Kreis Calw. Das Land Baden-Württemberg finanziert daher auch im Landkreis Calw drei neue Stellen um bei der Stärkung der biologischen Vielfalt, insbesondere durch Beratung und Öffentlichkeitsarbeit voranzukommen. Dem Gesetz Stärkung der Biodiversität ging der Volksantrag zur „Rettung der Biene“ voraus. Elfriede Mösle-Reisch wird sich schwerpunktmäßig bei der Förderung im Streuobstbereich einbringen. Hierbei soll neben Wissensvermittlung in Schnittkursen die Beratung bei Neupflanzungen im Vordergrund stehen. Durch die Weiterführung des Apfelsaftprojekts soll ein Anreiz für die Pflege von Streuobstwiesen geschaffen werden.
Streuobstbestände sind eine einzigartige, historisch entstandene Form des extensiven Obstbaus. In den zurückliegenden 50 Jahren sind die Streuobstwiesen stark zurückgegangen. Obsthochstämme sind Kulturpflanzen und benötigen eine regelmäßige Pflege. Seit dem 31. Juli 2020 gilt mit der Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes in Baden-Württemberg laut Kreis Calw ein Erhaltungsgebot für Streuobstbestände ab einer Größe von 1500 Quadratmetern.
Insekten tragen einen wesentlichen Teil zur Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes bei. Sie dienen beispielsweise Fischen und Vögeln als Nahrungsgrundlage, außerdem bestäuben sie viele Wild- und Nutzpflanzen.
Benedikt Günthner betreut neben dem Biotopverbund das Kompensationsverzeichnis zum Ausgleich von Eingriffen in Natur und Landschaft. Sowohl öffentliche wie auch private Eigentümer können sich zur insektenfreundlichen Gestaltung ihrer Flächen beraten lassen. Insbesondere durch Öffentlichkeitsarbeit, auch in den sozialen Medien, will Benedikt Günthner die Stärkung der biologischen Vielfalt fördern.
Die Landwirtschaft dient der Ernährungssicherung und dem Erhalt der Kulturlandschaft und leistet somit auch einen großen Beitrag zur biologischen Vielfalt in unserer Landschaft. Durch das sogenannte Biodiversitätsstärkungsgesetz soll diese noch weiter ausgebaut und unterstützt werden. Dabei berät Sebastian Klasen landwirtschaftliche Betriebe in Fragen des Ökolandbaus, des integrierten Pflanzenschutzes, hinsichtlich Perspektiven der Flächenbewirtschaftung und biodiversitätsfördernder Maßnahmen. Zusätzlich sollen durch Weiterbildungsangebote und Demonstrationsbetriebe praxisnahe Alternativen aufgezeigt und weitervermittelt werden.

