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Trotz Kälte und Regen kommen viele Besucher am Pfingstmontag ins Kapfenhardter Tal zum 23. Deutschen Mühlentag.   Prokoph
Trotz Kälte und Regen kommen viele Besucher am Pfingstmontag ins Kapfenhardter Tal zum 23. Deutschen Mühlentag. Prokoph
Wie die noch aktive Untere Kapfenhardter Mahlmühle funktioniert, erklärt Müllermeister Philipp Stölzle (rechts) den Besuchern Gisela und Josef Greger.
Wie die noch aktive Untere Kapfenhardter Mahlmühle funktioniert, erklärt Müllermeister Philipp Stölzle (rechts) den Besuchern Gisela und Josef Greger.
16.05.2016

23. Deutscher Mühlentag lockt trotz Regenwetter ins Kapfenhardter Tal

So viele Besucher wie im vergangenen Jahr sind es diesmal beim Deutschen Mühlentag im Kapfenhardter Tal nicht gewesen. Denn Regen und Kälte hielt den einen oder anderen dann doch davon ab, liebliche Mühlenromantik am Pfingstmontag auf sich wirken zu lassen.

Wie in jedem Jahr hat der nunmehr 23 Deutsche Mühlentag mit bundesweit 1800 teilnehmenden Mühlen und in Baden-Württemberg 100 Mühlen daran erinnert, wie sich Mensch und Technik in den vergangenen Jahren in den verschiedenen Mühlen entwickelten.

Die Untere Mühle im Kapfenhardter Tal existiert bereits seit exakt 756 Jahren. Mitgemacht haben auch die Nachbarmühlen „Obere Kapfenhardter Mühle“ samt Mühlelädle, „Ringhotel Mönch’s Waldhotel“, sowie das Hotel-Restaurant Jägerhof.

„Wider Erwarten sind die Leute trotz Regens und Kälte gekommen“, freute sich von der Oberen Mühle Martina Schreiner. Im idyllischen Hof hatten es sich dort zahlreiche Besucher unter den großen Schirmen bequem gemacht und genossen erstmals beim Mühlentag ein Weißwurstfrühstück, nachdem Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn nach dem obligatorischen Gottesdienst das Fass Bier angeschlagen hatte. Sein Kollege Carsten Lachenauer aus Unterreichenbach begrüßte die Menschen und später erfreute Alleinunterhalter Heino Rentschler mit seiner Musik. „Wir haben allerdings auch Glühwein angeboten“, sagte Martina Schreiner lachend.

Beim Mühlenmarkt boten etliche Stände ihre Waren feil. Stockbrot, Hüpfburg und Wildgehege lockten beim Hotel-Restaurant Jägerhof. Und im Ringhotel „Mönch’s Waldhotel“ konnte die Dauerausstellung zum 55-jährigen Bestehen (PZ berichtete) angeschaut werden.

„Die Kälte treibt die Menschen nach innen“, sagte von der Unteren Kapfenhardter Mühle, Chefin Susanne Mönch. Vor dem Hotel-Restaurant spielten traditionell die „Enztäler Musikanten“ in dicke Jacken gepackt, fröhliche Blasmusik. Wie jedes Jahr traf man beim Mühlenfest auch wieder zahlreiche Bekannte und Freunde.

Im Tal zwischen Schömberg und Unterreichenbach haben sich schon im Jahr 755 die Mühlen angesiedelt. In Betrieb ist heute noch die Untere Kapfenhardter Mühle. Dort erklärten Müllermeister Steffen Hahn von der Knittlinger Störrmühle, ein Kollege von Eckhard Mönch, und Müllermeister Philipp Stölzle von der Alb, der mit Eckhard Mönchs Sohn Philipp die Meisterschule absolvierte, den Besuchern, wie Korn zu Mehl und Raps gemahlen wird. Schon seit 16 Jahren ist Steffen Hahn beim Mühlentag immer dabei. Mühlenchef und Hotelier Eckhard Mönch verkaufte derweil frisches selbst gebackenes Mühlenbrot.

Sich im Kapfenhardter Tal über das einstige und heutige Mühlenleben zu informieren, dem Holsägekünstler Wolfgang Saile zuzuschauen und die angebotenen Spezialitäten zu probieren, gehört für viele Besucher einmal im Jahr eben dazu. Und auch das traditionelle Entenrennen kam gut an.