760_0900_99995_L760_S3411535_C2.jpg
Go-Ahead startet in der Region mit neuem Zugmaterial: Es handelt sich um Flirt-3-Einheiten des Herstellers Stadler. Das Bild entstand am vergangenen Wochenende beim Bürgerfest in Schwäbisch Gmünd.  Foto: Sebastian Berger 
760_0900_99994_Stadtbahn_3.jpg
Die Bahn in der Region ist beliebt: Für die Kunden ändert sich zum Fahrplanwechsel am 9. Juni fast alles und mit Abellio und Go-Ahead kommen neue Anbieter hinzu. Im Bild zu sehen ist eine Stadtbahn der AVG in Pforzheim.  Foto: Ketterl/PZ-Archiv 
760_0900_102038_20190506_1905309.jpg
Der Fahrzeugtyp Talent 2 von Bombardier kam zum Abelio-Betriebsstart in der Region kaum zum Einsatz kommen. Der Hersteller hat Kapazitätsprobleme und erst im August ist mit einer relevanten Nachlieferung zu rechnen.  Foto: Marx 

Bahnzeiten ändern sich: Fahrplanwechsel bringt massive Neuerungen in der Region

Pforzheim/Enzkreis. In der Region bricht eine neue Zeit an, die sich mit anderen Bahnstrukturen verbindet. Vorbei sind die Zeiten, da die weit von Karlsruhe ausgreifende Stadtbahn der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) bis nach Mühlacker oder sogar Bietigheim führte.

Wie an einer Perlenschnur aneinandergereiht waren die zahlreichen kleinen Haltestellen über eine große Distanz miteinander verknüpft. Nun bricht sich dieser Nahverkehr im Pforzheimer Hauptbahnhof. Das hat nichts mit den neuen beziehungsweise alten Anbietern zu tun, das Land hat die Schienenverkehre neu ausgeschrieben.

Abellio tritt nun auf der Residenzbahn zwischen Stuttgart und Pforzheim als Nachfolge-Unternehmen für den Regionalexpress (RE) der Deutschen Bahn und die „Bähnle“ der AVG in Erscheinung. Go-Ahead übernimmt auf der Residenzbahn die Funktion der Interregio-Expresse der Deutschen Bahn. Hinzu kommen weitere Neuerungen, etwa auf der Strecke von Mühlacker nach Bretten/Bruchsal und Heidelberg. Unabhängig vom Nah- und Regionalverkehr ist natürlich auch weiterhin die Deutsche Bahn unterwegs, etwa mit dem IC.

Was ist anders?

Der Karlsruher Verkehrsverbund (KVV) spricht in einer Pressemitteilung von „maßgeblichen Veränderungen für die Kunden“. Der KVV rät seinen Kunden, sich vor dem Fahrplanwechsel über die neuen Zeiten und Linien zu informieren. Auch ändern sich auf Wunsch des Landes Baden-Württemberg die Bezeichnungen vieler Regionalzuglinien. Sämtliche Fahrplanänderungen sind bereits in die elektronischen Auskunftsmedien des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) eingepflegt.

Kunden können sich über die elektronische Fahrplanauskunft (EFA) auf der Startseite der KVV-Homepage www.kvv.de informieren. Unter dem Reiter „Fahrt planen“ – „Fahrpläne“ – „Fahrplantabellen“ kann man sich die Fahrpläne per pdf ansehen, abspeichern oder ausdrucken. Faltfahrpläne für die Linien S5, S6 und IRE1 liegen aus in den Kundenzentren des KVV, in den Reisezentren der Deutschen Bahn, in vielen Touristikzentralen und Fahrscheinverkaufsstellen. Als gute Überblickstabellen empfiehlt der KVV seinen Kunden folgende Fahrplantabellen (als Print und online verfügbar), in denen für die jeweiligen Strecken alle Stadt- und Regionalbahnverbindungen aufgeführt sind: IRE 1 für die Strecke Karlsruhe – Pforzheim – Stuttgart. RB 71 für die Strecke Mühlacker – Bretten – Bruchsal.

Änderungen auf der bisherigen Stadtbahn-Linie S5

Die bisherige AVG-Stadtbahn-Linie S5 (Wörth – Karlsruhe – Pforzheim – Bietigheim-Bissingen) endet zukünftig in Pforzheim. Auf dem Abschnitt Pforzheim – Bietigheim-Bissingen werden die Fahrten durch die halbstündliche neue Regionalbahnlinie RB17a von Abellio übernommen. In Pforzheim besteht stündlich ein Anschluss zwischen der S5 und der RB17a über Bietigheim-Bissingen von/nach Stuttgart. Bei den Fahrten zwischen Karlsruhe und Pforzheim ändern sich die Fahrpläne und Fahrzeiten grundlegend. Fahrgäste sollten sich vor dem Fahrplanwechsel unbedingt informieren – insbesondere, weil aufgrund der neuen Trassenverteilung der altbekannte Takt geändert werden musste.

So verkehren die Stadtbahnen von Karlsruhe nach Pforzheim tagsüber neu in einem 20/40-Minutentakt und die Bahnen ab Pforzheim nach Karlsruhe tagsüber in einem 25/35-Minutentakt. An Samstagen fährt die S 5 von Pforzheim nach Karlsruhe künftig bis abends (20.30 Uhr) mit zwei Fahrten pro Stunde. An Sonn- und Feiertagen bleibt der 60-Minutentakt bestehen, die Fahrten verschieben sich jedoch um etwa 30 Minuten. Infolgedessen ändern sich die Ankunfts- und Abfahrtszeiten und damit auch die Anschlussbeziehungen von und zur Linie S5 in Pforzheim.

Die Züge der Linie S5 von/nach Pforzheim sind künftig stündlich auf die AVG-Linie S6 von/nach Bad Wildbad durchgebunden. Somit bestehen stündliche Direktverbindungen zwischen Karlsruhe und Bad Wildbad. Zwischen Karlsruhe und Söllingen wird das Angebot für die Kunden verbessert: Dort fährt die S5 künftig montags bis freitags bis etwa 20.30 Uhr im Zehn-Minuten-Takt. Die S5-Sprinterzüge zwischen Karlsruhe Hauptbahnhof und Pforzheim Hauptbahnhof werden durch neue IRE-Verbindungen ersetzt. Die S5-Eilzüge zwischen Karlsruhe und Pforzheim bleiben nahezu unverändert bestehen. Die mittäglichen Verstärkerzüge zwischen Söllingen und Pforzheim (Söllingen ab 12.55 Uhr nach Pforzheim sowie Pforzheim Hauptbahnhof ab 12.56 Uhr nach Karlsruhe) können aufgrund von Trassenkonflikten mit anderen Zügen nicht mehr angeboten werden.

Änderungen auf der Stadtbahn-Linie S6

Die meisten Stadtbahnen der AVG-Linie S6 werden ab dem Fahrplanwechsel um 30 Minuten versetzt fahren. Abgesehen von wenigen Ausnahmen gilt: Der sogenannte stündliche Grundtakt der Linie S 6 fährt künftig in Pforzheim zur Minute 17 in Richtung Bad Wildbad Kurpark ab. In Bad Wildbad Kurpark fahren die Züge wiederum stündlich zur Minute 05 nach Pforzheim ab. Diese Fahrten sind in Pforzheim in der Regel auf die Linie S 5 durchgebunden, sodass Fahrgäste grundsätzlich stündlich umsteigefrei von Bad Wildbad nach Karlsruhe (und umgekehrt) gelangen. In der Hauptverkehrszeit wird die Linie S6 wie bisher zu einem 30-Minutentakt verdichtet.

Go-Ahead teilt in einer Pressemitteilung mit, worauf die PZ in den zurückliegenden Monaten mehrfach hingewiesen hat: Auf den durch Stuttgart führenden Schienenstrecken wird das Angebot mit den vom Land bestellten Regionalzügen vom 9. Juni an deutlich ausgeweitet. Mit dem Wechsel verbessern sich schrittweise sowohl Takt als auch die vorhandenen Zugkapazitäten.

Abellio-Verbindungen enden eigentlich in Pforzheim. Aber im Sommer verkehren an Sonntagen vier statt wie bisher zwei Zugpaare auf dem „Enztäler Radexpress“. Zudem gibt es eine Verlängerung der Verbindung von Stuttgart über Pforzheim hinaus nach Bad Wildbad. Neue Nachtverbindungen an den Wochenenden mit je zwei Zugpaaren komplettieren das verbesserte Angebot. Zwischen Pforzheim und Wilferdingen-Singen wird Abellio künftig im Schülerverkehr drei Fahrten anbieten von Montag bis Freitag zwischen 6 und 7 Uhr.