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 Andrea Rudolf (links) und Melanie Knuth genießen den Badespaß im Tiefen See in Maulbronn.
 Andrea Rudolf (links) und Melanie Knuth genießen den Badespaß im Tiefen See in Maulbronn.
23.05.2017

Alle Badeseen in der weiteren Region sind ausgezeichnet

Enzkreis/Stuttgart. Deutschlandweit ist das Baden ein sauberes Vergnügen - vor allem in der Umgebung rund um Pforzheim und Karlsruhe ist die Qualität der Badegewässer sehr gut. Etwa 2300 Badestellen in der Bundesrepublik listet der neue Bericht zur Qualität der europäischen Badegewässer auf. Lediglich fünf davon bekommen die Beurteilung «mangelhaft» - darunter zwei Seen in Baden-Württemberg. Die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz hat eine interaktive Karte erstellt, in der alle Badeseen aufgezeichnet sind. Unter anderem sind dort auch Messungen zur Wasserqualität zu finden. Die Region schneidet sehr gut ab. 

Der Tiefe See in Maulbronn, der Obere Seewaldsee in Vaihingen an der Enz, der Katzenbachsee in Pfaffenhofen, der Mühlbachsee in Eppingen, die Ehmetsklinge in Zaberfeld, der Badesee Buchtzig in Ettlingen und der Baggersee in Weingarten haben alle in den letzten fünf Jahren nur ausgezeichnete Bewertungen bekommen. Die Wasserqualität ist hervorragend, die Bewertung nach EU Badegewässerrichtlinie vergab jeweils drei Sterne. Nur der Untere Seewaldsee in Vaihingen an der Enz hatte 2015 eine Bewertung mit guter Qualität erhalten, 2016 waren die Messwerte wieder ausgezeichnet. 

Sie können sich also ohne Risiko und ohne Bedenken beim Baden in den Badeseen der Umgebung vergnügen. 

An zwei Stellen im Südwesten jedoch ist die Qualität des Wassers laut einem EU-Bericht «mangelhaft». Sowohl am Finsterroter See in Wüstenrot bei Heilbronn als auch an der Kocherbadebucht in Künzelsau (Hohenlohekreis) wird vom Baden abgeraten. Geschwommen wird dort aber in der neuen Badesaison ohnehin nicht: Der Finsterroter See wurde als Badegewässer abgemeldet, wie es im Gesundheitsministerium in Stuttgart hieß. Und das Kocherfreibad sei bis auf weiteres geschlossen worden. Die Gemeinde saniert es.

Nach dem EU-Bericht zur Qualität der Badegewässer erfüllen 97,8 Prozent der 2292 untersuchten deutschen Badestellen die EU-Mindeststandards. Nur fünf Stellen in Deutschland bekamen den Stempel «mangelhaft». Die Daten zu Europas Badegewässern stammen aus der Saison 2016. Insgesamt nimmt der Bericht mehr als 21 000 Badestellen in den 28 EU-Ländern sowie in Albanien und in der Schweiz unter die Lupe. 96,3 Prozent davon erfüllten die Mindeststandards.

In Baden-Württemberg wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Stuttgart 315 Badegewässer nach EU-Vorgaben kontrolliert. 95 Prozent davon seien zum Baden «sehr gut» oder «gut» geeignet. «Ich freue mich, dass die Wasserqualität der allermeisten Badeseen so gut ist, dass diesem Vergnügen nahezu überall im Land nichts im Wege steht», sagte Minister Manne Lucha (Grüne).

Finsterroter See:

Die Gemeinde Wüstenrot habe den See, der wiederholt schlechte Noten bekam, inzwischen als Badegewässer abgemeldet, hieß es. Die Badestelle werde in dieser Saison nicht mehr beprobt und im kommenden Jahr nicht mehr in der Liste der überwachten Gewässer erscheinen. Womöglich sei der See zu flach, um sich selbstreinigen zu können, heiß es im Gesundheitsamt des Kreises Heilbronn. Wüstenrots Bürgermeister wollte sich nicht äußern. Der See sei Privatbesitz, hieß es.

Kocherbadebucht:

Die Kocherbadebucht am Flüsschen Kocher in Künzelsau ist von der Gemeinde zur neuen Saison geschlossen worden. Auch sie war wiederholt mit «mangelhaft» bewertet worden. Die Freizeitanlagen drumherum blieben offen. Vom Baden im Kocher werde abgeraten, verboten sei es aber nicht, hieß es im Rathaus. Der Gemeinderat werde verschiedene Naturfreibäder besichtigen und Pläne schmieden. Wenn 2018 gebaut werde, könne die Badestelle 2019 wieder eröffnet werden.

Die Gesundheitsämtern entnehmen in der Regel vom 1. Juni bis zum 15. September mindestens einmal im Monat Wasserproben und untersuchen sie im Labor. Eine Badegewässerkarte für den Südwesten ist im Internet beim Ministerium und bei der Landesanstalt LUBW abrufbar.

Durch Wolkenbrüche könne es aber zu Einschwemmungen von Keimen oder Schadstoffen in die Gewässer kommen, die dort nicht registriert seien, hieß es in Stuttgart. Zusätzlich müsse man auf Hinweise und Badewarnungen direkt am Gewässer achten. Flüsse seien in der Regel nicht zum Baden geeignet, hieß es, und würden amtlich auch nicht kontrolliert. Verunreinigungen oberhalb der geltenden Grenzwerte könnten dort nicht ausgeschlossen werden.