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Am Ortseingang macht ein Scherzbold klar: Hier geht's nur nach Öschelbronn, nicht nach Niefern! 

Eierwürfe, viele Maibäume und ein umgestalteter Kreisverkehr: Die Maistreiche in Pforzheim und der Region

Pforzheim/Enzkreis/Kreis Calw. Zunächst schien es, als hätten sich die Scherzbolde in der Nacht zum 1. Mai in Pforzheim und der Region zurückgehalten. Doch Eierwürfe, ein umgemodelter Kreisverkehr, selbstgemachte Maibäume oder eine "U-30-Zone" zeigen, dass selbst zu Corona-Zeiten hier und dort Schalk getrieben wird. Eine Übersicht über die Maistreiche in der PZ-Region:

Aus polizeilicher Sicht sei die Nacht ruhig verlaufen, so ein Sprecher gegenüber PZ-news. Vermutlich hätten die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen dazu beigetragen, dass viele größere Maischerze ausgeblieben seien. Denn ab 22 Uhr herrscht bekanntlich Ausgangssperre. Dennoch: Insgesamt sieben Mal seien im gesamten Einzugsgebiet des Polizeipräsidiums Pforzheim (dazu gehört neben Pforzheim, dem Enzkreis und dem Kreis Calw auch Freudenstadt) Eier auf Gebäude geworfen worden. Größere Einsätze habe es allerdings nicht gegeben.

Und wer genau hinschaut, entdeckt den ein oder anderen Maischerz in der Region. So zum Beispiel in Niefern-Öschelbronn. Am Ortseingang von Öschelbronn haben Unbekannte das Banner auf dem dortigen Kreisverkehr so verändert, dass klar wird: Hier hört Niefern auf, es geht "nur" nach Öschelbronn. Gleichzeitig nehmen die Unbekannten die örtliche Imagekampange "NÖ" (Niefern-Öschelbronn) aufs Korn.  Auch in der Nähe des Hauses von Bürgermeisterin Birgit Förster hat sich jemand einen Scherz erlaubt und ein Schild mit der Aufschrift "Wellnessoase zur Sonnenkönigin" aufgebaut.

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Selbstgemachte Maibäume und mehr: Maischerze in Pforzheim und der Region

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Maibäume, Scherze, Wanderer und Angler am 1. Mai in Neulingen

In Dillweißenstein waren ebenfalls Scherzbolde unterwegs. So zieren mehrere selbstgebastelte Maibäume den Pforzheimer Stadtteil. Außerdem sind am Ludwigsplatz Bauzäune verschönert worden. Bunte Banner – unter anderem mit dem Schriftzug "Ob Dillste oder Woissestoi, wir setzen uns gemeinsam ein" und Logos verschiedener Organisationen – zieren die Baustellenabsperrungen.

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Dieser Bauzaun in Dillweißenstein hat über Nacht eine Verschönerung erlebt.

In Huchenfeld ist über Nacht eine Spielstraße entstanden – inklusive Straßenschild und Zebrastreifen. Auf der Fahrbahn steht nun "U-30-Zone". "Hintergrund dieser Aktion ist, dass es durch die sogenannten Eltern Taxis jeden Morgen zu gefährlichen Situationen in diesem Bereich kommt", schreibt PZ-news-Leserin Marta Varju. "Elternbriefe und auch die Bemühungen der Verkehrsschau waren wenig erfolgreich", fügt sie hinzu. Die Idee hinter dem Maistreich: Durch den Wegfall eines Parkplatzes könnte ein Zebrastreifen geschaffen werden.

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Die "U-30-Zone" in Huchenfeld.

Auch in Königsbach-Stein zierten selbstgemachte Maibäume die Straßen. Einer war beispielsweise mit dem Spruch versehen "Ein Mai ohne Baum ist wie Bier ohne Schaum". Wie PZ-Mitarbeiter Nico Roller berichtete, hat der Königsbacher Musikverein auf dem Marktplatz bunte Noten aufgehangen und kleine Schokoladen-Maikäfer bereitgelegt. Die Aktion hat sich der Verein ausgedacht, um ein Lebenszeichen zu setzen "und um den Menschen zu zeigen, dass wir sie nicht vergessen haben". 

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Ein ironischer Maibaum in Königsbach-Stein.

Ein eigenes Impf- und Testzentrum ließen die Scherzbolde in Wiernsheim entstehen. Lebensgroße Puppen in Schutzkleidung sowie ein Bereich zum "Hockdown" zierten dort am Samstag den Straßenrand. Unter anderem hatte PZ-news-Leser Thomas Kunzmann diesen Maistreich entdeckt und ein Foto an die PZ geschickt.

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Das "Impf- und Testzentrum" in Wiernsheim.

In Friolzheim hat PZ-Mitarbeiter Bernd Lachenmaier ebenfalls einen Maischerz entdeckt. Vor der evangelischen Kirche steht ein kleiner Maibaum mit dem Hinweis "Endspurt".

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Der Friolzheimer Kirchen-Maibaum.

Auch auf dem Kreisverkehr in Wilferdingen gibt es am 1. Mai etwas zu sehen: Ein kleiner Schreibtisch lädt zum "Homeschooling Drive-In" ein.

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Der knallpinke Schreibtisch wartet mitten auf einem Kreisverkehr darauf, dass es sich ein Schüler zum Homeschooling der besonderen Art bequem macht.

Einen Scherz haben sich auch Unbekannte in Bauschlott erlaubt. Wie PZ-news-Leser Giovanni Iacona bemerkte, wurde dort kurzerhand eine Mülltonne seitlich an eine Laterne verfrachtet.

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Wie ging das denn? In Bauschlott landete eine Mülltorne auf einer Laterne.

In Iptingen waren ebenfalls kreative Unbekannte am Werk und verwandelt die beschauliche Enzkreis-Gemeinde kurzerhand in einen Kurort, wie die Fotos von PZ-news-Leserin Kathrin Burger zeigen.

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Ein neues Straßenschild gestalteten Scherzbolde in Iptingen.

In Straubenhardt waren die PZ-Leser ebenfalls kreativ und schufen kurzerhand einen vollkommen neuen Ortsteil. "Im Kreiz", wie ein Ortsschild verrät, wurde laut Uwe Höll von der "Kirschschnapsgruppe" errichtet, einer Anwohnergemeinschaft, die nun selbst einen "Ministerpräsidenten und Bürgermeister" stellt.

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Herzlick willkommen im neuen Straubenhardter Ortsteil "Im Kreiz".

Nochmal in Königsbach-Stein: Angebracht neben dem Rathaus in Stein war dieses Kunstwerk.

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Noch ein Maischerz, der das Ortsgeschehen in Königsbach-Stein auf künstlerische Art auf die Schippe nimmt.

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Nina Tschan

Nina Tschan

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