Kurz nach Mitternacht warf Stefan Keller seine Bewerbung in den Rathausbriefkasten. Der 41-jährige Verwaltungsfachmann aus Walzbachtal will bei der Bürgermeisterwahl in Oberderdingen antreten und bringt 18 Jahre Führungserfahrung mit.
Oberderdingen. Kurz nach Mitternacht gab Stefan Keller seine Bewerbung für das Bürgermeisteramt ab: Am Samstag, 31. Oktober, warf der 41-Jährige aus Walzbachtal seine Unterlagen in den Briefkasten des Oberderdinger Rathauses. Der Diplom-Verwaltungswirt möchte bei der Wahl am 31. Januar 2027 die Nachfolge von Thomas Nowitzki antreten. Der Amtsinhaber stellt sich nach 24 Jahren an der Rathausspitze nicht mehr zur Wahl.
Keller verfügt nach eigenen Angaben über 18 Jahre kommunale Führungserfahrung. Seine berufliche Laufbahn führte ihn von der Großen Kreisstadt Eppingen über Königsbach-Stein zum Landratsamt Karlsruhe. In Eppingen leitete er fünf Jahre lang die Abteilung Baurecht, anschließend war er sechs Jahre Hauptamtsleiter in Königsbach-Stein. Seit sieben Jahren steht er an der Spitze des Amtes für Schulen und Kultur im Landratsamt Karlsruhe. Darüber hinaus war Keller fünf Jahre lang als Gemeinderat tätig. Damit kennt er kommunale Herausforderungen sowohl aus Sicht der Verwaltung als auch aus der kommunalpolitischen Arbeit. Durch seine beruflichen Stationen ist er nach eigenen Angaben in der Region gut vernetzt.
„Oberderdingen, Flehingen und Großvillars sind drei lebens- und liebenswerte Orte, die mit ihrer reizvollen Natur- und Kulturlandschaft Besucher aus nah und fern anziehen. Gemeinsam sind sie aber noch viel mehr – und das nicht erst seit der Erhebung zur Stadt“, beschreibt Keller seine Sicht auf die Kommune.


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Zu den Stärken der Stadt zählt er die leistungsfähige Wirtschaft, das lebendige Vereinsleben und die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Hinzu kommen der bedeutende Schulstandort, das breite Kinderbetreuungsangebot und gute Lebensbedingungen für ältere Menschen. Diese Stärken gelte es zu bewahren und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Seine beruflichen Erfahrungen und seine Zeit als Gemeinderat hätten Keller darin bestärkt, sich für das Gemeinwesen einzusetzen, heißt es in seiner Pressemitteilung. Mit seiner Kandidatur möchte er diese Kenntnisse in die Entwicklung Oberderdingens einbringen. Dabei setzt er auf Zuhören, den Austausch unterschiedlicher Perspektiven und sachorientierte Entscheidungen. Sein Anspruch sei es, Menschen zusammenzubringen, verschiedene Interessen ernst zu nehmen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft zu finden.
Der 41-Jährige ist verheiratet und Vater von drei Töchtern. Auch außerhalb seines Berufs engagiert er sich vielseitig: Er spielt Waldhorn in der Feuerwehrkapelle, ist Sänger und Organisator der Big Band des Landratsamtes Karlsruhe und im Elferrat aktiv. Einen Ausgleich findet er bei der Pflege der familieneigenen Streuobstwiesen.


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Mit der Bürgermeisterwahl endet in Oberderdingen eine lange Ära. Thomas Nowitzki steht seit 2003 an der Spitze der Kommune und blickt auf insgesamt fast 49 Jahre Tätigkeit im Oberderdinger Rathaus zurück. Seine Amtszeit endet am 31. März 2027. Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 31. Januar, statt. Eine mögliche Stichwahl ist für den 21. Februar vorgesehen. Die Stellenausschreibung erfolgte am Freitag, 30. Oktober, im Staatsanzeiger Baden-Württemberg sowie auf der Internetseite der Stadt.

