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Fast völlig aufgefressen haben Junikäfer diese Rosenblüte.  dpa-Archiv/Kirchhoff
Fast völlig aufgefressen haben Junikäfer diese Rosenblüte. dpa-Archiv/Kirchhoff
22.06.2017

Angriff der dicken Brummer: Lästige Junikäfer fliegen umher

Ein lauer Sommerabend, Stille auf der Terrasse: Plötzlich dieses dumpfe Brummen. Es kommt von scheinbar unkoordiniert herumfliegenden Insekten, den Junikäfern. PZ-Leser beobachten ganze Schwärme in der Dämmerung. Ist das normal?

Klare Antwort: Ja, ist schließlich Juni und die Käfer tragen ihre Namen nicht ohne Grund. Sie sind farblich heller und etwas kleiner als ihre Verwandten, die Maikäfer. So beschreibt Hans-Georg Bechtold vom Naturschutzbund Pforzheim-Enzkreis das Aussehen der abendlichen Unruhestifter: „Aber sie sind harmlos, völlig ungefährlich für Mensch und Tier.“ Allenfalls lästig.

Auch bei Gartenbesitzern dürfte keine große Freude aufkommen. Die Larven der Käfer leben in der Erde und ernähren sich von Pflanzenwurzeln. Die Leibspeise der erwachsenen Tiere: Laub von Kirsch- oder Zwetschgenbäumen. Von übermäßigen Schäden ist Bechtold aber nichts bekannt. Und das Gute: Ende Juli ist der Spuk auch wieder rum. Nach erfolgreicher Paarsuche im Flug sterben die Männchen nach der Befruchtung, die Weibchen nach der Eiablage. Und der Rest fällt Vögeln, Maulwürfen oder Fledermäusen zum Opfer, die sich von Insekten ernähren.

Ob die Tiere in diesem Jahr stärker oder schwächer vertreten sind als in den Vorjahren, vermag der Artenschutzexperte nicht zu sagen. Schließlich gebe es auch niemanden, der die Käfer zählt. Vom Versuch, den Angriff der torkelnden Flieger bei Dämmerung abzuwehren oder sie zu vertreiben, rät Bechthold ab: „Das ist chancenlos.“ Also, abwarten, bis Ende Juli ist es nicht mehr lang. Carolin Kraus