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Glatteis Mäuerach © Keller
Lkw Tiefenbronn © Ketterl
19.01.2012

Aufräumen nach Glatteisnacht: 41 Unfälle in der Region

Pforzheim. Was für eine Nacht für Polizei und Feuerwehr in der Region: 41 Unfälle ereigneten sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag auf den spiegelglatten Straßen in Pforzheim und dem Enzkreis. In Mäuerach rutschte kurz nach Mitternacht ein Bus in den seitlichen Graben, in Würm zog sich eine Frau bei einem Sturz schwere Verletzungen zu. Und in Karlsruhe schwebt eine Sanitärin nach einem Unglücksfall auf glatter Straße in Lebensgefahr.

Bildergalerie: Lkw sorgt für Vollsperrung auf der Würmtalstraße

Derweil ist die wegen eines umgestürzten Lastwagens acht Stunden lang gesperrte Straße im Würmtal laut der Verkehrspolizei inzwischen wieder freigegeben. Etwa 200 m nach der Abzweigung der K 9806 kam der Lkw aufgrund plötzlich auftretenden Glatteises ins Schleudern und dadurch nach rechts von der Fahrbahn ab. Hierbei durchbrach er teilweise die Leitplanke und kippte nach rechts. Der 46 Jahre alte Lenker kam mit leichten Verletzungen davon.

24 Unfälle im Enzkreis, 17 in Pforzheim

Nicht nur die Zahl der Unfälle hatte es in der Nacht in sich. Auch der Sachschaden ist immens: Er beläuft sich in der Region auf insgesamt 210.000 Euro. 17 der Unfälle ereigneten sich im Pforzheimer Stadtgebiet, 24 im Enzkreis.

Bildergalerie: Opfer des Glatteises: Ein Bus an der Schindersklamm

Darunter war auch ein Linienbus, der gegen 0 Uhr an der Schindersklamm in Mäuerach in den Graben rutschte, wo er in Schräglage hängen blieb. Neben dem Busfahrer waren zu diesem Zeitpunkt fünf Fahrgäste im Bus eingesperrt: Wegen der instabilen Lage und dem steilen Hang konnten sie diesen nicht verlassen. Erst die kurz darauf eingetroffene Berufsfeuerwehr und die Abteilung Eutingen der Freiwilligen Feuerwehr konnten den Bus schließlich mittels Seilwinden sichern und die Fahrgäste über Leitern auf die Straße führen.

Bereits um 23.50 Uhr war es auf der Gemarkung Eisingen auf der L 621 zu einem Verkehrsunfall mit drei Autos gekommen. Der 44 Jahre alte Lenker eines Skoda fuhr von Pforzheim kommend in Richtung Eisingen und verlangsamte sein Fahrzeug. Ein nachfolgender Audi eines 32-Jährigen kam beim Abbremsen ins Schlingern und stoß gegen den Skoda. Das nächste Auto - ein VW -fuhr auf den stehenden Audi auf und schob ihn die Böschung hinunter.

An der Anschlussstelle Pforzheim-Süd kam es zu einem Glatteisunfall, als um 23.50 Uhr ein Sattelzug von Wurmberg in Richtung Pforzheim fuhr und auf die Autobahn auffahren wollte. Bedingt durch die Eisglätte war der Lkw nicht mehr lenkfähig, überfuhr die Verkehrsinsel und drückte einen Ampelmast um. Infolge des Unfalles fiel die gesamte Lichtsignalanlage aus.

In Mühlacker kam gegen 1 Uhr der Lenker eines Ford auf der St.-Markus-Straße von der eisglatten Fahrbahn ab und prallt gegen einen geparkten VW. Auf der Hirsauer Straße in Pforzheim fuhr gegen 01.45 Uhr ein mit Heizöl beladener Tanklastzug in Richtung Unterreichenbach. Wenige Meter nach der Bogenbrücke kam er auf der eisglatten Fahrbahn ins Rutschen nach rechts von der Fahrbahn ab und gegen die Leitplanken.

Während in Würm eine gestürzte und schwerverletzte Fußgängern ins Krankenhaus gebracht wurde, verliefen die zahlreichen Autounfälle in der Region eher glimpflich. So blieb es in erster Linie bei Blechschäden. Weder Tote noch Schwerverletzte gab es in Pforzheim und dem Enzkreis zu beklagen, insgesamt wurden drei Autoinsassen leicht verletzt.

Sanitäterin schwebt in Lebensgefahr

Dagegen kam es im Landkreis Karlsruhe am Donnerstag um 4.45 Uhr auf die Eisenbahnbrücke auf der B 35 zwischen Graben-Neudorf und Karlsdorf-Neuthard zu einem schweren Unglücksfall: Eine Sanitäterin stürzte während eines Rettungseinsatzes – ein 16-jähriger Rollerfahrer war auf einem eisglatten Radweg gestürzt - mehrere Meter in die Tiefe. Die in Lebensgefahr schwebende Frau wurdein das Städtische Klinikum Karlsruhe gebracht.

120 Verkehrsunfälle und drei Leichtverletzte hatte die Polizeidirektion Ludwigsburg zu verzeichnen. Unter anderem kam in Vaihingen/Enz gegen 0.40 Uhr der 33 Jahre alte Fahrer einer Zugmaschine mit Auflieger auf der L 1125 ins Rutschen. Dabei verkantete sich das Gespann, wodurch der Dieseltank des Fahrzeugs aufgerissen wurde und Diesel ausfloss. Die L 1125 musste bis 5 Uhr voll gesperrt werden.

Während die Pforzheimer Polizei vom Glatteis die ganze Nacht auf Trab gehalten wurde, blieben die Calwer Kollegen von Blitzglatteis weitestgehend verschont. Dort ereignete sich um 4.19 Uhr lediglich ein kleiner Blechschaden. Damit kam Calw auch im Landesvergleich glimpflich davon: Das Innenministerium zählte in ganz Baden-Württemberg 385 Unfälle, bei denen 26 Personen verletzt wurden und einen Gesamtschaden in Höhe von 1,7 Millionen Euro entstand. sw/fw/pol

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