Mühlacker. Im Mühlacker Raum gibt es nach dem aktuellen Wissenstand noch keine Corona-Infektionen. Das Krankenhaus und auch die hiesigen Ärzte fühlen sich aber gut vorbereitet, sollte es dazu kommen. Menschen, die glauben sich mit dem Virus angesteckt zu haben, sollten sich regelmäßig die Hände waschen und in die Armbeuge niesen, allerdings sollten sie nie sofort ein Krankenhaus aufsuchen, warnt Alexander Tsongas, Pressesprecher der Regionalen Kliniken Holding, zu der auch die Mühlacker Einrichtung gehört.
„Die erste Anlaufstelle für einen Abstrich ist immer der Hausarzt. Erst, wenn dieser eine stationäre Behandlung verordnet, weil sich die Krankheit ambulant nicht mehr bekämpfen lässt, dann kommen die Kliniken ins Spiel.“
Die Maßnahmen, die dann in der Klinik getroffen werden, seien laut Tsongas fast identisch mit den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts. Demnach wird der Grippe-Patient nach der Aufnahme sofort isoliert und von den Ärzten und Pflegern in entsprechender Schutzausrüstung behandelt.


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Es gilt: Keine Panik
Nach Angaben des Gesundheitsamts Enzkreis ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Coronavirus in Deutschland anzustecken, derzeit immer noch gering. Influenzameldungen aus Kliniken, Praxen und Laboren hingegen seien an der Tagesordnung.
„Saisonale Infektionskrankheiten haben wir jedes Jahr. Zwar ist die derzeitige aggressive Grippewelle teilweise kräftezehrend, allerdings ist die Situation für uns auch nicht neu“, erklärt Tsongas. Es gelte weiterhin: Keine Panik. „Für den Fall, dass es noch offene Fragen zum Coronavirus gibt oder man nicht recht weiß, wie man sich verhalten soll, hat das Gesundheitsamt extra eine Hotline eingerichtet, an die man sich wenden kann“, so der Pressesprecher.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, den Hausarzt telefonisch zu kontaktieren. „Wenn der Patient am Telefon einen begründeten Verdacht äußert, dann werde ich ihn bitten, nicht zur Stoßzeit die Praxis aufzusuchen, sondern erst gegen Feierabend“, erklärt der Mühlacker Internist und Hausarzt Dr. Peter Napiwotzky. Dann sind wir auch in der Lage, sofort eine Untersuchung in einem isolierten Raum durchzuführen.“ Seine Aufgabe sei es, sich in erster Linie ein Bild von dem Gesundheitszustand des Patienten zu machen. „Wenn die Symptome darauf hindeuten und der Patient womöglich Kontakt mit einem Corona-Infizierten hatte, werde ich Tests durchführen und die Abstriche einschicken“, erklärt Napiwotzky, der mit seinen Kollegen Dr. Elvira Kreutzer-Toth und Dr. Rainer Neipert eine Gemeinschaftspraxis betreibt. Im nächsten Schritt komme es auf den Zustand an: Geht es dem Patienten gut oder weist er kaum bis keine Symptome auf, dann wird er in der Regel mit einem Krankschreiben nach Hause geschickt. Sollte er aber bereits schwer erkrankt sein, dann muss der Patient ins nächste Krankenhaus zur stationären Behandlung. „Die Ergebnisse für die Tests liegen mir aber erst ein bis drei Tage später vor“, erklärt Napiwotzky. Ab kommender Woche werde seine Praxis jedoch bereits selbst Abstriche durchführen können, so dass schon nach kurzer Zeit festgestellt werden kann, um welche Infektion es sich bei dem Patienten genau handelt.

