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In Mühlacker führte die Suche nach Schulleitern und möglichen Fusionen von Bildungseinrichtungen im Frühjahr zu einigen Infoveranstaltungen, an denen Sybille Hollosi (von links am Tisch) und Johanna Bächle vom Amt für Bildung und Kultur, der Leiter des Staatlichen Schulamts Pforzheim Volker Traub, Mühlackers Oberbürgermeister Frank Schneider und Rektor Matthias Klewar teilnahmen.  Foto: PZ-Archiv 

Altersgründe: Rektorensuche im Enzkreis unter Hochdruck

Enzkreis. Aus Altersgründen stehen in vielen Schulen im Enzkreis Wechsel an der Spitze an. Viele Nachfolgen sind klar, doch es gibt Hängepartien, wie etwa in Mühlacker oder Neuenbürg.

Gerhard Brunner hat das Gymnasium Neuenbürg als Direktor geprägt. Ende des Schuljahres geht er in den Ruhestand. Die Suche nach seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin läuft beim Oberschulamt am Regierungspräsidium Karlsruhe (RP). Doch kurz vor den Ferien geht diese Suche in die Verlängerung. Auf die Ausschreibung der Stelle sei keine geeignete Bewerbung eingegangen, sagt RP-Sprecherin Irene Feilhauer. Nun werde der Posten erneut ausgeschrieben und man müsse abwarten. Es sei noch völlig offen, wann man mit einer Neubesetzung rechnen kann. Dabei beschreibt Brunner das Gymnasium als spannende Aufgabe: quicklebendig mit rund 700 Schülern und vielseitig mit Profilen im sprachlichen, musischen oder naturwissenschaftlichen Bereich.

Die drohende Vakanz ist nur ein prägnantes Beispiel für die viele Arbeit, die Schulbehörden zuletzt hatten und immer noch haben. In einigen Fällen gibt es schon Lösungen. Am Theodor-Heuss-Gymnasium Pforzheim zum Beispiel, wo laut Feilhauer die Direktorenstelle wieder fest besetzt werde. Vor einem Jahr war dort der frühere Rektor Udo Kromer nach einer schweren Erkrankung in den Ruhestand gegangen ging. Seither führt sein Stellvertreter Stefan Mielitz die Geschäfte. Ob er der neue Schulleiter am THG wird – dazu möchte Feihauer noch keine Auskunft geben.

Vor der offiziellen Kür sind die Behörden bei Namen ohnehin zugeknöpft. Das ist auch bei Volker Traub so, dem leitenden Schulamtsdirektor in Pforzheim. Eine ganze Reihe von Neubesetzungen seien bereits fest vorbereitet, sagt er. Auch weil das Bewerberinteresse groß gewesen sei. Das gelte zum Beispiel für das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Uhlandschule in Mühlacker, die Heynlinschule in Stein, für die Grundschulen in Würm, Sternenfels und auf dem Pforzheimer Sonnenhof sowie für die Remchinger Realschule.

Ein besonderer Fall sind beispielsweise die Grundschulen in Mühlacker-Mühlhausen und Lomersheim, die zusammengelegt werden sollen (PZ berichtete). Doch nicht nur die Fusion der beiden Bildungseinrichtungen wird zur Herausforderung – für den damit neu entstehenden Leitungsposten steht die Bewerbersuche ebenfalls noch aus. Klar ist: Für die kleinen Schulen jeweils einen eigenen Rektor zu finden, dürfte sich nach den Erfahrungen der Vergangenheit als utopisch erweisen. Die Fusion soll hier Türen öffnen und neue Möglichkeiten schaffen.

In Tiefenbronns Lucas-Moser-Grundschule endet mit den Sommerferien ebenfalls eine Ära. Dort wird Rektorin Claudia Hasenmaier verabschiedet. Sie lobt Traub für seinen Einsatz bei der Suche nach einer Lösung. Obwohl das Bewerbungsverfahren erst starte, werde man wohl nur wenige Wochen des neuen Schuljahrs bis zum Start des Nachfolgers oder der Nachfolgerin überbrücken müssen. Das bestätigt Traub. Auch um die Zwischenlösung müsse man sich nicht sorgen. Für die Alltagsaufgaben der Schulleitung setze man gewöhnlich auf Lehrkräfte vor Ort –und ansonsten habe man auch Nachbarschulen im Blick wie die Verbandsschule im Biet in Steinegg.

Ebenfalls erst am Beginn sei die Nachfolgersuche für den Chefsessel in der Grundschule Wurmberg. Andernorts geht man wie in Neuenbürg in eine zweite Runde: fürs Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Schlossparkschule in Pforzheim oder die Grundschule Schwann müsse man mangels Bewerbern neu ausschreiben. Ein besonderer Fall sind laut Traub die Grundschulen in Mühlacker-Mühlhausen und Lomersheim, die zusammengelegt werden sollen (die PZ berichtete), die auch einen Chef suchen.

Traub sieht die Schulen der Region „in guten Händen“. Und einen Trend, dass die Suche nach Schulleitern schwieriger werde, vermag er hier auch nicht zu erkennen. Er baue dabei auf gezielte Personalgespräche und Fortbildungen für mögliche Kandidaten.

Max Lutz

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Nadine Schmid

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