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Alexander Bambach erklärt seinen jungen Hauptdarstellern eine Szene. In sechs Tagen wurde sein Kurzfilm "Abseits" gedreht. Jetzt läuft er im Wettbewerb des Baden-Württembergischen Filmpreises in Stuttgart.
Alexander Bambach erklärt seinen jungen Hauptdarstellern eine Szene. In sechs Tagen wurde sein Kurzfilm "Abseits" gedreht. Jetzt läuft er im Wettbewerb des Baden-Württembergischen Filmpreises in Stuttgart. © Privat
05.12.2015

Birkenfelder Jungregisseur Bambach im Wettbewerb des Landesfilmpreises

Birkenfeld. Zwei Medienpreise hat der 24-jährige Birkenfelder Alexander Bambach schon gewonnen: 2009 als Schüler am Gymnasium Neuenbürg und 2011 als freier Mitarbeiter von PZ-news. Jetzt hat der zwischen München und Birkenfeld pendelnde Mediengestalter wieder ein heißes Eisen im Feuer beim Kurzfilm-Wettbewerb um den Baden-Württembergischen Filmpreis 2015. Am Sonntag läuft sein 17-minütiger Kurzfilm „Abseits“ um 16 Uhr im „Metropol Kino“ Stuttgart.

„Dort durfte ich 2012 meinen ersten Kurzfilm ,Gefangen im Blau' beim Jugendfilmpreis zeigen. Dieses Mal läuft mein Film bei den ,Großen‘“, freut sich Bambach. Vor zwei Wochen stand „Abseits“ schon beim Deutschen Nachwuchsfilmpreis Up and coming 2015 in Hannover im Programm. Und wie sind die Chancen auf einen Gewinn? „Der Film ist noch bei weiteren Festivals in ganz Deutschland eingereicht und ich hoffe sehr, dass er noch auf dem ein oder anderen Wettbewerb zu sehen sein wird“, sagt Bambach.

2009 erhielt er mit Thomas Pauer einen Sonderpreis beim Festival des Deutschen Multimediapreises für Kinder und Jugendliche. Die zwei Birkenfelder hatten am Gymnasium Neuenbürg fürs Fach Englisch einen Fim gedreht und mit „A Trip through London“ nicht nur gute Schulnoten erhalten. Zwei Jahre später gewann Bambach den Hauptpreis eines Videowettbewerbs für die 2011er-Abiturjahrgänge, den die Volksbank Pforzheim mit der „Pforzheimer Zeitung“ ausgeschrieben hatte.

Für Bambach, der als freier Mitarbeiter der Onlineredaktion von PZ-news neben der Schule viel Erfahrungen mit der Kamera sammeln konnte, war der Weg nach den frühen Erfolgen vorgezeichnet. Es folgten ein einjähriges Akademiepraktikum an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, verschiedene Praktika bei der ARD oder der Filmschau in Stuttgart und eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton bei der Bavaria Film in München.

„Das Drehbuch habe ich im September 2014 angefangen zu schreiben und habe dann meinen Ausbilder Walter Hölzl von der Bavaria Film GmbH davon überzeugen können, dass wir den Film im Rahmen der Ausbildung realisieren können. In dieser Zeit ging es ja los, dass das Thema der Flüchtlingseinwanderung nach Deutschland und Europa immer präsenter wurde und irgendwie habe ich mich dann für die Sache interessiert“, erinnert sich Bambach an die Anfänge von „Abseits“. In 17 Minuten erzählt der Kurzfilm die Geschichte von zwei Fußball spielenden Kindern. Nils kommt einem Flüchtlingskind beim Kicken näher und bringt den verletzten Jungen mit nach Hause. Dann werden Vorurteile geweckt, die auf den familiären Prüfstand gestellt werden.

„Letztlich stand zu Beginn nur die Idee einer Szene, wo zwei Kumpels am Zaun Flüchtlinge beobachten. Der eine Junge ängstlich und der andere total unvoreingenommen und ohne jegliche Vorteile oder auch ohne Wissen um das, was es mit den Flüchtlingen auf sich hat. Das fand ich spannend“, erinnert sich Bambach. Er erweiterte das Drehbuch, wollte die Situation der Flüchtlinge direkter mitbekommen und half bei der Erstaufnahmestelle in München (Bayernkaserne) in der Kleiderausgabe. Und: „Wir konnten dann sogar für den Dreh 15 Flüchtlinge aus Eritrea, die außerhalb von Anzing in einem Wohnhaus untergebracht sind, mobilisieren. Das war für das komplette Team eine spannende Erfahrung.“

Von Oktober 2014 an begann Bambach ein Team bei der Bavaria aufzustellen. Bei den sechstägigen Dreharbeiten im Dezember in München war das Team vom Kostümbildner bis zum Kameramann zirka 20 Mann stark. Die meisten waren Auszubildende der Bavaria, ergänzt durch externe Teammitglieder in Maske, Kostüm, Aufnahmeleitung und Musik. Nach den sechs Drehtagen verging vom Rohschnitt bis zur Fertigstellung knapp ein Dreivierteljahr.

Viel Zeit für 17 Minuten Film, aber im Sommer 2015 standen bei Bambach die Abschlussprüfung seiner Mediengestalter-Ausbildung nebst Abschlussfilm auf dem Programm, weshalb das Kurzfilmprojekt immer wieder in der Schublade pausieren musste. „Ich bin jetzt nach der Ausbildung erst einmal freiberuflich unterwegs. Im Oktober war ich über vier Wochen in Oman, wo ich für die Bavaria Studios gearbeitet habe. Nun geht die Bewerbungsphase los und ich werde es wohl an den Filmhochschulen versuchen.“ Es sieht so aus, als würde man in den nächsten Jahren von einem Regisseur mit Namen Alexander Bambach noch mehr hören.

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