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Auch der Eilzug muss auf dem Weg von Pforzheim nach Karlsruhe in Kleinsteinbach abbremsen. Foto: PZ-Archiv

AVG hilft Abellio aus der Patsche - Zughersteller Bombardier muss Kritik einstecken

Enzkreis/Pforzheim/Stuttgart. Zum Betriebsstart auf der Residenzbahn zwischen Stuttgart und Pforzheim wird Abellio aus Stuttgart am 9. Juni die reguläre Tätigkeit aufnehmen: Aber nicht mit den neuen Bombardier-Zügen vom Typ Talent 2, sondern mit ausgeliehenem Bahnmaterial von Kooperationspartnern, wie der AVG aus Karlsruhe.

Abellio kritisierte die Lieferschwierigkeiten und Softwareprobleme bei Bombardier in dieser Woche scharf. Nun äußerte sich auf Anfrage der Redaktion auch das baden-württembergische Verkehrsministerium. Dessen Leiter der Pressestelle, Edgar Neumann, unterstrich: „Wir sind höchst verärgert, dass Bombardier seine Zusage auf pünktliche Lieferung der Züge nicht eingehalten hat. Es wird nun in einer hoffentlich kurzen Übergangszeit mit Fahrzeugen anderer Bahnunternehmen gefahren werden.“

Die Fahrgäste würden das heutige Angebot weiter nutzen können, weil Abellio und das Land sich frühzeitig auch auf einen solchen Fall vorbereitet hätten, so Neumann. Der Ministeriumssprecher weiter: „Wir sind der Deutschen Bahn und der AVG sehr dankbar, dass sie Abellio die Ersatzzüge zur Verfügung stellen. Wir sind in Baden-Württemberg ja nicht die einzigen Betroffenen der Lieferprobleme von Bombardier.“ Damit stehe das Thema Zuverlässigkeit dieses Unternehmen auf der Tagesordnung.

Die Redaktion bemühte sich auch um eine Stellungnahme des kritisierten Herstellers. Michael Fohrer, Deutschlandchef von Bombardier, auf PZ-Nachfrage: Man stehe im ständigen Austausch mit Abellio. „Es war uns sehr wichtig, Abellio rechtzeitig über die neuerliche Lieferverzögerung zu informieren, damit eine Übergangslösung gefunden werden kann im Sinne der Menschen, die auf Mobilitätsangebote angewiesen sind. Wir bedauern, dass Abellio im Juni den Betrieb im Regionalnetz Neckartal nicht mit unseren Talent 2-Zügen aufnehmen kann.

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