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Haben vieles vor in Sachen Digitalisierung: Hilde Neidhardt, Dezernentin für Landwirtschaft, Forsten und öffentliche Ordnung, Miriam Mayer, Leiterin des Amtes für technische Dienste, Frank Stephan, federführend für das Projekt Digitalisierung, Landrat Bastian Rosenau und Marc Böhmer, Sachgebietsleiter IT-Service im Amt für technische Dienste (von links).  Foto: Moritz 

Digitalisierung im Enzkreis: Landratsamt will Bürgern mehr Dienste online ermöglichen

Enzkreis. Seit mittlerweile etlichen Jahren spielt die Digitalisierung in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens eine große Rolle – und ist daher auch in der Region nicht mehr wegzudenken. Mit seiner Digitalisierungsstrategie 2025, die der Enzkreis Ende des vergangenen Jahres beschloss, hat die Kreisbehörde die Weichen für eine digitale Zukunft gestellt. Profitieren sollen davon aber nicht nur die Mitarbeiter innerhalb der Verwaltung, sondern vor allem auch die Bürger.

„Wir möchten nicht mehr nur noch darüber reden, sondern auch endlich etwas tun“, sagte Landrat Bastian Rosenau gestern bei der Vorstellung der in der Strategie beinhalteten Ziele. Neben dem Aspekt, dass während des Prozesses keine Stellen abgebaut, sondern vielmehr auch durch einen Digitalisierungsbeauftragten geschaffen werden sollen, wurden folgende Themen hervorgehoben:

Führerschein online: Als erste Behörde in Baden-Württemberg möchte der Enzkreis die komplette Abwicklung der Führerscheinbeantragung online ermöglichen. Wie Hilde Neidhardt, Dezernentin für Landwirtschaft, Forsten und öffentliche Ordnung, erklärt, scheitere dies derzeit nur an der Bezahlung anfallender Gebühren. Dieser letzte, bislang noch offline zu tätigende Schritt solle aber bereits in den kommenden zwei Wochen auch online möglich sein.

Bauanträge: „Wir wollen es in Zukunft ermöglichen, Bauanträge komplett online stellen zu können“, blickt Neidhardt in die Zukunft. Hierbei spiele vor allem in Hinblick auf die Digitalisierung die Identitätsprüfung eine große Rolle. Mithilfe eines Lesegerätes des Personalausweises für zuhause etwa könne dieses Problem aber gelöst werden. Eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene schriftliche Unterzeichnung könne dadurch ersetzt werden. Hierfür müssten sich aber laut der Dezernentin erst einmal rechtliche Rahmenbedingungen ändern.

Stauinfos und mehr: Eine weitere Überlegung seitens des Enzkreises ist eine Plattform für den Verkehr, die unterschiedliche Inhalte sowohl für Autofahrer, als auch möglicherweise für Bauunternehmen beinhaltet. Autofahrer, die im Enzkreis unterwegs sind, sollen Echtzeit-Informationen über die Verkehrslage auf den Straßen bekommen. Landesweit ist so etwas beispielsweise auf der Internetseite der Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg möglich. Außerdem sollen Bauunternehmen Informationen rund um Antragsstellungen erhalten.

Streuobstplattform: In Hinblick auf den Naturschutz und die Kommunikation zwischen etlichen Streuobst-Akteuren im Enzkreis, wie beispielsweise Bauern, und deren Vernetzung denkt die Kreisbehörde derzeit auch über eine Streuobstplattform nach.

Interne Veränderungen: Bei der Digitalisierungsstrategie geht es nicht nur um die Optimierung der Attraktivität von digitalen Instrumenten. „Noch im Jahr 2019 findet ein Relaunch der Internetseite statt“, kündigt Miriam Mayer, Leiterin des Amtes für technische Dienste, an. Andere digitale Entwicklungen stehen aber während des bevorstehenden Prozesses auch im Vordergrund: „Wir wollen die Vorgänge auch für unsere Mitarbeiter vereinfachen“, sagt Rosenau. All die Vorteile, die für den Bürger kommen werden, seien auch Vorteile in Verwaltungsprozessen. Nach und nach könnten Öffnungszeiten und auch Schalterdienste angepasst und interne Entlastungen erzielt werden.

Ein Beispiel für die Digitalisierung innerhalb des Arbeitsalltages der Verwaltungsmitarbeiter ist die bereits jetzt schon eingesetzte E-Learning-Plattform „WissEnz“. Sie ermöglicht, interne Schulungen leichter umzusetzen und zeiteffizienter anzubieten.

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