Brand in Rehaklinik: 267 Menschen evakuiert
Die Feuerwehr musste an der Brandstelle die Raumdecke öffnen.
Steffi Stocker/Kreisfeuerwehr Calw/dpa
Brand in Rehaklinik: 267 Menschen evakuiert
Mit einem Bus wurden Patienten in andere Häuser verlegt.
Steffi Stocker/Kreisfeuerwehr Calw/dpa
Region
Brand in Rehaklinik in Dobel – Patient im Rollstuhl löscht mit

Ein Patient im Rollstuhl und eine Pflegekraft haben bei einem Brand in einer Rehaklinik in Dobel (Landkreis Calw) schon mit dem Löschen begonnen, bevor die Feuerwehr den Einsatzort erreichte. 267 Patientinnen und Patienten wurden in der Nacht auf Samstag in Sicherheit gebracht. Vier Menschen kamen mit Verdacht auf Rauchvergiftung in Krankenhäuser, wie die Feuerwehr mitteilte.

Die Brandmeldeanlage des Gesundheitszentrums hatte am späten Abend, gegen 23.15 Uhr, Alarm ausgelöst. «Auf der Anfahrt bestätigte uns eine sichtbare Rauchentwicklung das Brandereignis», sagte Einsatzleiter und Feuerwehrkommandant Sven Schatz. Mitarbeiter der Fachklinik für Orthopädie und Onkologie hatten bereits begonnen, die Patientinnen und Patienten aus dem Gebäude zu holen. Die Rettungsleitstelle löste einen Massenanfall von Verletzten und Versorgungsbedürftigen aus.

Patient im Rollstuhl und Pflegekraft beginnen zu löschen

Trupps der Feuerwehr drangen zum Brandherd hinter einer Stationstüre im ersten Stock vor. «Dort trafen sie einen im Rollstuhl sitzenden Patienten an, der zusammen mit einer Pflegekraft bereits mit Löscharbeiten begonnen hatte», zollte Schatz dem beherzten Eingreifen Respekt. Laut einer Feuerwehrsprecherin hatte der Patient den Schlauch der Steigleitung aus der Wandhalterung geholt und auf die Flammen gehalten. Mit einer Wärmebildkamera lokalisierten die Kräfte den Brandherd und öffneten dafür die Decke. Alle Zimmer der Station wurden einzeln kontrolliert.

Brand in Rehaklinik: 267 Menschen evakuiert
Akribisch wurden die betroffenen Patienten erfasst und untersucht.
Steffi Stocker/Kreisfeuerwehr Calw/dpa

Nach dem Löschen wurden die Reha-Patientinnen und -Patienten ins Foyer geleitet und dort von den Rettungs- und Sanitätsdiensten erfasst und untersucht. «Uns lag eine hochaktuelle Liste mit Patientennamen vor, die den Ablauf deutlich erleichterte», sagte Schatz. 32 Menschen wurden mit einem Bus in andere Häuser des Gesundheitszentrums gebracht, die übrigen von der Feuerwehr schrittweise zurück in ihre Zimmer.

Kräftezehrender Einsatz dauert stundenlang bis zum Morgen

Insgesamt waren rund 100 Kräfte im Einsatz. Auch Dobels Bürgermeister Christoph Schaack machte sich ein Bild von der Lage. Der kräftezehrende Einsatz endete gegen 6.30 Uhr. «Die Zusammenarbeit mit allen Einsatzkräften und der Klinik hat gut funktioniert und es hat sich gezeigt, dass sich die jährliche Übung in der Klinik auszahlt», sagte Schatz.

Die betroffene Station bleibt wegen starken Rauchgeruchs vorerst gesperrt. Nach Angaben der Feuerwehrsprecherin sind derzeit 40 Zimmer unbewohnbar. Wie lange, sei unklar. Die Räume müssten gereinigt werden. Die Polizei ermittelt zur Brandursache. Einem Polizeisprecher zufolge entstand ein geschätzter Schaden von rund 50.000 Euro.

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