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Symbolbild: dpa
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05.04.2019

Aufatmen in Heimsheim: Windräder in Nachbargemeinde sind vom Tisch

Heimsheim/Weil der Stadt. Die Schleglerstadt kommt aus Richtung Merklingen nun doch nicht unter die Windräder. Der Gemeinderat Weil der Stadt hat vor einer Woche einstimmig alle Überlegungen gestoppt, im Ortsteil Merklingen an der Grenze zu Heimsheim Windräder zu errichten. Ein Artenschutz-Gutachten hatte ergeben, dass es im Merklinger Wald gleich mehrere Rotmilan-Reviere sowie weitere streng geschützte Vogelarten gibt.

Das war das Aus für Pläne eines Investors, der dort drei bis zu 230 Meter hohe Windräder bauen wollte. Heimsheim wehrt sich gegen eine Doppelbelastung. Da war bisher die nur 800 Meter entfernte Anlage in Merklingen. Außerdem gibt es rund 11.000 Einwendungen aus dem Raum gegen einen Standort auf eigener Markung im Süden Heimsheims an der Grenze zum Kreis Böblingen. Der Regionalverband Nordschwarzwald, der Anfang 2018 Windkraft-Flächen an dieser Stelle ausgewiesen hatte, setzte das Verfahren vor einem halben Jahr aus, da das Land zurzeit den Windatlas überarbeitet. Von der Aktualität der Abstimmung in Weil der Stadt überholt, schien die Luft fast raus, als der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert aus Niefern am Donnerstag zu einem Bürgergespräch in Heimsheim einlud. Doch rund 40 Interessierte kamen ins Gasthaus „Waldhorn“ und diskutierten ausgiebig über den Widerstand gegen Windenergie.

Forderung nach mehr Abstand

Wie Heimsheims Bürgermeister Jürgen Troll freute sich auch Schweickert über die Entscheidung in Weil der Stadt. Die FDP mache sich grundsätzlich für größere Abstände zwischen Windrädern und Wohngebieten stark: „Um Anwohner und Natur besser vor solchen Anlagen zu schützen, sollte die Entfernung auf 1500 Meter erhöht werden.“ Beim Rotmilan seien 1500 Meter Abstand vorgeschrieben, für Bewohner jedoch nur 700 Meter, beklagte Andreas Glück als Sprecher der FDP-Landtagsfraktion für Energiewirtschaft.Mehr lesen Sie am Samstag, 6. April, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.