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03.11.2017

Berufsschulstreit in Mühlacker geht in eine neue Runde

Mühlacker/Enzkreis. Seit die Verwaltung des Enzkreises die Frage im Blick hat, ob das eigene Berufsschulzentrum in Mühlacker mit einer Fusion der beiden dort angesiedelten Schulen besser für die Zukunft gerüstet wäre, schlagen die Wellen in der Debatte hoch. Gerade auch zwischen den derzeit selbstständigen Einrichtungen, die praktisch unter einem Dach untergebracht sind.

Als Landrat Karl Röckinger Mitte Oktober zum Austausch über das Für und Wider eines Zusammenschlusses in die Aula des Zentrums eingeladen hatte, kämpften vor allem Eltern, Schüler und Lehrer der kaufmännischen Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) um ihre Eigenständigkeit. Die gewerbliche Ferdinand-von-Steinbeis-Schule (FvSS) macht nun ihre ganz anders gelagerte Sicht der Dinge öffentlich. Die Schulkonferenz, in der ebenfalls Lehrer, Ausbilder, Eltern und Schüler vertreten sind, äußert dabei Kritik an den Nachbarn.

Aus Steinbeis-Sicht sei der Informationsaustausch vom Oktober „zu einer Kundgebung umfunktioniert“ worden, in dem Emotionen und Ängste von Schülern instrumentalisiert worden seien. Eine sachliche Diskussion sei so nicht möglich gewesen, heißt es in einer Stellungnahme der Steinbeis-Schulkonferenz, die Kreisräten und Medien zugegangen ist. Unter anderem sieht sich die gewerbliche Schule aus den Reihen der Kerschensteiner-Schule zu Unrecht als Sanierungsfall dargestellt. Dem halten Schulleitung, Lehrer, Schüler, Eltern und Ausbilder entgegen, die FvSS würde „seit Jahren in konstant hoher Zahl Auszubildende in einer Vielzahl gewerblich-technischer Berufe“ hervorbringen – bei einer sehr geringen Abbrecherquote.

Fusionsidee spaltet Nachbarn

Weiter heißt es, man sei ebenfalls eine Schule mit eigener Identität. Dennoch sei man bereit, Emotionen hintanzustellen, „wenn es um die langfristige Sicherung eines zukunftsfähigen Standortes geht.“ Den Fusionsüberlegungen steht man bei der FvSS demnach aufgeschlossen gegenüber.

Kerschensteiner-Vertreter hatten im Oktober argumentiert, kleine, übersichtliche Einheiten könnten gerade damit punkten. Die eigene Schule sei durchaus für die Zukunft gerüstet. Steinbeis-Vertreter warnen, man spüre etwa am Technischen Gymnasium rückläufige Schülerzahlen nur schneller als anderswo.