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 Foto: Peter Steffen/dpa (Symbolbild) 

30-Jähriger verbreitet Kinderpornografie: Urteil in Pforzheim gefallen

Pforzheim. Ein 30-Jähriger musste sich am Montag bei einer Verhandlung unter Vorsitz von Richter Patrick Stemler wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften am Amtsgericht Pforzheim verantworten.

Der ehemalige Betreuer des Mannes mit irakischer Staatsangehörigkeit sprach in hohen Tönen von seinem alten Schützling. Trotz der Aussagen des Leumundszeugen wurde der Mann zu einer Geldstrafe von 2500 Euro verurteilt. Da er jedoch strafrechtlich bisher nicht in Erscheinung getreten ist, sah Richter Stemler von einer Freiheitsstrafe ab.

Gespeichert und verbreitet

Dem 30-Jährigen wurde laut Staatsanwalt Sven Baumgart vorgeworfen, am 9. Februar 2019 ein Foto eines teilweise entkleideten, minderjährigen Mädchens auf der Social-Media-Plattform Facebook und auf seinem Handy gespeichert und weiterverbreitet zu haben. Der Angeklagte räumte zwar ein, das Bild auf seinem Mobiltelefon gespeichert zu haben, könne sich jedoch nicht erklären wie es auf seinem Facebook-Profil gelandet sei. Er sei Analphabet und würde sich mit dem Internet nicht auskennen. Außerdem habe er das Bild von einem Unbekannten aus dem Irak geschickt bekommen und nicht gewusst, wie es zu löschen ist. Facebook und den Nachrichtendienst Whatsapp nutze er, um mit seiner Familie im Irak zu telefonieren.  Die Betreiber von Facebook selbst hatten der Polizei gemeldet, dass kinderpornografisches Material auf dem Profil des Angeklagten zu finden sei und die technischen Daten an die Ermittler gesendet. Denen gelang es, mithilfe dieser Daten den Ort des Uploads festzustellen. Dabei habe es sich um den derzeitigen Wohnort des Angeklagten gehandelt, wie Baumgart ausführte.

Gegen Mitternacht

Der Iraker sagte in der Verhandlung aus, er müsse früh aufstehen, um zur Arbeit zu gehen, und habe zum Zeitpunkt des Uploads gegen Mitternacht geschlafen. Zudem sei er nach Deutschland gekommen, um seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen und nicht, um für Probleme zu sorgen. Laut seines alten Betreuers sei sein Schützling im Jahr 2015 nach Deutschland gekommen und nie negativ aufgefallen. Er habe sich als pünktlicher Arbeitnehmer und engagierter Bürger erwiesen und dies bei vielen Gelegenheiten, etwa bei einer Dorfputzete einer Gemeinde im nördlichen Enzkreis, unter Beweis gestellt. Er sei zudem nie durch Alkohol- oder Drogenprobleme aufgefallen.

Wie das Foto auf Facebook gelandet war, ließ sich laut Richter Stemler nicht zweifelsfrei nachvollziehen und beweisen. Fest stehe lediglich, dass der Angeklagte in seiner Aussage den Besitz des Bildes eingeräumt habe und das es von der IP-Adresse, die eindeutig dem damaligen Wohnort des 30-Jährigen zuzuordnen sei, hochgeladen wurde.