Kreis Calw. Die Spitzen der Calwer Kreisverwaltung, die Fraktionssprecher und die Presse bekamen sie in Zavelstein auf einer Leinwand eindrucksvoll in einem zehnminütigen Film aus der Vogelperspektive präsentiert: die laufenden zig Millionen Euro teuren Großbaumaßnahmen. Wie den Neubau des Calwer Gesundheits-Campus und die Erweiterung des Nagolder Kreiskrankenhauses, den Anbau des Landratsamtes, den Ausbau des Breitbandnetzes und die Verwirklichung der Hesse-Bahn. Ebenso die geplanten kostspieligen Projekte wie das Feuerwehrzentrum in Oberhaugstett, die Straßenmeisterei am Würzbacher Kreuz und Straßensanierungen.
Die übrigen Mitglieder des Verwaltungs- und Wirtschaftsausschusses des Kreistags waren per Videokonferenz zugeschaltet. Von einer „eindrucksvollen Präsentation“ sprach der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Thomas Blenke. „Wir haben einiges bewegt in den letzten Jahren“, sagte Landrat Helmut Riegger nicht ohne Stolz. Der „virtuelle Infrastruktur-Rundgang“ ersetze pandemiebedingt die übliche zweieinhalbstündige Rundfahrt. Für den Breitbandausbau „wurde uns mit 80 bis 90 Prozent Zuschüssen gut geholfen“, freute sich Riegger. Und Andreas Knörle, Infrastruktur-Dezernent im Landratsamt, versprach: „Wir bringen Glasfaser in wirklich jedes Haus. Da ist richtig Musik drin.“ Am Herzen liegt dem Landrat genauso die Verbesserung des Mobilfunknetzes: „In den nächsten eineinhalb Jahren werden 25 Mobilfunkmasten aufgestellt.“
Landtagsabgeordneter Thomas Blenke lobte die Kreis-Initiative in Sachen Breitband: „Die Landesregierung bringt das Geld nicht mit dem Schubkarren vorbei, wenn man es nicht haben wollte. Der Kreis Calw liegt landesweit beim Breitbandausbau auf Platz zwei oder drei.“ Freie-Wähler-Fraktionschef Volker Schuler wollte wissen, wie weit der Landratsamtsausbau gediehen sei. „Ende März/Anfang April ist er bezugsfertig“, versprach Knörle.
Wie es allgemein um die zeitliche Verwirklichung der Bauprojekte bestellt sei, hakte FDP-Kreisrat Peter Schuon nach. Er bescheinigte: „Es ist gut, dass sich viel tut.“ Nur bei den kleineren Maßnahmen gebe es coronabedingt Verzögerungen, antwortete der Dezernent. Die Baukostensteigerungen innerhalb eines Jahres bezifferte Knörle auf 30 Prozent. Einen anderen Aspekt beleuchtete Grünen-Fraktionsvorsitzender Johannes Schwarz: „Wir müssen uns langfristig überlegen, was wir wirklich benötigen. Ich mache ein Fragezeichen, ob wir große Straßenprojekte noch brauchen. Umweltpolitische Vorhaben wurden heute gar nicht erwähnt.“ Landrat Riegger (CDU) stimmte ihm zu: „Wir müssen mehr in den Klimaschutz und in die Energiewende investieren. Der Film war nicht vollständig. Auch unsere großen Ausgaben für Bildungseinrichtungen wurden nicht genannt.“

