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Wehmütiger Abschied und ein letztes Winken der „Mäuse“ und „Fische“ an der Pforte zu ihrem Kindergarten. Erzieherin Cornelia Hoffmann schließt symbolisch zum letzten Mal die Eingangstür. Fotos: Manfred Schott
Wehmütiger Abschied und ein letztes Winken der „Mäuse“ und „Fische“ an der Pforte zu ihrem Kindergarten. Erzieherin Cornelia Hoffmann schließt symbolisch zum letzten Mal die Eingangstür. Fotos: Manfred Schott
Im Sommer 1949 waren mit den Jahrgängen 1942/43 bis 1944/45 (die heute 70- bis 72-jährigen Ispringer) zusammen 102 Kinder in der Kinderschule Nußbaumstraße. Schwester Mina (links) und „Tante“ Hilde Lansche (rechts) hatten sie zu betreuen.
Im Sommer 1949 waren mit den Jahrgängen 1942/43 bis 1944/45 (die heute 70- bis 72-jährigen Ispringer) zusammen 102 Kinder in der Kinderschule Nußbaumstraße. Schwester Mina (links) und „Tante“ Hilde Lansche (rechts) hatten sie zu betreuen.
05.08.2015

137 Jahre Ispringer Kindergarten gehen zu Ende

Ispringen. Die evangelische Einrichtung in Ispringen hat ihre Pforten geschlossen. Nach 138 Jahren Betrieb gab es einen wehmütigen Abschied der „Mäuse“ und „Fische“ in der Nußbaumstraße.

Es war schon ein historisches Ereignis, als jetzt die dienstälteste Erzieherin Cornelia Hoffmann die Eingangstüre zuzog und den Schlüssel herumdrehte: Nach 137 Jahren schloss der evangelische Kindergarten an der Ispringer Nußbaumstraße seine Pforten. Zuvor hatten die „Mäusegruppe“ mit den Ein- bis Dreijährigen und die „Fischegruppe“ mit den Drei- bis Sechsjährigen unter Mithilfe ihrer Erzieherinnen Miriam Kolb, Anita Perla, Anja Rhaouti und Anna Wagner alle persönlichen Utensilien für den Kindergartenalltag zusammengepackt und in die mitgebrachten Rucksäcke verstaut.

Zusammen mit Kindergartenleiterin Silvia Roller schauten alle doch etwas wehmütig dem symbolischen Türschluss zu und winkten kräftig zum Abschied. Auch die Eltern warteten im Hintergrund. Für alle beginnt ein neues Kindergartenzeitalter, und zwar in der evangelischen Kindertagesstätte Am Breitenstein auf der anderen Seite des Ortes. Diese Tagesstätte, baulich verbunden mit dem Bonhoeffer-Gemeindezentrum, wurde zur Aufnahme der Kinder aus dem Kindergarten Nußbaumstraße erweitert.

Die Geschichte des Kindergartens Nußbaumstraße hatte der ehemalige Kirchengemeinderat Eberhard Kuske im Gemeindebrief vom Februar 1991 unter dem Titel „1878 – Kinder bauen Kindergarten“ veröffentlicht. Bereits 1875 gab es eine „Kleinkinderschule“ im Haus des Kirchen- und Gemeinderates Christoph Augenstein, die als Privatanstalt von Bürgern finanziert wurde. Im Vorstand der Anstalt waren der evangelische Pfarrer Gotthilf Specht und der lutherische Pfarrer Max Frommel. Der Kinderschulverein, der bis 1972 bestand, sammelte Geld, so dass 1877 das Grundstück für 188 Mark gekauft und der rechte Teil des Gebäudes, an dessen Tür nun der Abschied erfolgte, im Jahr 1878 für 4009 Mark gebaut werden konnte. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.