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Ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Stadt und Radsportakademie besiegelte jetzt das Ende des Bad Wildbader Bikeparks in seiner jetzigen Form. Foto: PZ-Archiv
Ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Stadt und Radsportakademie besiegelte jetzt das Ende des Bad Wildbader Bikeparks in seiner jetzigen Form. Foto: PZ-Archiv
30.04.2019

Das Ende einer Ära: Bad Wildbader Bikepark wird ab 2021 neu verpachtet

Bad Wildbad. Die Bad Wildbader Radsportakademie ist im Rechtsstreit mit der Stadt Bad Wildbad vor dem Bundesgerichtshof gescheitert, das gibt Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack in einer Pressemitteilung bekannt. Gleichzeitig kündigt er eine Neuausrichtung des Bikeparks auf dem Sommerberg an.

Angesichts der gerichtlichen Auseinandersetzungen werde die Stadt das Pachtverhältnis mit der Radsportakademie nicht verlängern, so Mack. Damit endet auf dem Sommerberg eine Ära. Heinz Betz, der Geschäftsführer der Radsportakademie, hatte noch Anfang März im Interview mit der „Pforzheimer Zeitung“ gehofft, mit dem Bikepark auf dem Sommerberg bleiben zu können.

Sowohl das Landgericht Tübingen, als auch das Oberlandesgericht Stuttgart und nun der Bundesgerichtshof gaben der Stadt in der strittigen Frage des Transports der Radsportler recht. Letzterer hat mit Beschluss vom 17. April die Beschwerde der Radsportakademie zurückgewiesen. „Die Radsportakademie hat die Kosten des Verfahrens zu tragen. Der Stadt entsteht damit kein finanzieller Schaden“, heißt es in der Pressemitteilung des Bürgermeisters.

Aufgrund der hohen Frequenz von Besuchern an Wochenenden und Feiertagen musste die Stadt die Besucherströme auf den Sommerberg neu ordnen. An besucherstarken Wochenenden und an Feiertagen waren die Wartezeiten, insbesondere für die Biker, so lang, dass es immer wieder zu Beschwerden kam. Die Stadt traf daraufhin die Regelung, dass ein Transport der Biker an Wochenenden und Feiertagen nicht mehr möglich ist, der Transport an Werktagen aber weiterhin aufrechterhalten wird. Es wurde ein separater öffentlicher Bus-Shuttle am Wochenende vom Bahnhof aus vorgeschlagen.

Die Radsportakademie stellte sich aber auf den Standpunkt, dass ein Beförderungsanspruch mit der Sommerbergbahn bestehe, der sich aus den Verträgen mit der Stadt ergebe und klagte diesen Anspruch ein. Gleichzeitig übte sie das im Pachtvertrag bestehende Optionsrecht aus und verlängerte den Pachtvertrag für den Bikepark bis Ende 2020.

Ein Beförderungsanspruch mit der Sommerbergbahn bestand aus Sicht der Stadt nie. Die Rechtsauffassung der Stadt wurde nun in letzter Instanz bestätigt.

Für die Saison 2019 gilt damit: Die Nutzer des Bikeparks werden an Werktagen weiterhin von der Sommerbergbahn transportiert. An Wochenenden und Feiertagen regelt die Radsportakademie den Shuttle selbst. Die Regelung gilt bis 2020, dann läuft der Pachtvertrag zwischen Stadt und Radsportakademie aus. Bereits im Januar habe die Stadt der Radsportakademie mitgeteilt, dass eine Verlängerung des Pachtverhältnisses nicht vorgesehen ist. Ab 2021 will die Stadt deshalb mit einer neuen Konzeption starten. „Wir wollen den Bikepark als Teil des Masterplanes Sommerberg weiterentwickeln“, so Bürgermeister Klaus Mack. Dazu stünde man bereits mit Experten in Kontakt. „Wir wollen ein breiteres Publikum ansprechen, eventuell eine neue Strecke am Skihang ermöglichen und klare Rahmenbedingungen für den Transport und die Verkehrssicherungspflichten des Pächters schaffen“, so der Bürgermeister. Man setze zudem auf einen Aufstiegsweg für Elektroräder. Ermöglichen wolle man auch einen attraktiveren Standort für die Bikestation und mehr kindgerechte Angebote. Unter diesen Voraussetzungen werde der Bikepark ab 2021 neu ausgeschrieben.