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Joachim, Ursula und Anna-Lena Brenk (von links) aus Wilferdingen begutachten die Apfelsorten-Ausstellung der Mosterei Beigel in Wurmberg. 
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Selbst die Kleinen kommen aus dem Staunen nicht heraus: Jule Weeber (links) demonstriert den Abfüller. 

Dem Most-Geheimnis auf der Spur

Der Tag der offenen Tür im Rahmen der Gläsernen Produktion in der Mosterei Beigel hat viele interessierte Besucher nach Wurmberg gezogen. Mit der Veranstaltung hat Familie Beigel auch das zehnjährige Bestehen ihres Mosterei-Betriebes gefeiert. Ein kleiner Bauernmarkt sowie einige Infostände, ein Kinderprogramm mit den örtlichen Streuobst-Pädagogen und die Bewirtung durch den Obst- und Gartenbau-Verein Wurmberg haben das Angebot abgerundet.

Nicht nur Kinder staunten über die lustig tanzenden Äpfel in der Waschanlage. Auch Erwachsene reckten die Hälse, um beim Schaupressen zu sehen, wie Apfelsaft entsteht und schließlich in der Bag-in-Box-Abfüllung landet. Vor zehn Jahren hat Familie Beigel die Mosterei übernommen und seit neun Jahren bieten sie die Bag-in-Box-Abfüllung an. „Das hat eingeschlagen, weil junge Familien gesundheitsbewusst sind und keinen Saft von irgendwo aus dem Ausland wollen. Hier bekommt jeder den Saft aus seinen eigenen Äpfeln“, erklärt Annemarie Beigel.

„Das ist auch eine Motivation, um geerbte Streuobstwiesen zu pflegen“, betonte sie. „Streuobstpflanzaktionen in der Gegend sind auch durch die Mosterei gut angenommen worden.“ Felix Beigel führte den interessierten Besuchern die Walzenpresse vor und demonstrierte die weitere Verarbeitung über die Zentrifugen und den Pasteur bis hin zur Abfüllung in die speziellen Beutel. Die Kinder freuten sich, beim letzten Schritt, der Verpackung in Kartons, Hand anlegen zu dürfen. „So wissen die Kinder, wenn sie einen Apfel auflesen, wie daraus Apfelsaft gemacht wird“, sagte Annemarie Beigel.Bei den Exkursionen zu Streuobstwiesen der Gemeinde und von Familie Beigel wurde weiteres Wissen vermittelt. Auf einem großen Traktoranhänger ging es zu den Wiesen außerhalb der Ortschaft. Bernhard Reisch vom Landwirtschaftsamt, der auch für die Veranstaltungsreihe der Gläsernen Produktion verantwortlich ist, stellte vor Ort die Pflege von Obstbäumen vor sowie entsprechendes Werkzeug und Leitern.

Thomas Köberle, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands, ergänzte dies mit Fakten über die Ökologie von Streuobstwiesen. „Eine nahe gelegene Mosterei ist ein wichtiger Baustein zum Erhalt der Streuobstwiesen“, erklärte Reisch. „Selber Apfelsaft abkochen ist nicht einfach. Das Bag-in-Box-System ist deshalb ideal.“ In diesem Jahr gebe es durch den Blütenfrost allerdings weniger Äpfel.