Vaihingen an der Enz. Viele Pforzheimer warten am Sonntagnachmittag vergebliche auf ihre Züge. Der Grund: gegen 15.30 Uhr ist ein Bagger nahe dem Umspannwerk in Vaihingen an der Enz in die Oberleitung gefahren und daraufhin in Brand geraten.
Der Vorfall ereignete sich auf dem Gelände des Umspannwerks der Deutschen Bahn, auf dem Materialien eines Bauunternehmers gelagert waren. Ein 36-jähriger Mitarbeiter wollte eben diese mittels eines Kettenraupenbaggers verladen und geriet hierbei mit seinem Auslegerarm zu dicht an eine Oberleitung des Umspannwerks. Dadurch kam es zu einem Lichtbogen, welcher den Bagger in Brand setzte. Abgesehen von besagter Oberleitung, wurde das Umspannwerk selbst nicht beschädigt. Auch der Fahrer konnte den Bagger rechtzeitig verlassen und kam nicht zu Schaden. Die beschädigte Leitung wird bis zum Abschluss der Reparatur umgeleitet und hat keinen Einfluss auf den Bahnbetrieb, so die Polizei.


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Gefährliche Oberleitung verzögert Arbeiten
Nach ihrem Eintreffen am Unfallort konnten die Einsatzkräfte nicht in vollem Ausmaß mit den Löscharbeiten beginnen, da auf den Leitungen noch immer Strom floss, berichtete die Feuerwehr auf Nachfrage. Man habe erst die Bahnstrecke erden müssen, bevor man mit den Löscharbeiten fortfahren konnte. Hierbei stelle man durch eine Abschaltung der Stromversorgung sicher, dass keine gefährlichen Spannungen auf die Einsatzkräfte übertragen werden können.
Am Abend lief der Bahnverkehr aber wieder flüssig, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte. Von den Verspätungen betroffen waren vor allem die Züge zwischen Karlsruhe und Stuttgart, weil der betroffene Streckenabschnitt gesperrt war. «Die Züge halten am nächsten Bahnhof und warten zunächst», teilte die Bahn mit. Der Sachverhalt wurde letztlich an die Bundespolizei übergeben. Der insgesamt entstandene Sachschaden beläuft sich auf geschätzte 200.000 Euro.



