Enzkreis/Mühlacker. Aus zwei beruflichen Schulen in Mühlacker wird ab dem Schuljahr 2019/2020 ein großes Zentrum. Eine der Schulen lehnt den Plan ab. Das machte die Entscheidung im Kreistag am Montag schwer.
Gewissermaßen in letzter Minute versuchten vor allem die Fusionsgegner im Kreistag, mit Appellen die Stimmung noch einmal zu drehen. Am Ende blieb es bei elf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen in dem 55-köpfigen Gremium. Damit war es beschlossene Sache, dass die Georg-Kerschensteiner-Schule und die Ferdinand-von-Steinbeis-Schule in Mühlacker zum Schuljahr 2019/2020 zu einem Beruflichen Bildungszentrum des Enzkreises zusammengelegt werden.
Es war eine Entscheidung, mit der die Kreisräte lange gerungen hatten. Kritiker der Pläne sind dabei gar nicht grundsätzlich gegen eine Fusion. Aber sie haben enorme Bauchschmerzen mit einer Zusammenlegung gegen den erklärten Willen der Georg-Kerschensteiner-Schule. So begründeten beispielsweise CDU-Fraktionssprecher Günter Bächle und der Grüne Joachim Wildenmann ihr Nein zur Fusion. Bächle hatte mit dieser Haltung freilich nur einen Teil seiner Fraktion hinter sich. Auch Freie Wähler und FDP stimmten uneinheitlich ab. Einer Meinung waren nur die Grünen, die Nein zur Fusion sagten, und die SPD, die geschlossen für die Zusammenlegung stimmte. Bei einem Punkt, sagte Erik Schweickert (FDP), seien sich aber Kritiker und Befürworter einig: Alle wollten den Schulstandort Mühlacker stärken.
Für die Kreisverwaltung hatte Finanzdezernent Frank Stephan eher Fusionsvorteile aufgezählt: effizientere Verwaltung, Sicherung des unter geringen Schülerzahlen leidenden Technischen Gymnasiums an der Steinbeis-Schule, bessere Aussichten für die schulischen Angebote, bessere Perspektiven für die Lehrkräfte, bessere Ausnutzung von Fachräumen und Technik zum Beispiel. Die Nachteile lägen eher „auf emotionaler Ebene“, so Stephan.

