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So präsentierte sich um die 1920er-Jahre die Belegschaft der Böhmlenssägemühle, die im Jahre 1588 als erste dokumentarisch erwähnt wird, und 1931 abgebrannt ist. Foto: Privat
So präsentierte sich um die 1920er-Jahre die Belegschaft der Böhmlenssägemühle, die im Jahre 1588 als erste dokumentarisch erwähnt wird, und 1931 abgebrannt ist. Foto: Privat
Auch die alte Halle der Zimmersägemühle fiel 1973 den Flammen zum Opfer. Ein Pyromane legte das Feuer damals. Foto: Privat
Auch die alte Halle der Zimmersägemühle fiel 1973 den Flammen zum Opfer. Ein Pyromane legte das Feuer damals. Foto: Privat
Das letzte verbliebene Sägewerk leiten nun Bruno Kappler und Sohn Joshua. Foto: Schabert
Das letzte verbliebene Sägewerk leiten nun Bruno Kappler und Sohn Joshua. Foto: Schabert
09.01.2019

Das Dorf der Sägemühlen: Alfred Kiefer stellt Heft über Calmbach zusammen

Bad Wildbad-Calmbach. Calmbach ist als Dorf der Sägemühlen im Nordschwarzwald bekannt. Zeitweise wurden sogar sieben davon gleichzeitig betrieben. Nachzuweisen sind jedoch mehr als ein Dutzend. Der Calmbacher Alfred Kiefer hat jetzt ein Heft über die Historie der Mühlen zusammengestellt. Von 2004 bis 2017 war er als stellvertretender Vorsitzender des Kreisgeschichtsvereins Calw tätig. Nun aber hat Kiefer im Verein einige Aufgaben abgegeben und sich auf ein Amt als „einfaches Vorstandsmitglied“ zurückgezogen. „Endlich habe ich Zeit, manches zu sortieren und aufzuarbeiten“, sagt er.

Von der urkundlichen Erstnennung her am ältesten ist die ehemalige Böhmlenssägemühle. Sie wird 1588 unterhalb des Ortes an der Großen Enz erwähnt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg ist im Jahre 1650 der Wiederaufbau dokumentiert. Noch in Betrieb ist als einzige die Zimmersägemühle an der Enztalstraße (B294). Sie wird seit über 40 Jahren von Bruno Kappler und seiner Familie, heute mit zwölf Mitarbeitern, betrieben. Den Blick optimistisch in die Zukunft gerichtet arbeitet dort Sohn Joshua mit. Er hat sich auf die Nachfolge mit dem Bachelor of Arts als Betriebswirtschaftler im Bereich Holzhandel vorbereitet. Gefertigt wird dort alles, was am Bau oder sonst in der Holzindustrie an Balken und Brettern benötigt wird. Auch Verpackungsmaterial steht auf der Warenliste. Bestand um 1998 der Abnehmerkreis noch zu 90 Prozent aus Handwerkern, sind diese auf fünf Prozent geschrumpft. Der Großteil der Kunden sind heute Händler. Der Export aus Calmbach reicht bis nach China oder in die USA.

Zunächst wollte Kiefer nur die vielen alten Fotos und Postkarten sortieren, die er von seiner Heimatgemeinde Calmbach besitzt. Dabei stolperte er über zahlreiche Aufnahmen, die alte und junge Sägewerke zeigen. Selbst durch Vorfahren diesem Arbeitsfeld verbunden, entschied er sich dazu, alle ehemaligen Sägemühlen des Orts mit den wichtigsten Daten in einer Broschüre zusammenzufassen. So manches Bild und Informationen, die er noch suchte, wurden dabei im Bekanntenkreis und bei Geschichtsfreunden beschafft. Nach einem halben Jahr war das 36-seitige Heft mit dem Titel „Eine Zusammenstellung der Calmbacher Sägemühlen“ fertig.

Die Sägemühlen hat Kiefer darin mit historischen Texten und aktuellen Hinweisen beschrieben. Bildmaterial in Form von Fotos, Postkarten, Zeichnungen und Plänen ergänzt die Texte.