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Kicken wie die Profis: Der kleine Junge ist einer von vielen Nachwuchsspielern, die von der Gemeinschaftsaktion profitiert haben.  Foto: Geckle 

Begeisterung über deutsche Trikots - SV Waldrennach beendet Spenden- und Sammelaktion für akfrikanische Teams

Insgesamt fast 100 Sätze Trikots und weitere Sportartikel wie Bälle, Trainingshemden, Schienbeinschoner und etwa 150 Paar Fußballschuhe hat der Sportverein (SV) Waldrennach bei seiner Aktion „Trikots für Afrika“ gesammelt. Der Verein zieht zum Ende der Aktion nun Bilanz..

Im September 2020 hat der sozial engagierte Verein die Aktion gestartet. Anlass war die Anfrage eines befreundeten Polizeibeamten, Sven Stadtrecher. Neben seiner beruflichen Tätigkeit in einem Aufbauhilfeprojekt der Polizei in Gambia trainiert er dort in seiner Freizeit einen Fußballverein. Dabei war ihm die völlig unzureichende Ausstattung des dortigen Vereins mit Sportkleidung aufgefallen und hatte den Sportverein Waldrennach in Deutschland um Unterstützung gebeten.

Die Aktion der Waldrennacher Kicker fand eine unerwartet große Unterstützung sowohl von Vereinen als auch Privatpersonen und gewerblichen Unternehmen, schreibt der Vorsitzende Rolf Geckle in einer Pressemitteilung. Insgesamt beteiligten sich 23 Fußball- und ein Handballverein mit teilweise sehr großen Spenden. Viele Vereine hatten die wettkampflose Coronazeit zum Ausmisten ihrer Sporträume genutzt. Nicht nur Vereine aus der Region beteiligten sich, der TuS Sandau aus Sachsen-Anhalt hat mehrere Pakete geschickt. Die Verantwortlichen dort hatten zufällig im Internet Kenntnis von der Waldrennacher Aktion erhalten.

Über Versorgungsflieger nach Gambia und Reisen von Ausbildern der Polizei waren Möglichkeiten des Transports in das westafrikanische Land vorgesehen, doch überstiegen die zahlreichen Spenden die eingeplanten Kapazitäten. Es fanden sich noch weitre Ansprechpartner für bedürftige afrikanische Länder. Letztendlich gingen die Spenden nicht nur nach Gambia, sondern auch an Kenia, Ruanda, Eritrea, Guinea, Madagaskar, Uganda und zuletzt auch nach Burkina Faso.

Besonders in Erinnerung geblieben sind die Gespräche mit dem Künstler und Musiker Abdou Day aus Madagaskar, der seine Bekanntheit für Spenden in sein Heimatland nutzt. Ein weiterer Kontakt besteht zu Peter Sauter, der sich bereits seit Jahren aufopferungsvoll für Schulen in Ruanda einsetzt und besonders an Jugendkleidung Interesse zeigte. Mehrfach aus Bonn angereist war auch der kenianische Händler Vincent Onyango, der sich über Spenden für Kenia freute.

Diese große Freude und Dankbarkeit war letztendlich auch der Lohn für die Arbeit der etwa zehn an der Aktion beteiligten Mitglieder des SV Waldrennach. Wichtig war dem Verein insbesondere, dass die Spenden direkt in die genannten Länder Afrikas gingen und dort verteilt wurden. Vielfältige Bilder und Videos aus Afrika bewiesen, wie die afrikanischen Sportler stolz und freudig die Geschenke annahmen. Wie auch Sven Stadtrecher, der Ansprechpartner des Vereins, betonte, hatte er oftmals Tränen in den Augen, als er die Dankbarkeit der Afrikaner bei der Übergabe der Spenden sah.

Besonders begehrt waren hierbei natürlich insbesondere die Spenden des FC St. Pauli. Mit dem Profi-Club gestaltete man schließlich auch ein Trainingscamp für Jugendliche in Waldrennach in der ersten Augustwoche.