Report JVA Heimsheim
Wie die Behörde am Donnerstag mitgeteilt hat, wird den dreien unter anderem Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung sowie unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen. 

Drogen und Telefone in Heimsheimer JVA geschmuggelt: Anklage gegen drei Verdächtige erhoben

Heimsheim. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe (Zweigstelle Pforzheim) hat Anklage gegen einen Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heimsheim und einen JVA-Häftling sowie dessen Mutter erhoben. Wie die Behörde am Donnerstag mitgeteilt hat, wird den dreien unter anderem Bestechlichkeit beziehungsweise Bestechung sowie unerlaubter Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen.

Dem 39-jährigen Justizvollzugsbediensteten, dem eine weitere Dienstausübung in der JVA mittlerweile untersagt wurde, und dem 42 Jahre alten Häftling wird durch die Staatsanwaltschaft zur Last gelegt, zwischen September 2019 und Mai 2020 wiederholt Drogen und Mobiltelefone in die JVA Heimsheim eingeschmuggelt zu haben. Die Mutter des Häftlings, eine 66-Jährige, soll dabei geholfen haben. Alle drei sind nach Angaben von Staatsanwalt Henrik Blaßies deutsche Staatsbürger.

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Wie von PZ-news schon mehrfach berichtet, bestand gegen den Mitarbeiter seit einer Durchsuchung im Mai 2020 der Verdacht des Schmuggels und der Bestechlichkeit.

Mitarbeiter soll von Häftling bezahlt worden sein

Laut der aktuellen Mitteilung der Staatsanwaltschaft soll  der angeklagte Häftlings innerhalb des Gefängnisses Bestellungen von anderen Insassen entgegengenommen und dann seine  ebenfalls angeklagte Mutter angewiesen haben, die bestellten Gegenstände von Lieferanten entgegenzunehmen und an den mitangeklagten JVA-Bediensteten auszuhändigen. Der soll die georderten Gegenstände dann in die Heimsheimer JVA gebracht und dort entweder dem Häftling selbst oder unmittelbar den Bestellern ausgehändigt haben. Für diesen Dienst soll der Mitarbeiter eine finanzielle Entlohnung von dem angeklagten Häftling erhalten haben.

Außerdem soll der JVA-Mitarbeiter eine größere Menge Drogen, unter anderem über 280 Gramm Haschisch, aufbewahrt haben, um diese anschließend gemeinsam mit dem mitangeklagten Insassen im Gefängnis zu verkaufen.

So lautet die Anklage:

  • Dem tatverdächtigen Justizvollzugsbediensteten wird zur Last gelegt, sich der Bestechlichkeit in sieben Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit unerlaubtem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, schuldig gemacht zu haben.
  • Dem tatverdächtigen Häftling wird vorgeworfen, sich wegen Bestechung in sieben Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit unerlaubtem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, strafbar gemacht zu haben.
  • Der tatverdächtigen Mutter des Häftlings wird zur Last gelegt, sich der Beihilfe zur Bestechung in sechs Fällen, davon in einem Fall in Tateinheit mit Beihilfe zum unerlaubtem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, schuldig gemacht zu haben.

Über die Eröffnung des Hauptverfahrens wurde noch nicht entschieden. Die Tatverdächtigen haben laut Staatsanwaltschaft bislang keine Angaben zu den Tatvorwürfen gemacht.

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