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Wechsel am Ratstisch bei der Freien Wählervereinigung: Nach dem Ausscheiden von Theo Müller (von links) gratulierte Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon dem scheidenden Fraktionsvorsitzenden für 30 engagierte Jahre und begrüßte Markus Gartner als neuen Gemeinderat. Foto: Zachmann
Wechsel am Ratstisch bei der Freien Wählervereinigung: Nach dem Ausscheiden von Theo Müller (von links) gratulierte Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon dem scheidenden Fraktionsvorsitzenden für 30 engagierte Jahre und begrüßte Markus Gartner als neuen Gemeinderat. Foto: Zachmann
18.01.2019

Abschied vom Ratstisch: Theo Müller verlässt den Remchinger Gemeinderat

Remchingen. Kommunalpolitikverdrossenheit kann man Theo Müller ganz und gar nicht vorwerfen. Ganz im Gegenteil: Als damals 24-Jähriger zog er 1989 als jüngster Gemeinderat und als Erster über die Liste der Freien Wählervereinigung (FWV) ins Gremium ein.

Ganze sechs Wahlperioden lang widmete er sich engagiert den Belangen der Remchinger. Nach der jüngsten Haushaltsverabschiedung kurz vor Weihnachten erklärte der 53-jährige Fraktionssprecher aus Wilferdingen überraschend seinen Rücktritt, da persönliche und geschäftliche Gründe momentan seine volle Aufmerksamkeit fordern. Aus Respekt vor diesem Ehrenamt und im dankbaren Rückblick auf eine „supertolle Zeit“ lege er das Amt schweren Herzens, aber gut überlegt nieder, bleibe aber in der FWV aktiv und halte irgendwann eine Wiederkandidatur nicht für ausgeschlossen. Ohne Einwände stimmte der Gemeinderat nun dem vorzeitigen Ausscheiden Müllers sowie der Neuverpflichtung von Markus Gartner gemäß dem Kommunalwahlergebnis von 2014 zu.

„Das ist ein herber Verlust für uns“, erklärte Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon und dankte Müller mit einer besonderen Ehrenurkunde des Gemeindetags Baden-Württemberg. Er sei eingetreten in einer spannenden Zeit und habe viele wesentliche Entscheidungen mit beeinflusst, so Prayon: „Beschlüsse, die unsere Gemeinde da hingeführt haben, wo sie heute ist: eine Vorzeigegemeinde in allen Bereichen.“ Müller sei mit wirtschaftlichem Sachverstand nicht nur hinter anfangs kritischen aber später kaum wegzudenkenden Millionenprojekten – wie dem damals fertiggestellten Altenheim, der Kulturhalle, dem Gymnasium, Ortsumfahrungen oder jetzt dem Rathausneubau – gestanden, er habe sich stets auch für die Vereine eingesetzt.

„Abschiedsworte müssen kurz sein wie eine Liebeserklärung“, verdeutlichte Dieter Walch und dankte Müller im Namen aller Gemeinderäte mit einem Präsent: „30 Jahre in der Kommunalpolitik sind außergewöhnlich, da braucht man Herzblut und Leidenschaft.“

Nicht ohne Hintergrundwissen setzt sich nun der 50-jährige Produkt- und Prozesskontroller Markus Gartner aus Singen an den Ratstisch: Seit zehn Jahren begleitet der zweifache Familienvater die Arbeit der FWV-Räte im Hintergrund, ist darüber hinaus seit rund 30 Jahren im Vorstand der DLRG auf Orts- und Kreisebene aktiv. An engagierten Zielen für seine Ratsarbeit fehlt es ihm nicht: „Die Unterbringung der Feuerwehr-Abteilung Süd ist gelinde gesagt eine Katastrophe, hier muss ein Neubau her“, verdeutlichte er auf Nachfrage.

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