift „In der Ruhe liegt die Kraft“ soll einst auf ihrem Schreibtisch im Kanzleramt gelegen haben. Ein Wink in Richtung ihres Nachfolgers Friedrich Merz? Es ist nicht der einzige Aspekt, der ins Auge fällt: Das strahlende Königsblau, eine Farbe, die einst nur den Mächtigen vorbehalten war, rückt Merkels Antlitz in den goldenen Hintergrund. Das harsche Seitenlicht verstärkt die leichte Untersicht, dadurch wirkt die Ex-Kanzlerin dominanter und größer als sie ist.


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In der stehenden Pose gemalt bis zum Knie wirkt Merkel sogar staatsmännischer als ihre Vorgänger, die sich alle sitzend darstellen ließen. Merkel geht hier ihren eigenen Weg. Einen, der ihrer Sicht entspricht und dem sich der junge Maler offensichtlich fügte. Das Porträt wirkt gefällig und bieder und passt zu ihrer Kanzlerschaft, während der sie mit dem inhaltslosen Slogan für sich warb: Sie kennen mich.


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