US-Präsident Donald Trump hat der AfD nach ihrem Wahlsieg in Sachsen-Anhalt gratuliert und von einer Bewegung «im Aufwind» gesprochen. «Wow, die populistische Partei in Deutschland hatte eine wirklich große Nacht», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social mit Blick auf die Wahl am Sonntag. Der Republikaner nannte die AfD zwar nicht namentlich, der Bezug seiner Nachricht wurde aber auch so klar. Die AfD und ihre Anhänger hätten die «absolut schrecklichen Einwanderungsregeln» satt, meinte Trump. «SIE BEFINDEN SICH IM AUFWIND, und werden es nicht mehr hinnehmen», schrieb er weiter.
Trump schloss seinen Beitrag mit «MGGA!!!», was wohl als Kürzel für «Make Germany Great Again» (Etwa: macht Deutschland wieder großartig) zu verstehen ist - in Anlehnung an seinen Slogan «Make America Great Again» («MAGA»).
In der Wahlnacht hatte Trump auf Truth Social schon die Abbildung einer Hochrechnung zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verbreitet. Er ließ die Balken-Grafik, die den Sieg der AfD zeigte, allerdings unkommentiert.
Der erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Bundestag, Dirk Wiese, nannte Trumps Gratulation «extremst befremdlich». Trump bringe die deutsche Wirtschaft mit seiner Zollpolitik in erhebliche Schwierigkeiten. «Und die AfD sitzt bei ihm auf dem Schoß», sagte Wiese in der Sendung «Frühstart» von RTL und ntv. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) solle beim nächsten Treffen mit Trump hierzu klare Worte finden.
Verbindungen der AfD nach Washington
Seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 wird der AfD ein besserer Draht als je zuvor in die US-Hauptstadt Washington nachgesagt. Co-Parteichefin Alice Weidel nannte Trump angesichts seines Wiedereinzugs ins Weiße Haus ein Vorbild, AfD-Vertreter reisten zu seiner Amtseinführung nach Washington. US-Vizepräsident JD Vance traf sich schon im Februar 2025 am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz mit Weidel und warnte auf der Konferenz davor, mit einer Ausgrenzung populistischer Parteien und politischen «Brandmauern» den Willen von Millionen Wählern zu übergehen. Seine Äußerungen schlugen damals hohe Wellen und wurden von zahlreichen deutschen Politikern kritisiert.
Trump setzt in seiner zweiten Amtszeit auf Massenabschiebungen und einen harten Kurs gegenüber Migranten in den USA. Der Republikaner hat Deutschlands Politik in Bezug auf Asyl- und Migrationsregelungen bereits mehrfach kritisiert.
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