Acht PZ-Redakteurinnen teilen persönliche Geschichten zum Muttertag.
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Es gibt Menschen, die uns prägen, lange bevor wir selbst verstehen, wie sehr. Mütter gehören oft dazu: als erste Ratgeberinnen, geduldige Zuhörerinnen, unermüdliche Organisatorinnen des Familienalltags – und manchmal auch als diejenigen, die mit einem einzigen Blick mehr sagen als mit vielen Worten. Zum Muttertag an diesem Sonntag haben sich Redakteurinnen der PZ auf eine persönliche Reise in die Vergangenheit begeben. Eine Seite über Frauen, die Spuren hinterlassen haben – und über Erinnerungen, die bleiben.

PZ-Redakteurin Catherina Arndt: Tragende Rolle

Als ich noch klein war, ging der Familienurlaub immer nach Dänemark, an die Nordsee. Meine Lieblingsbeschäftigung dort: Steine sammeln. Nach einem besonders erfolgreichen Strandspaziergang war ich dann aber doch etwas müde. Aufopferungsvoll – wie meine Mutter nun eben ist – wollte sie mich also die vielen Stufen hochtragen, die vom Strand auf die Klippe zum Parkplatz führten. Als wir beim Auto ankamen, war sie völlig aus der Puste. Warum das Kind so schwer ist? Ein Blick in die vollen Jackentaschen sorgte für Aufklärung. Und bis heute spielt meine Mutter eine ziemlich tragende Rolle in meinem Leben.

PZ-Redaktionsmitglied Sabrina Del Nunzio: Was wäre ich ohne dich

Ich habe das große Privileg, eine Frau in meinem Leben zu haben, die immer für mich da ist. Das ist nicht selbstverständlich. Wenn ich mal wieder an mir selbst zweifle, dann wischt sie mir die Tränen aus dem Gesicht und sagt mir, wie stolz sie auf mich ist. Sie sieht keine Probleme, sondern nur Lösungen. Sie füllt mein Leben mit Positivität und bringt mich wieder auf den Boden der Tatsachen. Wenn ich sie nicht hätte, dann wäre ich verloren. Danke, Mama!

PZ-Redakteurin Carolin Weiß: Kass Blumen sprechen 

Blumen sind das Lächeln der Erde – das habe ich durch meine Mutter gelernt. Dank ihr kenne ich bis heute die Namen vieler Blüten und war schon als kleines Kind ganz darauf fixiert, was am Wegesrand und auf der Wiese blüht. Für meine Sträußchen im Miniformat hat sie noch heute eine Minivase. Und wenn jetzt meine Töchter aus Gänseblümchen, Schlüsselblumen und Veilchen ein Kränzchen binden, sehe ich, dass das Staunen einfach weiter wächst.

PZ-Redakteurin Katharina Lindt: Mit anderen Augen

Muttersein hat mir die Augen geöffnet. Plötzlich sah ich meine Mutter mit anderen Augen: Das also hast du erlebt und durchgemacht? Die Schmerzen der Geburt, die schlaflosen Nächte, die ständige Sorge um das Wohl des Kindes, die bedingungslose Liebe, das Hadern mit der eigenen Rolle. Ich schätze dieses geheime Wissen, das uns nun noch mehr verbindet. Das ist nicht selbstverständlich. Sondern ein Geschenk an die nächste Generation. Danke, Mama!

PZ-Chefredakteurin Anke Baumgärtel: Siebter Sinn verbindet uns

Wie oft kommt es vor, dass meine Mum und ich exakt das Gleiche denken? Und ist es noch so abwegig. Das kann mitunter gruselig sein, wenn in derselben Sekunde eine Nachricht von ihr eingeht, in der ich unseren Chat auf dem Handy öffne. Oder lustig, wenn völlig zusammenhanglos beide plötzlich an ein Brautkleid denken. Aber vor allem ist es wunderschön. Denn dieser siebte Sinn verbindet uns auf eine besondere Weise. Hierfür bin ich unglaublich dankbar.

PZ-Redaktionsmitglied Marion Dühnen: Mama ist einfach cool 

Letztens hat meine aus der Sowjetunion immigrierte, unscheinbare Mutter aus dem Nichts eine Faszination für Grunge-Musik entwickelt. Tagelang liefen im Fernsehen nur noch Konzertfilme von Nirvana, und die Doku habe ich mir natürlich auch mit ihr angesehen. Zum Friseur sagte sie: „Einmal so wie Kurt Cobain“, und hatte danach coole, kürzere Haare. Außerdem ist meine Mama unschlagbar in Mario Kart Wii – ihrer großen Leidenschaft. Wenn ich zu Besuch bin, fahren wir jedes Mal ein Rennen. Eigentlich bin ich ein schlechter Verlierer, aber ich mag alles, was ihr Freude macht.

PZ-Redakteurin Lisa Scharf: Wir kriegen das gebacken

Meine Mama hat mir früh eine Leidenschaft mitgegeben: die zum Backen. Schon seit ich klein bin, stehen wir regelmäßig zusammen in der Küche. Und ich bin schon ein bisschen stolz darauf, was ich alles gelernt habe – egal ob Osterlamm, Plätzchen, Eierlikör- oder Mamas legendären Rotweinkuchen. Nur um meinen persönlichen Endgegner, den Hefeteig, mache ich bisher einen Bogen. Aber auch der ist irgendwann dran. Das schöne am gemeinsamen Backen ist ja nicht nur, dass wir jede Menge Spaß dabei haben. Sondern auch, dass es mit Mama an der Seite immer eine Gelinggarantie gibt.

PZ-Redakteurin Lisa Belle: Kraftakt für Leichtigkeit

Erst seit ich selbst Mutter bin, habe ich wirklich begriffen, wie schwer es ist, für Leichtigkeit zu sorgen. Wie viel Kraft, Zeit und Mühe es kostet, den Rahmen für eine unbeschwerte, geborgene und sichere Kindheit zu schaffen. Dass hinter den vielen kleinen Wundern des Alltags und den großen, die sich vom Osterhasen über Geburtstage bis hin zum Weihnachtsabend durchs Jahr ziehen, immer Eltern stehen, die heimlich den Zauberstab schwingen. Meine eigene Kindheit war voller Magie, Spaß und Leichtigkeit. Ich durfte aufwachsen im festen Vertrauen darauf, dass meine Eltern alle Probleme der Welt lösen können und dass mir in ihrer Nähe nie etwas zustoßen kann. Eine Utopie, die Raum lässt, sich frei zu entfalten. Und die nötige Resilienz und Stärke zu entwickeln für all die Realität, die nach und nach ins Leben tritt. Danke für die vielen kleinen und großen Wunder, Mama.

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